TONKA & PHIL
Ein Podcast von Psychologen, der die Welt der mentalen Gesundheit und des Wohlbefindens erkundet. Wir laden Experten zu inspirierenden Interviews ein, um praktische Tipps und Einblicke in ein erfülltes Leben zu teilen.
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TONKA & PHIL
Was bedeutet Gesundheit wirklich? Phil im Gespräch mit Franzi Senn | #32
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Gesundheit beginnt nicht erst bei Ernährung oder Bewegung.
Sie entsteht in den kleinen Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen und in den Routinen, die wir langfristig in unser Leben integrieren.
Gemeinsam mit Franzi spricht Phil darüber, was ganzheitliche Gesundheit wirklich bedeutet und warum nachhaltige Veränderungen oft weniger mit Disziplin als mit den richtigen Gewohnheiten zu tun haben.
Franzi gibt Einblicke in ihren Weg als Personal Trainerin, die Entstehung ihrer Projekte Sennfit und How-to-Heilpraktiker sowie ihre persönliche Sicht auf Gesundheit, Training und Prävention.
Dabei geht es nicht nur um körperliches Wohlbefinden. Die beiden sprechen auch über mentale Gesundheit, den Einfluss von Hormonen und die Frage, wie wir lernen können, besser auf die Signale unseres Körpers zu hören.
In dieser Folge lernst Du:
• Warum Gesundheit weit mehr ist als Ernährung und Bewegung.
• Wie gesunde Routinen entstehen und langfristig Bestand haben.
• Warum kleine Veränderungen oft nachhaltiger sind als radikale Umstellungen.
Videokapitel:
• 00:00:00 – Intro
• 00:00:58 – Kurze Vorstellung von Franzis zwei Säulen: Sennfit und How-to-Heilpraktiker – und wo ihre Leidenschaft herkommt
• 00:07:20 – Das Verständnis von Gesundheit und der Aufbau von gesunden Routinen
• 00:21:03 – Franzis ganzheitlicher Ansatz und die wichtigsten Säulen ihrer Gesundheit im Alltag
• 00:28:17 – Die nicht-physischen Komponenten von ganzheitlicher Gesundheit – von mentaler Gesundheit über Hormone und den weiblichen Zyklus
• 00:31:18 – Phil im Austausch mit Franzi über Meditation und seine Tipps für einen erfolgreichen Einstieg
• 00:40:19 – Franzis besonderer Ansatz als Personal Trainerin
• 00:46:41 – Die Gewichtung zwischen Sennfit und How-to-Heilpraktiker
• 00:49:50 – How-to-Heilpraktiker – Zielgruppe, Herangehensweise und Hintergründe
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Franzis Personal Coaching Webseite für individuelle & ganzheitliche Gesundheitstransformation: https://sennfit.com
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Das kann es doch nicht sein. Ich bin doch jetzt wirklich nicht alt. So dramatisch ist ja mein Leben nicht. Warum bin ich immer krank? Irgendwann habe ich verstanden, jemand anders kann mich nicht teilen. Ich muss in die Eigenverantwortung. Ich muss selber verstehen, was stimmt mit mir nicht. Wenn du dir bei jeder Sache, die du machst, erstmal 100 Fragen stellen musst, wie das ausschaut, dann bist du schon mental, hast du so ein Overload. Dann lässt du es einfach. Ich bin tatsächlich ein totaler Feind von strikten Ernährungsplänen, die mir vorschreiben, wann ich Montag, Dienstag, Mittwochs, wie viel, wie viele Kalorien und welche Zusammensetzungen ich essen soll. Das zerbricht mir das Herz. Ich habe mit vielen geredet. Ich kenne keinen einzigen, der nicht sagt, ich bin psychisch am Ende. Das fand ich so, so stark. Und da müsst ihr bitte alle zuhören, weil das sage ich auch jedem, mit dem ich mich zu dem Thema austausche.
SPEAKER_00Herzlich willkommen, Franzi. Vielen Dank für deine Zeit. Ich freue mich, dass es geklappt hat. Und ja, wie beschreibst du dich selbst?
SPEAKER_01Also erstmal kurz vielen Dank für die Einladung, lieber Philipp. Und ich möchte niemanden jetzt mit meinem Lebenslauf langweilen. Also wie ich mich beschreiben würde. Ich unterstütze Menschen dabei zu verstehen, wie ihr eigener Körper wirklich funktioniert und was der Körper braucht, damit sie danach selbst bestimmt in voller und optimaler Gesundheit und körperlicher Fitness einfach ihr Leben leben können.
SPEAKER_00Wow, on point.
SPEAKER_01Genau, das ist einfach kurz und knackig.
SPEAKER_00Geil. Und wie machst du das denn?
SPEAKER_01Also da habe ich eigentlich zwei verschiedene Bereiche mir im Laufe der Zeit erarbeitet. Angefangen hat alles mit einem ganz simplen Personal Training, wie man es vielleicht sogar noch ein bisschen aus dem Fitnessstudio kennt. Aber ich wollte da auch schon gleich einen ganzheitlichen Ansatz reinbringen. Ich habe Leute angefangen zu begleiten mit Ernährungsberatung, körperlicher Fitness, ein bisschen Fitnesstraining. Und es hat sich dann mit der Zeit einfach, ja, wenn man sich in das Thema sehr einarbeitet, hat es angefangen, sehr zu wuchern. Und somit wird es dann mit der Zeit Senfit. Also das ist quasi eine ganzheitliche Gesundheitsbegleitung für Menschen, egal mit welchem Thema sie zu mir kommen. Das kann einfach nur sein simples Thema wie ein bisschen Bauchfett verlieren oder auch wirklich, hey, ich habe einen Unfall gehabt, ich habe extreme chronische Knieschmerzen, Diabetes und muss trotzdem irgendwie schauen, dass ich wieder gesund werde oder mein Körper so wieder in Einklang mit mir selber komme, dass ich einfach meinen Alltag meistern kann. Und so begleite ich einfach die Menschen ganz individuell, was sie brauchen, um einfach in ihre volle Kraft zu kommen. Das ist so einmal meine Personal Training, Gesundheitsbegleitungsschiene. Und mit der Zeit, durch meine ganzen Weiterbildungen, durch meine Heilpraktiker-Ausbildung, die ich auch angefangen habe, dann zu machen, ist auch noch How-to-Heilpraktiker entstanden. Da habe ich einfach Lernskripte erstellt, initial für die Heilpraktika-Ausbildung. Aber eigentlich kann jeder damit was anfangen, der einfach das Thema Medizin verstehen möchte, kann damit arbeiten, um einfach diese ganzen Zusammenhänge zu verinnerlichen. Ja, weil natürlich, je besser wir die Theorie verstehen, desto gezielter können wir auch praktische Tipps für die Umsetzung geben.
SPEAKER_00Okay, das heißt, du hast zwei Säulen, in dem du Menschen begleitest, alles über diesem, oder unter dieser Überschrift Gesundheit, Gesunderhaltung und das Ganze ganzheitlich. Und das eine ist so eine Zielgruppe, die für sich das machen wollen. Und die anderen, wenn man jetzt die ausklammert, die es aus Interesse machen, sind dann die, die andere wiederum auch begleiten wollen.
SPEAKER_01Genau. Also einmal kann man so sagen, das Senfit, also die Gesundheitsbegleitung, ist eigentlich so das Praktische. Wenn jemand wirklich eins zu eins an die Hand genommen werden will und wirklich individuell seine Gesundheit optimieren will. Und bei dem anderen ist es ein bisschen mehr Theorie natürlich. Das sind einfach alles Menschen, also mein Herzensanliegen war das, jeder, der sich vielleicht ein bisschen immer für Medizin interessiert hat, aber dem ein Medizinstudium einfach nicht zugänglich war, für den wollte ich einfach die Möglichkeit auch geben, dass sie diesen ganzen Bereich auch verstehen. Das soll kein Privileg sein der wenigen, sondern ich finde, das sind Grundlagenwissen und wenn es einen interessiert, sollte man die Möglichkeit haben, das zu verstehen, damit man einfach dieses Wissen, sei es für sich selber, sei es als eigener Therapeut später mal umsetzen kann. Und Medizin, weißt du ja selber auch, ist ein komplexes Thema. Und es sich zu merken, sich das überhaupt mal anzueignen, ist natürlich eine Herausforderung. Und da wollte ich einfach eine Brücke schlagen, dass das für jedermann einfach möglich ist.
SPEAKER_00Geil, cool. Bevor wir in diese beiden Bereiche so reingehen, würde mich noch interessieren, woher kommt deine Leidenschaft? Also du brennst ganz offensichtlich, es ist richtig ansteckend, wenn man dich so anschaut und deine Inhalte anschaut, wie du das vermittelst, wie du dich auch auf der Webseite beschreibst und so weiter, und auch so eine Anekdote mit dem Heilpraktiker-Ding und so weiter, gehen wir nachher drauf ein, fand ich richtig geil. Ja, wie kam es dazu, dass du so dafür prannst und das immer noch?
SPEAKER_01Genau, also ich glaube, wir Menschen, wenn wir was für uns selber mal gemeistert haben, haben wir irgendwie innerlich so diese Berufung, dass wir es mit der Welt teilen wollen. Das kennt vielleicht jeder, wenn er irgendwas überwunden hat, was schwer ist, wenn er mal die beste Freundin fragt, wie hast du es geschafft, hat man so das Intrinsische, diese Motivation zu sagen, ja, das ist meine persönliche Geschichte und jetzt möchte ich den Leuten helfen. Und bei mir war es so, ich war tatsächlich, es hat angefangen, als ich zwölf, drei war. Ich war immer so in der Klasse die Kränkste. Also ich hatte so viele Krankheitsfehltage in der Schule, dass ich glaube, das war die achte Klasse, da musste ich fast wiederholen. Aber nicht, weil ich jetzt schulisch so schlecht war, sondern einfach, ich war so oft krank. Ich habe das halbe Jahr eigentlich im Bett verbracht. Und das war nichts Dramatisches. Ich hatte jetzt keine chronische Erkrankung, aber ich war dauernd schlapp, dauernd Fieber. Aber das war so, es hat sich dann schon irgendwie chronifiziert, dass ich mich dann irgendwie aus dem eigenen, aus der eigenen Not heraus immer mehr damit befasst habe, das kann es doch nicht sein, ich bin doch jetzt wirklich nicht alt. So dramatisch ist ja mein Leben nicht. Warum bin ich immer krank? Die Ärzte wussten nicht wirklich weiter, auch viele Heilpraktiker, man fängt ja dann einfach an, alles zu probieren. Man geht zu jedem möglichen Heiler, weil man dann hört, oh, der hat die Superpower und gibt sich dem hin in der Hoffnung, jemand anders heilt mich. Und irgendwann habe ich verstanden, jemand anders kann mich nicht heilen. Ich muss in die Eigenverantwortung, ich muss selber verstehen, was stimmt mit mir nicht und wie kann ich mir helfen. Und dann habe ich mir enorm viel Wissen angeeignet und dann dieses Wissen versucht, natürlich auch mit vielen Fehlern und Umwegen umzusetzen und zu gucken, was für mich funktioniert. Und weil ich aber lange Zeit mal erfahren habe, wie das ist, auszusetzen im Leben, nur wenn man nicht fit genug ist, wollte ich dann unbedingt anderen Menschen, weil es gibt viele Menschen, die aufgrund von gesundheitlichen Themen einfach bei den anderen Lebensbereichen nicht mitmachen können. Und ich wollte einfach, dass jeder die Möglichkeit wieder hat, Herr seines Körpers zu sein, dass man einfach versteht, was da los ist und nicht die Verantwortung auch immer abgibt. Nicht, dass der Arzt oder so der Allmächtige ist, der dann einen heilt. Das ist zwar schön, wenn man jemanden hat, der einen begleitet, aber letztlich liegt es ja an einem selber zu verstehen, was stimmt mit mir nicht und was kann ich eigentlich ändern für mich langfristig. Da gibt es von Arthur Schopenhauer einen wunderschönen Spruch. Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Ich finde, das ist so stark, wenn man sich das einfach mal überlegt, weil oft heutzutage, auch in der Fitness- und Gesundheitswelt, alle Leute verzetteln sich letztlich in diesem, wie ernähre ich mich, wie sieht mein Körper aus? Also ich denke mir oft, vor allem in der Bodybuilding-Szene, ist es ja auch ganz extrem, was ist eigentlich euer Endziel? Ist euer Endziel, sich eigentlich rund um die Uhr nur mit diesem Thema zu beschäftigen? Oder war nicht eigentlich auch euer Ziel initial, einfach mal gesund und stärker zu werden? Und man muss sich immer fragen, warum macht man das? Und eigentlich ist es, glaube ich, ja initial der Wunsch, gesund zu sein und fit zu sein, um auch eigentlich sich um andere Lebensbereiche ebenso zu kümmern. Weil Gesundheit ist eben nicht alles, aber natürlich ist es eine wichtige Voraussetzung.
SPEAKER_00Und was ist Gesundheit für dich? Also was bedeutet für dich, gesund zu leben?
SPEAKER_01Gesund zu leben bedeutet für mich, im Einklang mit seinem eigenen Körper zu leben. Und das kann für jeden auch ein bisschen anders ausschauen. Da gibt es nicht eine perfekte Routine, die auf uns alle passt. Aber anfangen tut es damit zu wissen, was tut meinem eigenen Körper gut? Welche Momente im Alltag oder auch Routinen oder Bewegungen und Ernährungsformen oder Lebensmittel tun mir richtig gut. Und indem du dein Warum kennst, kannst du es auch nachhaltig umsetzen, weil dann hast du natürlich eine Motivation, du weißt genau, weshalb du es tust. Und somit tust du jeden Tag etwas für dich, was deinen Körper stärkt. Und das ist dann, glaube ich, das, was Gesundheit ausmacht. Wenn du täglich so ein bisschen einen Tropfen in deinen Bottich der Gesundheit gibst und alles immer dafür, damit er sich immer mehr füllt. Und so kommen wir dann hinten raus zu einem gesunden Körper. Das sieht vielleicht für jeden anders aus. Da gibt es viele Experimente und Selbsterkundungen auf dem Weg. Aber Gesundheit, das ist so blöd, wie es klingt, individuell ist es schon. Es gibt allgemeine Prinzipien, die natürlich gelten. Aber das bedeutet einfach ein Leben zu führen, wo man sich auf seinen eigenen Körper verlassen kann, wo man weiß, ich halte es aus, ich bin fit, ich schaffe das, ich komme da durch. Wo man sich keine Angst machen muss, breche ich auf dem Weg irgendwie zusammen. Dass man sich einfach auf sich selber auch verlassen kann.
SPEAKER_00Ja. Und da geht es ja letzten Endes um so Routinen, oder? Also dass man Dinge ja so in seinem normalen Alltag integriert hat. Weil oft gibt es ja so diese Herangehensweise mit irgendwie Detox oder Diät und so, wo man dann so geballt ganz viel macht und danach dann aber wieder in eine andere Routine geht. Und das stelle ich mir manchmal so ein bisschen so vor, wie wenn man sagt, ich habe gehört, Zähne putzen ist voll gut und meine Zähne tun weh und die sind ungesund. Also werde ich jetzt mal einen Monat lang jeden Tag 70 Mal die Zähne putzen und danach habe ich wieder mit auf. Das bringt ja letzten Endes nichts. Das heißt, man muss irgendwie eine gesunde Routine schaffen, die man auch perspektivischer durchzieht. Und was ist für dich hilfreich dabei? Weil da kommen wir dann so in Thema wie, wie bleibe ich eigentlich dran bei sowas? Wie halte ich so einer Routine aufrecht?
SPEAKER_01Also ich habe da mal auch ein ganz cooles Buch gelesen, das kann ich auch jedem nur ans Herz legen. Ich glaube, das ist von James Clear, das heißt Atomic Habits. Ich glaube, das kennst du wahrscheinlich auch, oder? Ganz, ganz toll. Und zwar dieses ganze Thema Gesundheit. Wenn man sich jetzt mal sehr erfolgreiche Menschen aus dieser Szene anschaut, die machen jetzt nicht die eine große Sache, die alles transformiert in ihrem Leben, sondern wenn man sich jeden Alltag von denen anschaut, sind es ganz, ganz viele kleine Dinge, die sie jeden Tag machen und das über Jahre, über Wochen, über Monate, über Jahre. Und eigentlich unser ganzes Leben besteht ja aus einer Aneinanderreihung von kleinen Alltagsmomenten. Es gibt vielleicht mal ein paar Mal die großen Events, auch mal einen großen Wettkampf, aber eigentlich, ob wir letztlich unser Ziel erreichen, hängt nur davon ab, wie viel und wie stark wir gucken, dass diese kleinen Alltagsmomente harmonisch aufeinander abgestimmt sind und uns dabei helfen, unser Endziel zu erreichen. Und was James Clear in seinem Buch mal gesagt hat, wie man zum Beispiel eine gesunde Gewohnheit in sein Leben integriert, das fand ich so, so stark und da müsst ihr bitte alle zuhören, weil das sage ich auch jedem, mit dem ich mich da zu dem Thema austausche. Zum Beispiel, wenn du sagst, du möchtest jetzt, keine Ahnung, dreimal die Woche deinen Sport machen, ist mir das Allerwichtigste im ersten Schritt nicht deine Trainingsroutine, nicht deine Übungen, welche du da machst, sondern überleg dir bitte, wann genau möchtest du das machen. Also was ist die Uhrzeit, das Zeitfenster, was für dich funktioniert? Denn der Hintergrund ist, er sagt ja immer Habit-Stacking, oft, wenn du ja aufstehst, hast du ja einen Fluss von Gewohnheiten, die du fast automatisch durchziehst, ohne wirklich drüber nachzudenken. Das heißt, du tust Zähne putzen, dann sofort die Haare kennen, vielleicht die Zahnseide gleich benutzen, da gehst du runter, machst sie schon den Tee an, während dein Omelette schon in der Pfanne putzelt oder so. Das sind auch Sachen, über die denkst du gar nicht nach. Und wenn du da musst dir einfach überlegen, wann in deinem Alltag wäre das so die geringste Überwindung oder passt es wirklich immer gut rein, dass du Sport machst. Wenn du zum Beispiel eine Mutter bist, die nur vormittags eigentlich wirklich Ruhe hat, weil nachmittags kommen schon die Kinder, dann schaust du einfach bitte, dass es eine fixe Uhrzeit ist. Genau wie Zähneputzen. Das machst du immer in der Früh oder am Abend. Das machst du auch nicht zwischendrin um zwei, wenn man putzt um zwei seine Zähne. Sondern das machst du dann bitte auch immer gleich in der Früh, vielleicht eine halbe Stunde nach dem Frühstück, damit das alles ein bisschen verdaut wurde. Und dann auf dem Weg zum Einkaufen fährst du noch beim Fitnessstudio vorbei. Und diese Gewohnheit musst du reinkriegen, damit es dann sich sogar schon falsch anfühlt, wenn du in den Supermarkt fährst und nicht beim Fitnessstudio vorbeifährst. Ich habe mir da oft selber schon erwischt, ich war an einem Tag einfach nicht besonders gut drauf, hatte nicht so Lust, Sport zu machen. Aber irgendwie wird sich der Tag gar nicht mehr richtig anfühlen, wenn ich nicht diese Abfolge hätte von Zähneputzen, Frühstücken, kurz irgendwas machen dazwischen, ein paar Mails beantworten und dann Sport. Also das müsste wie so eine Art unbewusstes Verlangen entsteht dann dadurch, dass du einfach die Dinge hintereinander anreist und dann auch deine Sportroutine integrierst. Und das kannst du machen bei jeder Sache, die du umsetzen möchtest. Zum Beispiel auch irgendwas Gesundes essen. Überleg dir da einfach auch ganz konkret, was sind da deine Uhrzeiten, zu denen du einfach auch essen möchtest. Also auch nicht wahllos irgendwann was essen, sondern du entscheidest fix, vielleicht zweimal am Tag essen oder dreimal am Tag, aber immer zu der Uhrzeit, dass wir einfach unseren Körper, Körper ist ein Gewohnheitstier. Es werden auch Hormone zu einer bestimmten Uhrzeit ausgeschüttet. Und je mehr wir ihn konditionieren, wirklich nach einer Uhr zu funktionieren, weil wir haben eine innere Uhr, daher ist die ganze Pharmakologie ja auch darauf aufgebaut, man soll Tabletten zu einer bestimmten Uhrzeit nehmen, weil vielleicht die Schilddrüse da gerade ihre Hochzeit hat. Funktioniert es auch mit dem Sport. Wir trimmen unseren Körper am Anfang darauf, zu gewissen Uhrzeiten dann schon diese Gewohnheit zu verlangen. Und so etablierst du im ersten Schritt die Gewohnheit, überhaupt mal Sport zu machen. Oder, keine Ahnung, meditieren, irgendwas anderes, was du dir vorgenommen hast. Und dann kannst du im nächsten Schritt dir überlegen, soll das Workout jetzt hat, Bauchbeinepo sein, fünf Wiederholungen haben, drei Wiederholungen. Das sind schon alles so, Leute verzetteln sich in Details. Aber erstmal muss das große Prinzip stehen, das große Ganze. Ich hoffe, das beantwortet deine Frage.
SPEAKER_00Ja, volle Kanne, voll. Also finde ich sehr, sehr hilfreiche Tipps und dieses mit das klare Reihenfolgen sind, finde ich persönlich auch sehr hilfreich. Also bei mir ist ziemlich genau das Beispiel, was du genannt hast. Bei mir ist so, wenn ich die Kinder zu Kita bringe, kann ich halt beim Fahrrad weiterfahren, so fünf, ne, nicht mal fünf Minuten, zwei Minuten. Dann bin ich beim Fitnessstudio.
SPEAKER_01Super, genau.
SPEAKER_00Also praktisch Kinder zu Kita und direkt daneben das Fitnessstudio, ich gehe dann dahin und dann nach Hause. An den guten Tagen. Ja, genau. Und von daher, das ist sehr, sehr hilfreich. Und das wird nämlich, wie du sagst, glaube ich, ganz oft stellt man sich da selbst ein Bein, in dem man zu viel möchte oder auf eben die falschen kleinen Details achtet und eigentlich erstmal so den Rahmen überhaupt dafür schaffen muss, dass das überhaupt stattfindet. Und zwar, dass das regelmäßig stattfindet. Weil nur dann kann es ja zu einem Effekt kommen, wenn ich es regelmäßig mache, wenn es in der Routine wirklich drin ist.
SPEAKER_01Du merkst auch bei mir, zulästig, wenn ich die Unterbreche, aber nur als Beispiel, ich bin jetzt jemand, der macht das auch schon jahrelang, bin da routiniert. Aber wenn ich, also ich bin so ein Vormittagsmensch, wenn ich in der Früh meinen Workout nicht gemacht habe, dann denke ich mir manchmal, ach, das schaffe ich schon noch am Nachmittag, weil heute ist ja Trainingstag, ich schieb's jetzt doch ausnahmsweise am Nachmittag. Und ich sag's dir in 90 Prozent der Fällen, ich mache es nicht am Nachmittag. Es passt ja nicht so rein, ich fühle mich nicht mehr so und ich skipp's. Sogar ich skipps. Also das ist einfach wirklich so eine Abfolge von Alltagsmomenten, die machen uns dann eigentlich zu dem Menschen, der wir sein wollen, oder eben nicht.
SPEAKER_00Ja, voll. Mir ist nochfalls eingefallen, und zwar du hattest gesagt, dass man da sehr genaue Zeiten, auch mit dem Essen und so weiter, sich geben sollte. Da ist ja oft so die Idee, dass man dann zu starr durch den Tag geht und praktisch gar nicht mehr nach seinem Körper schaut und nach dem Inneren und man muss da mehr so beobachten, wie es im Moment ist. Widerspricht sich, glaube ich, aber auch gar nicht. Was aber eben oft übersehen wird, ist tatsächlich dieses Konditionieren innerer Prozesse, die wir 24.7 haben. Also auch, wann wir ins Bett gehen, wann wir aufstehen. Der Körper unterstützt ja mit Prozessen, die dann schon Stunden vorher darauf vorbereiten, weil er weiß, das findet dann da statt. Das bedeutet, eigentlich arbeitet man da gar nicht gegen sich und presst es dann irgendein Zeitkorsett rein, sondern es hilft dem Körper tatsächlich, dann gesünder zu sein, sich gesünder drauf einstellen zu können. Daher finde ich es ganz sinnvoll, dass man da wirklich versucht, eine gewisse Regelmäßigkeit zu machen. Von den Uhrzeiten her, von den Reihenfolgen her, weil wir dann ja auch gar nicht mehr so viel drüber nachdenken müssen. Und dann wird es auch leichter, das zu machen.
SPEAKER_01Das ist so der Hauptding. Wir diskutieren noch im eigenen Kopf, was sollen wir das heute machen oder wie soll das dann ausschauen. Wenn du dir bei jeder Sache, die du machst, erstmal 100 Fragen stellen musst, wie das ausschaut, da bist du schon mental, hast du so ein Overload, dann lässt du es einfach. Du brauchst einfach im ersten Schritt Prinzipien, die deinen Alltag tatsächlich strukturieren. Und da möchte ich noch eine Sache kurz drauf sagen: Diese Debatte hör immer auf deinen Körper und jetzt sind wir ja eh in so einem sehr wogen Zeitalter, wo alles sehr nach Gefühl geleitet ist und wo, sag ich mal, starrere Strukturen, das will eigentlich niemand mehr. Aber ich möchte sagen, bei dem Thema Gesundheit und Fitness, finde ich vor allem für den Anfang, nur um mal warm zu werden und den eigenen Körper kennenzulernen, da musst du, finde ich, ist einfach am absolut sinnvollsten, erstmal einen gewissen Plan, eine Struktur verfolgen. Weil durch diesen Rhythmus lernst du auch dich selber kennen. Du lernst die Signale deines Körpers zu lesen. Und dann weißt du, okay, so läuft eigentlich mein Leben oder zu 80% würde das funktionieren. Wenn innerhalb dieser Struktur mal, ja, du hast am Mittagessen dann doch keinen Hunger oder so. Du musst dich dann nicht zwingen. Aber es ist allein schon so befreiend to wissen, ich bin eigentlich jemand, der in der Früh trainiert. Mir tut in der Früh das Frühstück gut, das andere liegt mir eher schwer im Magen. Bedeutet nicht, dass du zum Beispiel das eine Frühstück, was dir schwer im Magen liegt, dann nie wieder isst. Aber wenn du mal mit Leuten aus bist, vielleicht beim Brunchen, gibt es das genau, dann gönnst du es dir mal. Aber wenn du dich danach schlecht fühlst oder ein bisschen Bauch weh hast, dann weißt du für dich selber, okay, das ist halt, weil ich heute mal ein bisschen was anderes gemacht habe. Aber da herrscht dann keine Verwirrung mehr und auch eigentlich kein Chaos. Weil du weißt, du hast heute mal bewusst dich für was anderes entschieden. Und das passt auch. Wenn du dich mal gar nicht danach fühlst, darf man auch ruhig mal eine Struktur ein bisschen durchbrechen. But it is einfach so erdend and beruhigend, wenn man mal wieder weiß, wohin man zurückkommen kann. Dass man eine Structure hat, die für einen funktioniert, zu der man immer zurückkommen kann, egal ob man mal abgedriftet ist, im Urlaub war. Aber ich glaube, jeder kennt das eben mit dem Urlaub. Of einmal sagen die Leute, this is this, was ich am meisten hören by meinen Kunden auch, du Franzi, also so toll das Programm immer ist im Alltag. Wenn ich im Urlaub bin, da komme ich zu nichts. Ich kann da keinen Sport machen. Und dann sage ich auch immer, ja, warum ist das so? Weil da dieser genaue dieser Alltagsrhythmus komplett kaputt ist. Und mir geht es genauso. Im Urlaub tut es mir wirklich am allerschwersten, irgendwie Sport zu machen, weil ich weiß nicht genau wann und dann fühle ich mich nicht danach. Dann ist alles durcheinander. Und das passt ja auch. Urlaub ist was Wunderbares. Man muss sich da nicht in ein Korsett zwängen und das immer durchhalten. Aber wenn man nach Hause kommt, weiß man, was einem gut tut, was die Struktur ist und da kommt man wieder voll schnell zurück rein ins Game, sage ich jetzt mal.
SPEAKER_00Ja. Ich weiß nicht, ob auch James Clear das gesagt hat, aber dieses, wenn man eine Routine aufbaut, soll man sich daran orientieren, was man an den am schlechtesten Tag, also wenn alles nicht läuft und man sich nicht danach fühlt, was man dann hinbekommt. Und eher das als Orientierung und als Startpunkt, als Minimum, das ich mache, damit ich wenigstens was mache.
SPEAKER_01Genau, ja. Das sage ich auch immer vor allem, wenn wir loslegen, was ist so das absolute Minimum, zum Beispiel jetzt bei Sport, was du glaubst, du in der Woche schaffst. Sowohl von der Häufigkeit der Tage als auch von der Länge der Workouts. Ab wann hast du dann vielleicht nach einer halben Stunde? Ich kann nicht mehr. Dann fangen wir erst mit dem absoluten Minimum an. Was ich auch meinen Kunden oft empfehle, ist, wir machen im Fitnessstudio, wenn sie ins Training gehen zum Beispiel, so ein Minimum, wirklich 30 Minuten maximal Training. Und dann gibt es noch so ein paar optionale Übungen. Wenn sie sich super fit fühlen, irgendwie einen Tag haben, wo die Energie schon gar kein Ende mehr nimmt, dann nehmen sie ein paar Übungen rein. Und wenn nicht, dann lassen sie die weg. Dann ist es auch sowas im Kopf wie, ich habe trotzdem was geschafft, ich habe mein Basisprogramm geschafft und das andere war optionaler. Wenn ich das nicht geschafft habe, ist eh kein Stress. So, wenn man sich so ein paar Schmanker gönnt, so in der Woche. Das kann ich machen, muss ich aber nicht, wie du gesagt hast.
SPEAKER_00Ja, wenigstens hingehen. Es gibt so diesen Spruch, das schwerste Gewicht im Fitnessstudio ist die Eingangstür.
SPEAKER_02Ja, das stimmt.
SPEAKER_00Überhaupt hinzugehen.
SPEAKER_02Genau.
SPEAKER_00Okay, zurück zu dir und zu deiner Gesundheitsroutine und so weiter. Du sprichst ja davon, dass du es ganzheitlich angehst. Das heißt, für dich ist es nicht nur Sport, sondern da gibt es noch andere Bereiche, die eine Rolle spielen. Welche sind so deine, ich gebe jetzt keine Zahl vor, wie drei oder fünf oder so, aber was sind so deine wichtigsten Säulen deiner Gesundheit, Dinge, die du beachtest, die dir wichtig sind für dich selbst?
SPEAKER_01Also die wichtigsten Säulen, Tatsächlich die allerwichtigste ist, dass man rausgeht an die frische Luft. Also dass man wirklich schaut, dass man Sonnenlicht auch abkriegt am Tag und auch wenn die Sonne nicht scheint, einfach wirklich frische Luft. Auf wenn man in der Großstadt wohnt, einfach mal rausgehen. Das ist auch wirklich, wirklich wichtig, dass man nicht nur drinnen sitzt. Generell im Englischen heißt es Low-Level Activity, dass man nicht nur versucht im Fitnessstudio oder in den Training-Sessions voll Gas zu geben und dann kommt man ins Office oder im Homeoffice und dann sitzt man den ganzen Tag nur, sondern der Hauptpunkt ist eigentlich, dass der Alltag möglichst aktiv gestaltet ist. Das kann auch eine Klimmzugstange sein, die zwischen der Tür hängt, dass man sich ab und zu mal aushängt, wenn man es schafft, natürlich einen Klimmzug macht, wäre ideal, dass man versucht, so viele Schritte wie möglich reinzukriegen tagsüber. Wenn man mal einen Call hat oder eine Mail beantworten muss, gerne auf ein Laufband gehen und da dann vielleicht irgendwie gerade diese Mail beantworten, dass man schaut, dass der Alltag auch wirklich gut strukturiert ist mit Bewegung. Nicht nur das im Fitnessstudio und danach sitze ich den ganzen Tag, weil dann ist der Effekt tatsächlich auch extrem gemindert. Also da gibt es genug Studien, auch wenn man im Studio trainiert oder eine krasse Trainingseinheit absolviert, wenn der Tag danach sitzend verbracht wird, dann ist es leider fast so, dass das Gym nichts gebracht hat. Also es klingt jetzt böse oder traurig, aber es ist so. Hauptsache auch bewegen. Und das dritte.
SPEAKER_00Vielleicht kann ich ganz kurz noch, ganz kurz, bei dir ist das, glaube ich, sehr, sehr klar, die zuhören vielleicht nicht ganz. Weil wenn man jetzt zum Beispiel so ins Fitnessstudio geht, dann baut man ja auch Muskeln auf und so. Dann hat man schon das Gefühl, das bringt was. Aber ich glaube, die Themen, die man, also wo man da in ein Risiko reingeht, was vielen nicht bewusst ist, weil man es halt auch nicht gleich sieht und spürt, sind, glaube ich, so Herz-Kreislaufsachen, Diabetes-Risiko und so weiter. Und man sagt ja, so sitzen ist, wir rauchen fast schon, also zu langes Sitzen. Vielleicht kannst du es ganz kurz einordnen, damit man das versteht, wie wichtig das ist, dass man eben nicht den ganzen Tag sitzt, trotz Sportroutine am Abend oder morgen.
SPEAKER_01Da kann ich gleich zwei, vielleicht möglichst plastische Beispiele bringen. Unsere größten Muskelgruppen, das sind der Puppo und die Oberschenkel. So, wenn du jetzt sitzt, schaltest du die komplett aus. Das heißt, deine Stoffwechselrate in Ruhe sinkt schon mal komplett ab. Das Einzige, was hier aktiv ist, ist noch die Arme. Aber da sind kaum Muskeln dran. Nicht nur bei mir. Generell ist es von der Verteilung her wenig Muskelmasse im Oberkörper im Vergleich zum Unterkörper. Und da sind wir gleich beim Punkt. Im Fitnessstudio kannst du das auch besonders gut beobachten. Wo Leute ins Training gehen, sitzen sie eigentlich oft viel. Also auch die Jungs gerne Bankdrücken oder sowas, sie sitzen schön bequem, entspannt und dann wird hier gedrückt. Und du beobachtest sie von Woche zu Woche. Vielleicht wird der Oberkörper natürlich irgendwann größer, wenn sie auch ganz viel trainieren. Aber so wirklich dieser extrem athletische Körper, dieser extrem Fitte, das beobachtest du tatsächlich bei wenigen Leuten. Also kennst du bestimmt auch, du kennst die Menschen aus dem Fitnessstudio, wenn du lange trainierst. So krass ändert sich die Körperkomposition eigentlich nicht von den Menschen, auch wenn sie regelmäßig gehen. Und da ist einfach die Frage, sage ich immer, was ändert die Körperkomposition? Die Fettverbrennung. Und wie können wir die Fettverbrennung aktivieren, indem wir natürlich die großen Stoffwechselgruppen ständig in Bewegung bringen, damit die ständig getriggert sind. Und das schaffen wir natürlich nicht, die Fettverbrennung und die hohe Stoffwechselrate, wenn wir ständig sitzen. So einfach ist es. Und wenn wir aber ständig in Bewegung bleiben, dann arbeiten die auch. Und somit auch, wenn wir trainiert haben, tun wir durch klassische Low-Key-Activity tagsüber diese großen Muskelgruppen aktiv halten. Sozusagen, die wurden vielleicht in der Früh beim Sport angereizt, ein bisschen was zu machen. Und dann arbeiten die weiter über den ganzen Tag. Das heißt, wir können diese Stoffwechselrate erhöhen, nicht nur im Gym, sondern auch dann tagsüber, dass dann ständig was abgebaut wird, umgewandelt wird und die Muskelgruppen nicht ausgeschaltet werden, sondern die Muskelfasern auch tagsüber immer wieder gefordert werden. Das ist so das Wichtigste.
SPEAKER_00Okay, zurück zu dir und deiner Routine. Also Low-Level Activity bedeutet für dich eben genau das zu machen, dass man eben während des Tages versucht, nicht den ganzen Tag zu sitzen, sondern Aktivitäten reinzubekommen, so ein Grundniveau an Bewegung zu haben.
SPEAKER_01Genau, ja, absolut. Grundbewegung, also sei es jetzt halt ein bisschen gehen, das kann auch mal gerne squatten sein, wenn man mal so sitzen möchte, aber halt anders. Einfach, dass man seine Körperposition immer wieder verändert, dass die Muskel mal in alle Richtungen tagsüber gestretcht werden oder mobilisiert werden. Wie gesagt, gerne mal ein Essential, was ich jedem sage, wenn es geht, hängt euch irgendwo solche Turnringe auf oder so eine Klimmzugstange, dass man die einfach mal aushängt, damit die Wirbelsäule mal in die Dekompression kommt. Damit wir nicht nur alles immer stauen durch das Sitzen, sondern alles mal stretchen. Natürlich immer in die frische Luft gehen, weil durch Sonnenlicht werden nämlich die Mitochondrien in unseren Zellen angeregt zu arbeiten. Und jetzt für Leute, die sich nicht so auskennen, Mitochondrien sind so ein bisschen die kleinen Energiekraftwerke in unseren Zellen. Das gibt uns einfach Energie. Also in der frischen Luft zu sein, gibt uns Energie. Und es hilft einfach, dass der ganze zirchkardiane Rhythmus, dass alle Hormone auch ein bisschen wissen, wie sie funktionieren sollen, weil Sonnenlicht tagsüber, darum fühlen wir uns im Sommer besonders gut, weil wir immer ganz viel mehr draußen sind als im Winter. Der Körper ist dafür gemacht, mit Sonnenlicht sich auszutauschen, zu interagieren. Also nicht vergessen, mal rauszugehen. Und das kann man halt im Berufsalltag mal ganz gut verbinden. Sei es mal in der Mittagspause sofort rausgehen, sein Mittagessen vielleicht draußen einzunehmen mit ein paar Kollegen. Oder wenn man Homeoffice hat, kann man noch mehr Möglichkeiten da natürlich integrieren. Und das Dritte natürlich mit der Ernährung. Also Ernährung ist wirklich wichtig, aber da verzettel ich mich auch nicht in Ernährungsplänen. Ich bin tatsächlich ein totaler Feind von strikten Ernährungsplänen, die mir vorschreiben, wann ich Montag, Dienstag, Mittwochs, wie viel, wie viele Kalorien und welche Zusammensetzungen ich essen soll, weil das stresst mich. Das überfordert mich total. Ich weiß, muss ich genau das einkaufen und wenn es das nicht gibt im Supermarkt, was tue ich dann stattdessen einkaufen. Da bin ich wieder bei dem ganz simplen, was sind die Prinzipien einer gesunden Ernährung, was funktioniert für mich im Alltag. Und genau diese Zutaten habe ich einfach immer parat. Und so langweilig es klingt, aber mein Abendessen und mein Frühstück, wo ich ja nicht immer daheim bin, schaut eigentlich fast immer gleich aus. Ja, ich habe schon mal auch Vielfalt drinnen, ich wechsle mal ab, was im Smoothie drin ist. Aber auch da nehme ich diese ganze Denkarbeit raus. Das ist routiniert. Also ich habe, was für mich funktioniert und ich wiederhole das immer und immer wieder.
SPEAKER_00Genau. Spannend. Bei ganzheitlicher Gesundheit gibt es ja auch noch so weitere Komponenten. Also zusätzlich zum Physischen, also zu Ernährung und Bewegung, sowas wie mentale Gesundheit, soziales Miteinander und so weiter. Sind das Dinge, die du dir auch anschaust oder bist du vor allem auf den Körper fokussiert?
SPEAKER_01Nee, auf jeden Fall, also auch die anderen Bereichen kann ich gleich was dazu sagen. Das waren jetzt nur diese drei Säulen, so das absolute Baseline, das, was ich auch im Alltag immer kontrollieren kann, sozusagen, was in meiner Macht liegt, dass ich es noch umsetze und was wirklich schon dich vorbereitet für Erfolg, sag ich mal. Also das ist wirklich so die absolute Basis. Aber was ich mir auch ganz, ganz dringend auch immer anschaue, vor allem bei den Frauen, das ist die Hormongesundheit. Können wir uns gleich dazu kurz uns austauschen, also der Zyklus auch der Frau beeinflusst bei uns sehr, sehr viel, wie wir uns im Monat überfühlen und wie viel Leistung wir erbringen können, auch im Training, auch im Alltag, auch wie wir denken. Das verändert sich im Laufe des Monats. Soziale Gesundheit, also wirklich, wie wir mit Menschen interagieren und ob wir mal rausgehen, ob es mit Freunden machen. Das ist ganz, ganz wichtig, dass man eben nicht versumpft in seiner eigenen Routine. Aber da muss ich jetzt leider wieder, wie am Anfang, dieses Bodybuilding-Beispiel kurz zitieren. Ich kenne tatsächlich und ich arbeite schon lange in dem Bereich, also ich bin nicht im Bodybuilding-Bereich, aber ich kenne natürlich, wenn man in Fitnessstudio auch unterwegs ist, diese Leute. Und es zerbricht mir das Herz. Ich habe mit vielen geredet. Ich kenne keinen einzigen, der nicht sagt, ich bin psychisch am Ende. Ich kann nicht mehr. Ich bin immer traurig, ich bin deprig, ich habe keine Zeit für Freunde, Familie. Diese Menschen sind traurig. Ich kenne keinen glücklichen, erfüllten Bodybuilder. Also wenn es jemanden gibt, bitte kontaktiert mich, weil eure Tipps wären wertvoll. Das ist, weil deren Alltag eben so strukturiert ist und so eingeschränkt, auch vom Sport her, dass einfach unterm Strich keine Zeit mehr bleibt. Da ist keine Zeit mehr für Soziales. Man kann nicht rausgehen und essen, was man mal will, mit Freunden, wann man will. Das würde alles nicht ins Regime passen, sozusagen. Und daher, um ein bisschen die Brücke zu schlagen zu dem, was ich am Anfang gesagt habe, Gesundheit, das sollte ein Mittel zum Zweck sein. Aber was ist eigentlich dein Endziel? Also warum willst du gesund sein? Willst du mit deinen Enkel eines Tages laufen gehen können? Willst du mehr Zeit haben zum Reisen? Möchtest du dich fitter fühlen am Wochenende und nicht so matt und erschlagen von der Arbeitswoche? Und wenn das dein Endziel ist, dann bitte nutz auch das Endziel. Wenn du dich dann fit fühlst, geh bitte mit deinen Freunden weg. Gönn dir was. Mach auch meinetwegen mal spätes Abendessen im Restaurant, weil es dir Freude bereitet oder so. Also immer gucken, für was machst du es eigentlich und vergiss auch nicht die Menschen in deinem Leben. Weil natürlich macht uns die soziale Interaktion eigentlich sehr, sehr glücklich. Das ist ja, das bestimmt ja sehr viel in unserem Leben, die Menschen, die wir haben.
SPEAKER_00Ja, wir sind gar nicht darauf ausgelegt, alleine zu sein. Das ist ja eigentlich, wir sind soziale Wesen und wir wollen gemeinsam mit anderen sein, nicht alleine.
SPEAKER_01Und zum Thema Meditation, das möchte ich auch noch kurz was sagen. Das finde ich auch einen ganz, ganz spannenden Bereich. Da muss ich sogar ehrlich sagen, ich habe es oft probiert. Ich selber scheitere immer wieder daran, da tatsächlich für mich irgendwas zu finden, was langfristig funktioniert. Aber was für mich zumindest funktioniert, ist, das nennt sich irgendwie so, oder was ich es so nennt, Walking-Meditation. Also wenn ich einfach rausgehe in die frische Luft, Wald baden, einfach im Wald spazieren gehen und da mein Handy weg und nur mal mit dem Gedanken für sich allein sein und ein bisschen frische Luft eben auch, ein bisschen spazieren gehen. Das erdet mich zum Beispiel sehr. Es ist für mich meditativ. Ich weiß, nicht das ganz klassische Meditieren, aber ich finde, dass jeder mal für sich überlegt, wann oder wie kann ich es hinkriegen, dass mein Kopf einmal am Tag wenigstens ein bisschen runterkommt. Und was jetzt Meditieren ist oder spazieren ist und egal was, wirklich mal ohne eine Reizüberflutung, ohne eine Dopaminüberflutung. Also etwas, was nicht an einem Bildschirm ist, das sage ich immer. Also es kann auch kochen sein, kann auch Mealpreppen sein, irgendwas, was dich erdet und nicht an einem Bildschirm ist. Das ist super wichtig.
SPEAKER_00Ja, einfach mal nur sein. Also nicht immer Input, Output, Schaffen, Schaffen und so weiter, sondern wirklich präsent sein. Irgendwie, das ist ja so die Idee auch bei der Meditation, Bewusstsein, was ja irgendwie auch beim Waldspazieren ohne Bildschirm zum Teil ja auch dabei ist. Die meisten Menschen haben ja außer Duschen und Schlafen keine Zeit ohne Input.
SPEAKER_01Absolut.
SPEAKER_00Und das reicht eigentlich gar nicht, um da irgendwie wieder Ordnung zu schaffen, so im Kopf. Woran scheitert es bei dir, denkst du, mit der Meditation?
SPEAKER_01Tatsächlich aus zwei Gründen. Einmal, ich habe wirklich nicht diesen Moment gefunden im Alltag, wo ich das irgendwie immer einreihen kann und ich weiß, okay, da wird es immer gut reinpassen. Ich habe es mal abends vorm zu Bett gehen probiert, dann schlafe ich aber meistens währenddessen immer ein. Ist auch nicht optimal. Und wenn ich es gleich in der Früh mache beim Aufstehen, dann werde ich meistens wieder so müde und ich brauche die Energie beim Aufstehen, um einfach aufzustehen. Also da wirklich ganz simpel, wann mache ich es? Also ich brauche irgendwie noch, ich habe noch nicht den perfekten Moment gefunden. Und auch so ein bisschen, ich bin da etwas wählerisch mit den Stimmen und der Musik im Hintergrund. Also irgendwie, ich habe noch nicht das gefunden, wo es mir irgendwie gefällt, wie da gesprochen wird oder wie die Musik klingt. Also da, ja, bin ich ein bisschen heikel, glaube ich. Aber ich bin immer, ich habe es noch nicht aufgegeben. Ich bin dran, ich möchte es etablieren, dass ich auch mal wirklich dieses Klassische habe mit dem Hinsetzen und einfach mal abschalten und meditieren. Das ist noch auf meiner Liste. Aber damit dir gleich was dazu sagen. Wir sagen immer To-do, aber wir sollten auch eine To-Be-Liste haben. Das ist genau, was du gesagt hast.
SPEAKER_00Das habe ich gehört.
SPEAKER_01Das ist keine Erfindung von mir. Aber ich fand das so stark. Wir haben immer eine Liste To-Do. Ich muss das machen und das und das. Aber wir nehmen uns keine Zeit, im Alltag mal zu sein. Also to be, was möchtest du eigentlich sein?
SPEAKER_00Voll wichtig. Weil To-Do ist ja auch immer wieder diese Idee: so, okay, ich muss das jetzt abhaken und hinter mich bringen. Das ist genau das Gleiche mit diesem irgendwie einen Detox machen oder eine Diät machen und so weiter. Dann habe ich es gemacht, dann habe ich es hinter mir und dann kann ich wieder so machen wie davor. Und eigentlich ist es ja besser, so standardmäßig auf eine gewisse Weise die Dinge einfach zu machen. Und dann gehört das zu einem dazu, zu seinem normalen Alltag, zu sich, als Person. Und gleichzeitig aber halt auch dieses so wirklich mal im Moment sein und so. Das könnte man beides auf diese Liste packen.
SPEAKER_02Genau.
SPEAKER_00Ja, spannend. Meditation ist nämlich so ein bisschen ein Steckenpferd bei mir. Genau, daher finde ich es immer ganz interessant, einfach zu sehen, was so die Herangehensweise oder die Baustelle ist bei Menschen, die es praktisch eigentlich machen wollen, aber es dann irgendwie nicht klappt.
SPEAKER_01Hast du denn einen guten Tipp? Also, was denn?
SPEAKER_00Im Prinzip, also dein Ziel sollte sein, dass das mit Meditation, also dass das nichts mit Musik zu tun hat, weil du meintest ja gerade so, ich muss noch die richtige Stimme und Musik finden.
SPEAKER_01Ja, genau, das hilft mir immer ein bisschen wert, besser aufzuschalten, als nur alleine zu sein.
SPEAKER_00Genau, ich glaube, das Ziel sollte sein, dass du es unabhängig von irgendeiner Anleitung hast. Dann brauchst du nämlich keine Stimme, dann brauchst du keine Musik, sondern du bist einfach mit dir und deinem Arzt und deinem Körper, was auch immer du für eine Art der Meditation wählst. Das ist, glaube ich, ganz, ganz hilfreich. Gleichzeitig ist ein wichtiger Tipp, klein anfangen, also so richtig klein anfangen. Also zum Beispiel sagen sie, ey, okay, ich ziehe es jetzt eine Woche durch, einen bewussten Atentzug zu nehmen. Irgendwann vielleicht morgens im Bett sich kurz aufsetzen und das zu machen, wenn das mein Minimum ist. Wenn ich sage, okay, ich kann mich committen für eine Minute am Tag oder vielleicht sogar fünf Minuten oder so, dann das machen. Aber nicht irgendwie denken, okay, ich muss jetzt irgendwie eine halbe Stunde oder Stunde sitzen, weil die Hürde ist zu groß, dann sitzt man drin, dann macht es keinen Bock und so. Da sollte man praktisch möglichst weit unten ansetzen. Und bei der Grundherangehensweise bei Meditation gibt es zwei Sachen, die ganz oft falsch verstanden werden. Und wenn man damit aufräumt, dann hat man gleich viel mehr Spaß bei der Meditation. Zwar das eine ist, man denkt ganz oft, das wäre eine Entspannungsübung, also dass man dann abschaltet während der Meditation und entspannt und dass man sich entspannt fühlen muss und daran erkennt, ob man es richtig macht und so weiter. Tatsächlich geht das gar nicht um Entspannung. Das hat mit Entspannung überhaupt nichts zu tun, Meditation. Wenn man es regelmäßig macht, führt das dazu, dass du dann vielleicht entspannter bist und anders mit Stress umgehst und so weiter. Aber die Übung selbst ist keine Entspannungsübung. Es ist eine Bewusstseinsübung. Das heißt, du kannst da sitzen, unentspannt sein, traurig sein, gelangweilt sein, genervt sein, aber du beobachtest das, du bist dir dessen bewusst, was du gerade wahrnimmst und du erlaubst dem da zu sein, dann ist es Meditation. Und dann ist zum Beispiel eine entspannte oder eine Meditation, während der du entspannt bist und eine, während der du genervt bist oder sonst irgendwas anderes fühlst. Da ist das eine nicht besser als das andere. Ah, da ist vielleicht sogar das, wo du nicht entspannt bist, vielleicht die Meditation, bei der du sogar wächst, eher. Also bei der wahrscheinlich sogar mehr passiert, als bei der, wo du Entspanntheit rumsitzt. Und der andere Mythos sind die Gedanken. Ganz oft ist so diese Idee, ich muss in der Meditation einen Zustand erreichen, in dem ich nicht denke. Und das ist falsch. Und das wird ganz oft falsch verstanden. Es geht nicht darum, dich zu denken, sondern es geht darum, also wenn ich diese klassische Fokusmeditation habe, also wo ich versuche, mich auf den Atem zum Beispiel zu fokussieren, da geht es dann nicht darum, einfach nur ohne Gedanken da zu sein, sondern wenn Gedanken kommen, erkenne ich es und komme zurück. Das wird auch falsch verstanden, als versuch keine Gedanken zu haben und versuch nur fokussiert zu sein. Und dann entwickeln Leute die Idee, dass sie nur meditieren, während sie beim Atem sind. Dann sind sie in Gedanken und meditieren erst dann wieder weiter, wenn sie wieder beim Atem sind. Aber tatsächlich ist beides Meditation, beides gehört dazu. Und bei beidem trainiert man eine andere Fähigkeit. Also bewusst bleiben und bewusst werden wieder, also praktisch die Ablenkung zu merken und sich zu refokussieren, sind zwei verschiedene Dinge. Es sind auch zwei verschiedene Dinge, die im Hirn dabei aktiv sind.
SPEAKER_01Spannend.
SPEAKER_00Und letzter Punkt dazu, wir stellen uns zum Beispiel vor, dass beim Meditationsmeister praktisch ein Laserfokus ist. Da ist er nur Fokus, er ist die ganze Zeit beim Atem und er hat keine Gedanken. Und bei uns ist es so, okay, wir sind beim Atem, dann sind wir ganz lange bei irgendwelchen Gedanken, bei irgendwelchen Themen. Irgendwann merken wir es und kommen wieder zurück. Was aber passiert, wenn ich das übe, diese Kurven, dass ich wegkomme und wieder zurückkomme, die werden immer kleiner, immer kleiner, immer kleiner. Und dann wird es immer, immer, immer kleiner und dann bin ich praktisch, von außen gesehen, sieht das so aus, als wäre ich praktisch die ganze Zeit beim Atem, aber in Wirklichkeit merke ich die Ablenkung einfach nur sofort. Also der Meditationsmeister ist praktisch nicht abgelenkt, sondern er merkt es sofort und kommt zurück. Bei ihm sind einfach diese Kurven nicht so groß wie bei uns. Okay. Und das zu wissen, kann einfach sehr hilfreich sein, dass wir da mit der Idee der Meditation und mit dem, was ich da tatsächlich wahrnehme, Freundschaft schließe. Und dann wird es plötzlich kein Kampf mehr, sondern dann ist es wirklich ein, okay, ich kann einfach bewusst sein und kann das wahrnehmen, was da ist und alles darf da sein. Das macht es auch leichter.
SPEAKER_01Cool, jetzt hast du mich echt inspiriert. Ich glaube, ich fange jetzt mal an mit dem einen bewussten Atemzug und schaue, wie lange ich im Fokus bleibe, bevor die erste Ablenkung kommt und dann schaue ich, dass wieder zurückkommen. Okay, dann pick ich das mal aus.
SPEAKER_00Cool, okay. So, jetzt haben wir ganz lange über deine Art gesprochen, aber wir haben dabei gleichzeitig schon auch das Übertragen auf konkrete Tipps, was andere machen können. Wenn du Menschen begleitest, also jetzt um bei der einen Säule noch zu bleiben, mit dem Personal Training und so weiter, sind das alles dann Leute, die wirklich zu dir kommen und wie bei so einem klassischen Personal Training stehst du neben ihnen und sie machen bestimmte Übungen und du gibst Tipps zur Ausführung oder wie kann man sich das vorstellen?
SPEAKER_01Nee, also eben eigentlich komplett gar nicht mehr so. Das war ganz am Anfang, als ich überhaupt angefangen habe zu arbeiten. Heute, also ist es auch meistens alles online, weil die Leute aus überall Deutschland mich irgendwie kontaktieren. Und wie das eigentlich abläuft, ist, die kontaktieren mich und bevor es losgeht und wir zum Beispiel jetzt mit dem Coaching starten, wenn natürlich die Zusammenarbeit passt für beide Seiten, kriegen die von mir tatsächlich einen sehr, sehr langen, individuell zusammengestellten Anamnesebogen. Da stehen jetzt halt nicht so klassische Fragen drauf wie beim Arzt, so welche Medikamente nimmst du, natürlich, das frage ich auch ab. Aber ich erfrage in diesem Anamnesebogen, ich habe ganz viele verschiedene Bereiche. Einmal Hormonsystem, was ich erfrage, schon so ein bisschen die Sportgeschichte, Routine, Ernährungsgeschichte, also diese ganzen Säulen, die wir jetzt besprochen haben, die auch für diese Ganzheitlichkeit wichtig sind, die frage ich auch schon ab. Um auch zu sehen, okay, was ist da so das Wechselspiel? Wo fehlt es eigentlich bei der Person am meisten? Und ich versuche schon mal so ein paar Zusammenhänge zu bilden. Vielleicht ist das Scheitern, sage ich jetzt mal, dass das Sport nie funktioniert, daran, dass aber der Hormonhaushalt komplett durcheinander ist. Und dann frage ich auch meistens, man könnte es daran liegen, und dann ist eh meistens die Frage, ja, also eigentlich ist das das Hauptproblem und dann habe ich keine Energie und komme dann nicht dazu. Und dann starten wir eigentlich ganz random, je nachdem, was ich so ein bisschen analysiert habe, von welcher Ecke dieses Urproblem kommt, fangen wir erstmal damit an. Und dann hangeln wir uns durch. Und meistens ist es eh wie eine Dominokette. Wenn man so diesen ersten Baustein verstanden hat, an dem es eigentlich liegt, an dem es hakt, der einen blockiert, dann sind die dahinter folgenden Steps sehr leicht umzusetzen. Aber nochmal einfach um auf den Sport, das ist einfach so analog, also so leicht zum Erklären, wenn jetzt jemand eben sagt, ich schaffe es einfach nicht, immer Sport zu machen, nur zu sagen, ja, wir brauchen jetzt eine Routine, die für dich funktioniert, dreimal die Woche, das machst du jetzt hat, motivier dich, you go, girl, kann es trotzdem sein, dass es eben höchstwahrscheinlich überhaupt nicht funktioniert, weil eben sie hat vielleicht ein komplettes Hormonproblem, nachdem sie die Pille abgesetzt hat und da ist komplett Cortisol-Spiegel nicht im Einklang mit ihrem Körper, sie ist komplett matt, fühlt sich kraftlos und hat nicht mal die Energie, sich irgendwie aktiv zu bewegen. Da muss man erstmal dieses Problem anpacken. Und sobald dann das Energieniveau schon mal stärker ist, sie da schon mal das Gefühl hat, sie hat was gemeistert, dann geht auch schon der Sport auf einmal besser. Und dann kann man das aneinander rein. Aber es ist meistens nicht immer das Problem, mit was die Leute zu dir kommen, was eigentlich das Problem ist, sondern es gibt immer was dahinterliegendes, was sie eigentlich davor blockiert. Und da musst du wirklich die Menschen kennenlernen, dir Zeit nehmen, ein bisschen die Geschichte verstehen, die verschiedenen Lebensbereiche verstehen, wie das zusammenhängt, um was zusammenzustellen, was wirklich individuell ist. Und daher habe ich auch keine. Wird oft gefragt, ach, du bist doch immer irgendwie so ausgebucht, dann mach doch so Gruppencoachings. Und dann sage ich, ja, das stimmt, das wäre auch für den Umsatz vielleicht besser. Aber es wäre einfach nicht so effektiv. Wir haben einfach zehn verschiedene Leute, eigentlich komplett verschiedene Themen. Die wollen vielleicht alle unterm Strich abnehmen und eine Sportroutine haben. Aber der Grund, warum es nicht klappt, ist bei allen zehn verschieden. Und da habe ich immer so einen Haar dann mit mir: Nee, ich kann kein Gruppencoaching jetzt zumindest zu dem jetzigen Zeitpunkt habe ich noch nicht die Lösung gefunden, wie ich dann individuell Leute betreuen kann, plus Gruppencoaching. Und daher schaue ich mir das einfach auf dieser individuellen Ebene an und dann hangeln wir uns durch. Und dann besprechen wir Coaching-Termine, sie haben dann Handouts, weil wir auch dann anfangen, diese Themen anfangen. Ich versuche Ihnen dann eben diese ganzen Tools mit an den Weg zu geben. Wie funktioniert denn dein Körper? Was passiert denn da, wenn du die Pille abgesetzt hast? Also wir gehen da wirklich ins Gespräch, ich gebe auch Theorie mit, damit sie das erstmal verstehen. Denn wenn du dein Warum verstehst, ist auch die Umsetzung hinten raus so viel leichter, wenn du weißt, warum du etwas tun musst, damit du dein Ziel erreichst. Also wir gehen dann in die Theorie und dann in die individuelle Praxis, wie sie das umsetzen können. Und so hangeln wir uns durch. So viel sie es brauchen. Da gibt es auch keine fixen Ein-Jahresabschlüsse oder sonst was. Also genau.
SPEAKER_00Spannend. Und wie lange sind die Leute so normalerweise bei dir? Also was ist so normal?
SPEAKER_01Ja, ist gut. Ich habe jetzt tatsächlich einige, die schon, die ich sehr lange betreue, sogar schon mehrere Jahre. Da sind wir schon in ganz viele neue Themen eingestiegen in der Zwischenzeit. Nicht, weil wir die anderen nicht erreicht haben und sie jahrelang brauchen, sondern einfach, weil diese Begleitung denen halt so gut tut und sie so viel mehr dann so viel in Zahlen. Ja, dann tun sich halt die Arbeit. Aber meistens so für die Zielerreichung selber, so für das Initialziel, sage ich mal so die drei Monate, das ist meistens so das Rundum. Dann haben wir einfach die ganzen Basics mit den Hauptanliegen, warum sie gekommen sind, alles abgedeckt. Und es ist auch immer so meine liebste Zeit, zu sagen, hey, drei Monate, weil dann können wir uns kennenlernen. Dann haben wir mal Zeit für die Umsetzung und Zeit zu gucken, ob das, was wir umsetzen, auch anschlägt. Und in den drei Monaten, das ist aus dem Schnitt heraus, immer so das Beste. Genau. Und ob sie weitermachen wollen, weil sie noch andere Themen haben, gerne, aber das ist vollkommen in jedem selber überlassen.
SPEAKER_00Ja, ja, klar. Ich meine, deine Kapazität ist natürlich auch begrenzt. Also du kannst wahrscheinlich jetzt auch nicht 100 Leute gleichzeitig irgendwie begleiten. Wobei es da natürlich auch Möglichkeiten gibt, das technisch irgendwie zu machen, dass die Dinge, die du wiederholt, machst, dass du die irgendwie auch aufnimmst oder so.
SPEAKER_01Ja, ich habe da auch noch nicht so die perfekte Business-Lösung gefunden, aber aktuell, ja, mir ist einfach diese 1 zu 1-Betreuung so wichtig, dass ich mir für diesen Bereich auch einfach gerne die Zeit nehme. Und es ist auch okay für mich, wenn es nicht das maximale, keine Ahnung, wo ich tausend Leute erreiche. Es ist okay, wer mich findet oder mit mir zusammenarbeiten will, wunderbar, dann ist es so. Und ja, schau mal einfach, wie sich alles entwickelt in der Zukunft.
SPEAKER_00Es ist ja auch was ganz anderes, es hat eine ganz andere Qualität, wenn man wirklich mit den Menschen in Kontakt ist, sogar. Du hast ja diese zwei Säulen vorhin beschrieben. Also das eine ist diese individuelle Begleitung der Leute, die mehr für ihre Gesundheit machen wollen, und das andere ist eben mit dem How-to-Heilpraktiker, was auch gerne der Name ist. Bevor wir auf den Inhalt gehen, bei so deinem Business, sag ich mal, ohne konkrete Zahlen, einfach nur prozentual gesehen, wie ist da so die Gewichtung einerseits von wie viel Zeitaufwand pro Woche ist bei dem einen und beim anderen und wie viel deines Einkommens ist praktisch prozentual gesehen beim einen oder beim anderen gewichtet, falls du das erzählen kannst.
SPEAKER_01Wenn ich Phasen habe, wo ich zum Beispiel jetzt die Inhalte von den Lernskripten wieder aktualisiere, weil vielleicht eine neue ICD rausgekommen ist, ja, oder in der Zeit, wo die Heilpraktikerprüfungen selber sind, da passiert richtig viel auch gemein der Ausbildung und dann kommen auch manchmal Schüler wieder auf mich zu, weil ich auch ihnen trotzdem anbiete, die können mich immer kontaktieren, wenn was wäre. Dann ist der Austausch wieder sehr intensiv. Und dann ist es deutlich so, dass mal solche Wochen 80 Prozent wirklich diese Theorieausbildung für die Heilpraktikerschüler ist und nur 20 Prozent des Coaching. Und dann haben natürlich auch die Heilpraktiker, sag ich mal, Sommerferien und später im August. Dann lernen die für sich und da passiert auch nicht so viel. Und dann habe ich auch wieder viel mehr Zeit für die 1 zu 1-Begleitung. Oder auch bei der 1-zu-1-Begleitung, ich habe auch viele Mütter oder halt Frauen, die da auch mit den Schulferien, gell, dann ist da mal nichts los, weil die im Urlaub sind. Und dann kann ich sozusagen immer ein bisschen jonglieren. Also ich habe zum Glück dieses Privileg, mir das selber einteilen zu können. Ich habe To-Do-Listen für beide Säulen sozusagen meiner Arbeit. Und je nachdem, wann ich gerade Zeit habe, wird das dann so ausgeglichen. Und vom Einkommen her empfehle ich es auch jedem Selbstständigen, wenn ihr irgendwie Bereiche habt, wo man vielleicht noch ein zweites Bein sich irgendwie mit der Zeit, sag ich jetzt mal, schaffen kann, sehr bequem, weil es ist immer so, es ist ganz natürlich, mal läuft das eine gut, mal läuft das andere besser, dann bricht das andere mal ein wie bei Aktien. Aber wenn dein Portfolio ein bisschen mehr gefächert ist, dann hast du als Selbstständiger, der vielleicht ein Sicherheitsbedürfnis hat, nicht ganz so den Stress. Und das ist auch gut für deine Eden letztlich.
SPEAKER_00Also man merkt, ob da so ein Druck dahinter ist.
SPEAKER_01Genau. Und letztlich, wie gesagt, kannst du auch faire Preise gewährleisten. Also so, dass sich niemand abgezockt fühlt, weil ich kann bei beiden Businesses sagen, es ist total machbar, ich kriege oft das Feedback, du bist zu billig. Und ich sage, nee, das ist doch gut, weil es reicht für mich und es ist für dich so eine Hürde, dass du es nutzen kannst, was ja auch mein Ziel war. Natürlich muss man zu dem Punkt erstmal kommen. Es schafft sich nichts über Nacht und wer vielleicht da am Anfang steht, man fängt mit einem an und dann arbeitet man sich weiter. Und ich gucke auch, wie lange, man weiß nie, was die Zukunft bringt, aber das habe ich für mich entschieden. Es ist immer schön, wenn man vielleicht nicht alles auf eins setzt. Druck für einen selber als Selbstständiger brutal hoch. Ja, genau.
SPEAKER_00Cool, okay, spannend. Zum Inhalt. Zum Inhalt How-to-Heilpraktiker. Was genau bekommt man dort? Und du hast ganz am Anfang schon gesagt, dass es nicht ausschließlich die Zielgruppe ist, derer, die Heilpraktiker werden, sondern auch Leute, die sich vielleicht für den eigenen Körper interessieren. Was ich generell echt eine wichtige Grundherangehensweise habe. Wenn man sich vorstellt, man hat irgendein elektronisches Gerät oder ein Auto oder sonst irgendwas, dann gibt es immer so eine Gebrauchsanweisung und da kann man immer nachschlagen und da achtet jeder drauf, okay, ich muss jetzt, ich muss regelmäßig, keine Ahnung, Ölstand checken oder dies und das machen. Aber beim eigenen Körper gibt es keine Gebrauchsanweisung. Und das ist aber das Gefährt, mit dem ich durch mein ganzes Leben gehe. Da muss man eigentlich noch viel mehr drauf achten, den Instand zu halten. Und das weiß aber keiner so richtig, wie es geht. Außer man beschäftigt sich damit. Und da kommst du ins Spiel.
SPEAKER_01Genau. Ja, genau. Das ist so schön, wie du es gesagt hast. Also eigentlich unser Körper ist wie das Auto, mit dem wir durch unser Leben fahren. Und wenn du eigentlich nicht weißt, wie das funktioniert, da sind wir wieder bei dem Thema, unweigerlich wirst du auf Probleme stoßen oder dann verzweifelt nach Hilfe suchen außen. Vielleicht auch viel Geld zahlen außen, weil du immer hoffst, dass jemand von außen dir helfen kann oder der Heiler ist. Aber der größte Heiler sind wir selbst. Und da müssen wir in die Eigenverantwortung kommen, die wir heutzutage auch gerne abgeben. Aber niemand kann es dir abgeben, dich selber zu heilen. Der erste Schritt kommt immer von dir aus. Und bei How-to-Heil-Praktika, also nur in Kürze, ich habe Gesundheitswissenschaften studiert gehabt und währenddessen eben mein ganzes Personal Training, Gesundheitsberatung aufgebaut. Und ich habe aber gemerkt, so wirklich medizinisch ist das aber noch nicht. Also auch das Studium, ich habe immer noch nicht so ganz verstanden, wie funktioniert die Leber, ist jetzt so ein Detox wirklich wichtig oder wie funktioniert der? Das lernt man eigentlich im Studium trotzdem nicht. Und wir haben dann einfach wirklich diese medizinischen Grundlagen innerlich gefehlt. Und auch wenn diese Trainerlizenzen einem so versprechen, ja, du kannst dann Leute mit Knichmerzen, Kniearthrose super begleiten, das lernst du nicht an ein paar Wochenenden. Das geht einfach nicht. Ich habe mir auch gemerkt, nee, wenn ich da wirklich tief reingehen möchte, muss ich das nochmal verstehen. Aber Medizinstudium, das kam für mich einfach nie in Frage. Ich habe auch kein 1-0er-Abi, sage ich ganz ehrlich. Und ich wollte auch nicht Medizinerin werden, aber ich wollte Medizin verstehen. Und dann kam wieder der Heilpraktiker ins Spiel. Also Naturheilkunde hat mich immer schon interessiert. Ich auch der Meinung bin, Mutter Natur gibt uns auch so viel. Eigentlich alles, was wir brauchen, gibt es in der Natur. Und der Heilpraktiker, leider hat der in Deutschland auch bei manchen einen sehr schlechten Ruf, kann ich auch verstehen, es gibt immer schwarze Schafe, aber eigentlich ist heutzutage die Heilpraktiker-Ausbildung eine wundervolle Möglichkeit, einfach so eine Art medizinisches Basiswissenstudium zu absolvieren. Also jeder, der sich dafür begeistert, du musst auch gar nicht Heilpraktiker werden, wenn du nicht zur Prüfung antreten möchtest, die durchaus schwer ist heutzutage. Wer das einfach nur mal verstehen möchte, Medizin ist so in den Grundlagen. Ich finde das eine tolle Möglichkeit. Darum brennt es mir immer so in der Seele, wenn jemand sagt, schafft den Heilpraktiker ab. Weil ich mir denke, ihr schafft auch eigentlich die Möglichkeit ab, dass viele Leute, die nicht Mediziner sind, sich aber eigentlich mit dem Thema wirklich gut und in der Tiefe befassen und somit nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die von ihrer Umgebung positiv beeinflusst und das entlastet eigentlich unser Gesundheitssystem. Aber das ist ein anderes Thema. Und ich habe dann die Heilpraktiker-Ausbildung gemacht und der Umfang, wie gesagt, ist gigantisch. Also wer das richtig macht, das ist ein medizinisches Basisstudium. Das ist nicht einfach mal nebenher in 30 Tagen erlernt. Und ich war auch überfordert, es war zu viel, obwohl ich aus dem Fach grob ja eigentlich kam, aus diesem Gesundheitsbereich. Und dann habe ich mir angefangen, ganz viele Zusammenfassungen, wie man das so kennt, aus dem Studium zu schreiben, zusammenzufügen. Aber weil ich auch nicht der allerallerschnellste Lerner war, der irgendwie Texte sich super schnell fotografisch merkt, habe ich immer viele Bilder. Ich brauche immer viele Bilder, Eselsbrücken, Analogien. Und dann habe ich da wirklich das Wissen, was ich aus meiner Abiturzeit habe, da habe ich so einen Kunstleistungskurs gehabt, da haben wir ganz viel über visuelle PowerPoints gelernt. Ja, ja, das war irre. Und da haben wir ganz viel gelernt, wie man visuelle PowerPoints gestaltet. Und dann dachte ich mir, das fand ich damals richtig cool. Übersetze ich das einfach in die Heilpraktika-Ausbildung und tue einfach dieses ganze medizinische Wissen so visuell wie möglich, so simpel wie möglich, dass man es liest, versteht und sich merkt, zu strukturieren. Das war anfangs nur für mich und dann wurde ich motiviert von anderen Leuten, das musst du mit den anderen teilen, weil das Hauptproblem ist, dass Leute überfordert sind, Bulimie lernen, das auch leider vergessen hinten raus nach der Prüfung und vielleicht dann keine guten Therapeuten sind, weil es zu viel in der Ausbildung war, sie waren überfordert, sie haben sich nicht gut genug ins Langzeitgedächtnis eingebrannt, weil da ging es nur ums Prüfungbestehen und dann alles vergessen. Und dann dachte ich mir, das teile ich jetzt mit der Welt. Und entstanden sind eigentlich also 21 Lernskripte, die das komplette medizinische Basiswissen der Theorie, der Heilpraktiker-Ausbildung abdecken, aber nicht wie Fachliteratur, weil davon gibt es genug. Es braucht nicht noch ein weiteres Fachliteraturbuch meinerseits. Ich bin auch kein Professor-Doktor, sondern einfach eine Brücke schlagen, wie wir gehirngerecht lernen. Weil wir lernen, wir denken in Bildern und merken, tun wir uns Analogien, Metaphern, Geschichten. Und da dachte ich mir, das ist wichtig, damit wir Medizin verstehen. Und da Heilpraktiker-Ausbildung ja eigentlich, wie gesagt, dieses medizinische Basisstudium ist, wären diese Skripte im Prinzip auch für jeden gedacht oder hilfreich, der sich einfach damit befassen will, wie funktioniert eigentlich das Herz, wie ist die Lunge aufgebaut, wie entgiftet die Leber. Natürlich habe ich es jetzt vom Branding her auf die Heilpraktiker-Ausbildung ausgerichtet, aber theoretisch könnte jeder damit lernen, der einfach Medizin ein bisschen verstehen möchte. Zwei Sporttherapeuten hatte ich auch bisher, die damit gelernt haben, einfach für sich selber. Aber natürlich erreiche ich jetzt auch mit meinem Content natürlich primär die Heilpraktiker.
SPEAKER_00Ja, steckt ja auch irgendwie im Namen dran. Aber ich finde es trotzdem smart, das auch anderen anzubieten, weil, wie gesagt, es wäre jedem eigentlich geraten, sich mit dem Körper auseinanderzusetzen und zu wissen, wie man ihn gesund erhält.
SPEAKER_01Absolut.
SPEAKER_00Kennst du Ali Abdar?
SPEAKER_01Ali Abdar, nee. Kenne ich nicht.
SPEAKER_00Würde ich dir empfehlen, mal anzuschauen. Das ist so ein britischer YouTuber, mega erfolgreich war Arzt und ist dann praktisch in eine ähnliche Richtung gegangen wie du. Und du kannst dir das so ein bisschen vorstellen, als wäre er praktisch schon ein paar Schritte noch zusätzlich weitergegangen. Und du kannst einfach mal gucken, was er so gemacht hat. Ich würde dir empfehlen, einfach mal so ein Interview oder so anzuschauen, weil bei ihm war es nämlich auch so, dass er gemerkt hat, dass er irgendwie anders lernt als andere und dann Online-Kurse angeboten hat für Medizinstudis.
SPEAKER_01Ah, okay, spannend. In dem Bereich.
SPEAKER_00Und danach hat er aber eben in seiner Karriere halt eine Million andere Sachen gemacht, bei denen ich dich eigentlich auch teilweise sehe, dass du praktisch das machst. Und mittlerweile, also so, ihm geht es sehr, sehr gut und er macht sehr inspirierende Sachen, würde ich dir empfehlen, mal anzugucken. Also ein Interview mit ihm, wo er das erklärt.
SPEAKER_01Mega. Das gucke ich auf jeden Fall an. Dankeschön.
SPEAKER_00Nice, geil. Okay, also daher würde ich empfehlen, also die Leute, die sich das gerade anhören, slash anschauen und jetzt nicht Heilpraktiker sind, das sich trotzdem anzuschauen. Weil es offenbar nicht nur für diese Zielgruppe ist, sondern man eben auch ganz, ganz viel mitnehmen kann, selbst wenn man sich da jetzt nicht auf irgendeine Prüfung vorbereitet. Auf deiner Webseite hast du, das habe ich vorhin ganz am Anfang kurz angeteased, hast du so eine Anekdote beschrieben, wie die Dozentin oder so bei der Heilpraktikerschule, bei der du selber warst, irgendwie so dieses ganze Ding eröffnet hat, was ja so echt filmreif ist. War wirklich filmreif. Vielleicht kannst du das ganz kurz erzählen.
SPEAKER_01Genau, also das kennt bestimmt jeder, der die Ausbildung gemacht hat, dieses Gefühl, aber sie hat es ausgesprochen und auch relativ unsympathisch rübergebracht. Man ist eh schon ganz aufgeregt, man beginnt eine Ausbildung im medizinischen Bereich, da hat man gleich so ein bisschen Bammel. Und sie kam einfach hin, die Dozentin und hat gesagt, ja, also so 80 bis 90 Prozent von euch werden die Hypertikerprüfung eh nicht bestehen. Das wird ein sehr harter Ritt. Und so schauen wir mal, was hinten raus, wer es überhaupt schafft. Und das ist so eine krasse Demotivation, so dieses Setting, es ist schwer, es ist unmachbar und ihr werdet eh alle scheitern, so zum Großteil. Dass ich auch sehr, sehr schwer schlucken musste und mir es am Anfang auch nicht eingestehen wollte, dass sie auch vielleicht ein bisschen recht hat, weil es war zwar sehr böse gesagt, aber natürlich, sie hat es ausgesprochen, es ist schwierig, es ist anspruchsvoll und wenn man es nicht ernst nimmt, fällt man auch durch. Und das ist, glaube ich, der Punkt. Viele nehmen es nicht ernst und fallen auch durch. Aber ich habe daraus gelernt, dass man darf sich definitiv nicht von Hören, Sagen oder anderen Leuten in ihren Zielen abbringen lassen. Also lasst euch da auch nicht, wenn jemand von Anfang an ein bisschen so eure Träume zunichte macht, gleich davon abbringen und die Worte anderer gleich als die Wahrheit hinnehmen. Muss nämlich nicht sein.
SPEAKER_00Sehr schön gesagt. Mit Blick auf die Uhr. Wir sind im Prinzip eigentlich auch schon durch. Daher war das eigentlich ein schönes Schlusswort. Trotzdem möchte ich dir noch die Möglichkeit geben, falls es noch was gibt, dass du gerne loswerden möchtest, genau noch eine Nachricht in Ultral zu senden.
SPEAKER_01Jetzt fällt mir tatsächlich gerade eine schöne Analogie ein, zum Abschluss. Das trifft sich, glaube ich, ganz gut, sei es auf den Bereich, wenn man eine Ausbildung macht, ein Studium oder wenn man einfach gesundheitliche Ziele umsetzt oder egal was. Wie isst man einen Elefanten? Das ist ein weißes buddhistisches Sprichwort. Ein Stückchen nach dem anderen. Du zerschneidest den Elefanten und isst ihn ein Stück nach dem anderen. Und egal, was du im Leben anpackst, egal wie groß es ist, du darfst nicht diesen Berg sehen. Bei der Heilpraktiker-Ausbildung, wie die Dozentin gesagt hat, das schafft ja eh nicht. Schafft man auch nicht. Man schafft auch nicht, sofort abzunehmen, gesund zu werden. Das ist ein riesiger Berg. Aber fangt einfach an, um die Brücke zu schlagen zum Anfang des Gesprächs, was kann ich im Alltag machen? Ein Stückchen in der Früh, ein Stückchen zum Mittag, ein Stückchen am Abend. Und dann wiederhole ich es am nächsten Tag und nächste Woche und nächsten Monat. Und dann summiert sich über Jahre dann wirklich euer Elefant. Aber überlegt euch, welchen Elefant wollt ihr essen wollen, und dann halt durch und tut einfach stückchenweise euch das zerlegen. Und dann ist es machbar. Sei es Gesundheit, sei es Ausbildungen, sei es neuer Lebensweg. Das geht nicht über Nacht, aber einfach überlegen, wie man es aufschneidet und dann einfach Schritt für Schritt durchgehen. Das machen wir alle so.
SPEAKER_00Danke, Franzi. Sehr inspirierend. Vielen lieben Dank für deine Zeit.
SPEAKER_01War wundervoll, die Zeit ist verflogen.