TONKA & PHIL
Ein Podcast von Psychologen, der die Welt der mentalen Gesundheit und des Wohlbefindens erkundet. Wir laden Experten zu inspirierenden Interviews ein, um praktische Tipps und Einblicke in ein erfülltes Leben zu teilen.
Uns findest Du auch auf YouTube:https://www.youtube.com/@tonkaandphilpodcast
Möchtest Du regelmäßig meditieren und eine Routine schaffen? Im Mindclub findest du eine Vielzahl von geführten Meditationen in Audio- und Videoform, sowie Live-Sessions: https://www.mindclubapp.com/
Hast Du Lust anderen Meditation beizubringen? https://bit.ly/3rmosNy
Noch mehr von uns:
Instagram: https://bit.ly/3sQtuSL
LinkedIn: https://bit.ly/3rlr5iuInstagram
Facebook: https://bit.ly/3eaKnnh YouTube: https://bit.ly/3r46txa
TONKA & PHIL
Warum Sicherheit nicht immer Erfüllung bedeutet – Phil im Gespräch mit Steph Reinhardt | #31
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Manchmal verändert ein einziger Moment alles.
Und manchmal sind es viele kleine Entscheidungen, die uns Schritt für Schritt zu uns selbst führen.
Gemeinsam mit Stephanie Reinhardt spricht Phil über ihren außergewöhnlichen Weg: vom Beamtenberuf im Verfassungsschutz über den Einstieg in die Selbstständigkeit bis hin zur Entwicklung von „Own Your Life“ – einer App, die Menschen täglich dabei unterstützt, bewusster zu leben.
Doch diese Folge geht weit über Karriere oder Business hinaus.
Es geht um Verantwortung, Verlust, Familie, Mut zur Veränderung und die Frage, wie wir ein Leben gestalten, das sich wirklich nach unserem eigenen anfühlt.
Stephanie teilt offen die Krebserkrankung ihres Vaters, den Umgang mit Trauer und Pflege innerhalb der Familie, die Herausforderungen von Mutterschaft und Karriere – und warum Vergänglichkeit ihr Leben und ihre Arbeit heute stärker prägt denn je.
In dieser Folge lernst du:
• Warum Sicherheit nicht automatisch Erfüllung bedeutet.
• Wie schwere Lebensereignisse unseren Blick auf das Leben verändern können.
• Wie Steph den Sprung aus dem Staatsdienst in die Selbstständigkeit geschafft hat.
Hier findet ihr Stephanies
Website:
https://steph-reinhardt.de/
Own Your Life App:
https://ownyourlife.app/
Instagram:
https://instagram.com/steph.ownyourlife
____________________________________________
Die Folge hat dir Lust auf mehr gegeben?
Dann abonniere unseren Podcast und helfe uns mit einer 5-Sterne Bewertung auf Spotify & iTunes!
Willst du unsern Podcast gerne im Videoformat sehen? Dann schaue dir alle Folgen in unserer App "MindClub" an!
App Store: https://apps.apple.com/np/app/mind-club/id1643729107
Google Play Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=tv.uscreen.mindclub
Oder auf Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCFg1XNY1KVcb1WQWbcKCmOQ/featured
Willst du selbst mit dem Meditieren beginnen? Im Mindclub findest du eine Vielzahl von geführten Meditationen in Audio- und Videoform, sowie Live-Sessions: https://www.mindclubapp.com/
Instagram: https://www.instagram.com/mindfulife.de/
Facebook: ...
Das war so das erste Mal in meinem Leben, da hat es mir wirklich richtig den Boden unter den Füßen weggezogen. Und aus diesem, ach, ich habe hier meinen sicheren Job und alles ist irgendwie planbar in meinem Leben. Und gefühlt war es natürlich für mich auch total klar, dass mein Papa irgendwie 100 wird. Und da war plötzlich gar nichts mehr planbar. Ich habe da erstmal gemerkt, wie abhängig ich von meinem Arbeitgeber bin. Und wie wenig Freiheit ich dann wirklich habe, wenn es auch drauf ankommt. Dann habe ich mir gedacht, das wird nicht meine Realität. Dieses, was ist da eigentlich nicht gelebt worden, das fand ich ganz krass. Und das hat bei mir diesen ganz tiefen Wunsch tatsächlich geweckt, dass ich halt eben nicht mit so vielen Urlaubstagen und Überstunden und weiß ich nicht was irgendwann mal selber vielleicht sterbe, weil am Ende wissen wir ja nicht, wie lange wir noch haben, so ich kann morgen vom Bus überfahren werden. Dieses Leer zu sterben, das ist richtig so ein Antrieb plötzlich geworden. Und als ich dann wirklich mal durch diese Wolkendecke geguckt habe, habe ich gerade crazy, ist ja geistesgestört, was es da alles gibt. Eine meiner Lieblingsfragen oder drei Fragen sind immer: worauf liegt gerade dein Fokus? Wo könnte dein Fokus liegen? Worauf willst du, dass dein Fokus liegt? Jetzt gibt es ein Detail, das habe ich tatsächlich, glaube ich, öffentlich noch nie geteilt.
SPEAKER_00Herzlich willkommen. Sag mal nicht Steph oder Stef?
SPEAKER_01Steff tatsächlich. So richtig Hessen.
SPEAKER_00Auch richtig. Hessisch. Also heute begrüßen wir Stef Reinhard. Sie ist Unternehmerin, Mindset-Coaching, äh-Coachin und Gründerin der Plattform Own Your Life. Mit ihrem Podcast, ihrer Community und verschiedenen Coaching-Programmen beschäftigt sie sich mit Themen wie Persönlichkeitsentwicklung, Selbstverantwortung und Zielerreichung. Ein besonderer Fokus ihrer Arbeit liegt darauf, Frauen zu mehr Selbstvertrauen und Selbstbestimmung zu ermutigen. Herzlich willkommen, schön, dass du heute hier bist.
SPEAKER_01Dankeschön. Wunderbar. Habe ich nichts zu korrigieren.
SPEAKER_00Nichts zu korrigieren, okay. Also eine Frage, die du bestimmt ganz, ganz oft bekommst, so zu deinem Werdegang, ist dieses: Du hattest so den selbststen Drop, den man sich vorstellen kann als Beamtin und hast dich dann selbstständig gemacht. Dieser Wechsel ist interessant und ich würde auch gerne darüber sprechen, aber ich würde gerne einen Schritt zurückgehen, weil ganz oft ist es ja so, dass man so vom Typ her ja vielleicht schon so eher Typ, ich will was eigenes machen und selbstständig sein ist. Aber auf deinem Weg ist es ja dann trotzdem erstmal in dieses Sichere gegangen und so. Und nimm uns mal so ein bisschen mit in die Vergangenheit und beschreib mal die Steff, wie sie damals war und die eben entsprechend auch die Entscheidung getroffen hat, ich will Beamtin werden.
SPEAKER_01Ich gehe noch ein ganz kleines Stück weiter zurück, wenn es okay ist. Direkt nach dem Abi habe ich nämlich erstmal Industriekauffrau gelernt, hatte so, also ich wollte nie groß studieren gehen, weil ich so ein bisschen von Lernen einfach auch die Schnauze voll hatte. Und dieses, ich muss da jetzt wieder irgendwie eine Hausarbeit machen und muss für irgendwen irgendwie was machen. Also ich hatte nicht so diese Idee des Studiums von, okay, ich verwirkliche mich da jetzt selber und kann da irgendwie frei sein und co. Und dann habe ich mir auch gerade möglichst schnell Geld verdient. Also gehe ich in eine Lehre. Und das habe ich bei Procter und Gamble gemacht, großer Konsumgüterhersteller, sitzt auch in Hessen, in Schwalbach tatsächlich. Und ja, da habe ich gelernt, zweieinhalb Jahre und wollte dann aber doch nochmal studieren gehen, weil irgendwie habe ich dann auch gemerkt, so mit, weiß nicht, was ich damals netto, glaube ich, verdient habe, 1700 Euro nach der Lehre. Da sind jetzt auch nicht so die Riesensprünge drin. Also ne, mit irgendwie Wohnung, man will mal irgendwie rausgehen, man will mal in Urlaub, ja. Und dann habe ich schon gemerkt, nee, da muss man ein bisschen mehr drin sein. Das ist jetzt nicht so das freie Leben, was ich mir vorstelle. Also ich hatte schon diesen Freiheitsdrang auch irgendwie. Tatsächlich habe ich aber gar keinen im Umfeld gehabt, in der Familie, der irgendwie in Richtung Selbstständigkeit gegangen ist. Selbst bei meinen ganzen Freunden würde ich sagen, nur sehr vereinzelt und da immer dieses Bild von selbst und ständig und die sind nur am Arbeiten und die Eltern haben nie Zeit. Und das heißt, es war jetzt für mich gar nicht attraktiv und ich habe Unternehmertum und Selbstständigkeit auch nicht mit Freiheit gleichgesetzt. Freiheit war für mich dann eher, okay, ich möchte gerne mehr Geld verdienen, um mir Dinge in meinem Leben zu ermöglichen, um dann vielleicht eine Putzfrau zu haben, damit ich mehr freie Zeit habe, die ich nicht im Haushalt verbringen muss und und und. Ja, und dann wurde ich leider abgelehnt für dieses Studium. Ich wollte es nämlich berufsintegriert machen, weil nochmal ganz raus und gar nichts verdient, war ja nun mit diesem, eigentlich habe ich gerade auch schon einen bestimmten Lebensstandard, auch erstmal nicht wirklich das, was ich mir vorgestellt habe. Und habe dann gesagt, okay, ich mache es berufsintegriert. Ja, und dafür war halt mein NC nicht gut genug. Also ich habe ein Zweiachter Abi, ich war immer Durchschnitt, ich habe wirklich, habe ich ein paar Zeugnisse von mir wieder entdeckt beim Ausmisten. Faul, sehr faul. Und ich glaube, das ist auch eine der Eigenschaften von vielen Unternehmern, dass sie faul sind, deswegen versuchen sie halt Abkürzungen zu finden für gewisse Dinge. Ich habe jetzt herausgestellt, ich bin schon auch sehr fleißig, sonst hätte das hier alles nicht funktioniert, aber ich habe keine Lust auf, wie soll ich das sagen, unnötige Doppelarbeit und ja, dreifache Arbeit. Und das habe ich halt viel auch im Unternehmen kennengelernt. Viel Fleißarbeit, viel, man macht es einfach, damit man es gemacht hat. Und ja, dann war aber für mich klar, bei Brockdown und Gamble möchte ich nicht bleiben. Ich war damals noch mit meinem Ex-Mann zusammen, der ist Polizist und der kam natürlich mit ganz anderen Themen an den Abendbrotstisch als ich. Also bei mir war dann der Worst Case, es steht ein französischer Text auf der Shampoo-Packung. Und er kam halt mit, okay, da ist irgendwie ein Suizid gewesen oder wir mussten was auch immer irgendwie sehen. Und ich habe dann wirklich an dieser Sinnhaftigkeit meiner Arbeit auch gezweifelt. Und dann habe ich lange auch mit meinem Papa gesprochen. Mein Papa hat damals noch gelebt, wir kommen da sicherlich auch nochmal auf das Thema, der ist mittlerweile nicht mehr am Leben. Und der war Beamter. Und dann haben wir gesprochen und gesprochen. Und was könnte denn? Und was wäre da eine Option? Und er hat halt auch gesagt, naja, wenn dieses Geldthema relevant ist, also als Beamter, er hat halt drei Kinder, da hat er schön die ganzen Familienzuschläge und so bekommen. Also ich verdiene schon ganz gut für das, was ich mache. Und es ist halt sicher und es ist planbar und du weißt, was reinkommt und so weiter. Und das hat dann erstmal sehr attraktiv geklungen. Und dann habe ich mich tatsächlich auf ein Studium im gehobenen Verwaltungsdienst beworben, musste ja meine Urlaubstage dann für diese Vorstellungsgespräche und Assessmentcenter aufbrauchen. Das heißt, die erste Zusage, die ich hatte, habe ich genommen, damals bei der Stadt Darmstadt, einer Stadtverwaltung. Das läuft so dual, wie so ein BA-Studium. Also du hast einen festen Dienstherrn und gehst dann eben immer ins Studium alle paar Monate. Und ja, und dann habe ich in Wiesbaden studiert, an der Hochschule für Polizei und Verwaltung und habe dann meine Praxisphasen bei der Stadtverwaltung Darmstadt gemacht. In diversen Verwendungen. Und ich muss sagen, es war mein absoluter Worst Case. Also ich bin aus einer Vertrauensarbeitszeit bei Procter Gamble plötzlich in 41 Stunden, feste Arbeitszeiten, es gab keine Gleitzeit, sieben Uhr war Dienstbeginn in Darmstadt, bin ich reingekommen, weniger Urlaubstage, 27 anstatt 30 plus. Und ich habe wirklich nach zwei, drei Wochen gedacht, was habe ich da eigentlich gemacht? Und ja, habe dann auch relativ schnell gemerkt, bei der Stadt möchte ich nicht bleiben, weil im Endeffekt wäre ich dann beim Sozialamt nach dem Studium gelandet. Und das war für mich, also auch aus den praktischen Phasen, die ich schon gemacht habe im Studium, nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Man ist ja wirklich den ganzen Tag auch einfach mit Lebenskonzepten und Menschen umgeben, die viel am Zweifeln sind, die teilweise auch am Ende gerade sind, die keine Perspektive haben oder denken, sie haben keine. Und das war für mich tatsächlich sehr, sehr belastend, immer wenn ich nach Hause gekommen bin. Und habe dann schnellstmöglich geschaut, wo kann ich unterkommen. Und jetzt gibt es ein Detail, das habe ich tatsächlich, glaube ich, öffentlich noch nie geteilt. Immer nur so in meinen Kundengesprächen hinter der Hand, weil ich lange nicht darüber sprechen durfte. Ich habe mich dann beim Verfassungsschutz in Hessen beworben und habe dann neun Jahre dort gearbeitet tatsächlich. Das war zu der Zeit, wir sind jetzt im Jahr 2012, absolut relevant wegen dem Syrien-Krieg damals. Also die haben massiv Stellen aufgebaut und deswegen sind damals mehrere Leute auch aus meinem Studienjahrgang, konnten alle parallel dort anfangen. Und ja, das habe ich gemacht. Und das war auch erstmal spannend und war natürlich auch sicher irgendwo. Ich bin dann aus der Probezeit nach drei Jahren auch ins Beamtenverhältnis auf Lebzeit berufen worden. Das ist ja so die Ehrung eigentlich. Und man sagt, jetzt kann mir gar nichts mehr passieren. Aber zeitgleich war es halt leider dann doch auch nicht meine Erfüllung. Und im Endeffekt waren, glaube ich, die Punkte Sicherheit, irgendwie finanzielle Planbarkeit, somit die größten Antreiber damals und so ein vermeintliches, okay, ich bin dann da irgendwo und mir kann halt nichts passieren. Also ja, dass ich auch irgendwie weiß, okay, dann kann ich ja im Privaten nicht mehr ausleben und so weiter. Aber natürlich sitze ich ja 41 Stunden die Woche plus Fahrtzeit, plus Pause, auch irgendwie in diesem Job. Und von daher war dann natürlich auch klar, so richtig ist es ja scheinbar auch nicht das, was ich eigentlich möchte. Und ja, das erstmal so zu diesem Thema, wie bin ich da hingekommen? Ein bisschen ausführlicher jetzt, aber ich glaube, es ist manchmal wichtig, das zu verstehen.
SPEAKER_00Voll, genau, weil dadurch fühlen wir uns als Menschen, die sich das jetzt anhören durften, viel mehr in die Situation rein, weil ganz oft ist ja so, diese Sicherheit und dieses Planbare und sowas du beschrieben hast, ist ja irgendwie so das höchste Gut manchmal. Und dann ist man genau da drin und hat eigentlich so praktisch all das, was oft als so absolut positiv irgendwie bewertet wird, ist dann vielleicht doch nicht ganz zu erfüllen. Du hast schon an einer Stelle in so einem Nebensatz so von Sinn und Sinnhaftigkeit gesprochen. Würde ich gerne gleich drauf eingehen. Eine Frage habe ich aber noch zum Verfassungsschutz. Wenn man da nicht drüber reden kann, aber da arbeitet, wie, also was erzählt man denn, was man macht?
SPEAKER_01Ja, man hatte mal so die Empfehlung, zu sagen, dass man im Innenministerium irgendwo arbeitet, also es ist ein Geschäftsbereich des Innenministeriums und ich sag mal so, es wird von einem selber natürlich erwartet, dass man diese Info sehr schützt und dass man natürlich da auch gar nicht über Internas und Co. reden darf. Und gleichzeitig habe ich es selten so empfunden, dass man mich geschützt hat, weil im Endeffekt bin ich jeden Tag auf ein Gelände gefahren, an dessen Mauer halt ein Schild ist. Verfassungsschutz Hessen oder Landesamt für Verfassungsschutz Hessen. Genauso wenn man halt im Innenministerium anruft, dann kennt da halt niemand eine Frau Reinhard. Okay, und irgendwie, wie gut ist dann diese Legende, die ich ja auch irgendwie erzählen soll. Und jetzt kommt es dazu, ich habe ja erzählt, dass mein Ex-Mann eben Polizist ist. Jetzt kannst du dir vorstellen, da hängen natürlich noch mehr Freunde aus dem gleichen Bereich dran. Ja, die kennen natürlich Leute aus dem Innenministerium, weil die Polizei auch beim Innenministerium angehängt ist und irgendwo ist dann so, ja, wo arbeitest du denn dann da genau? Und das ist schon ein bisschen schwierig. Deswegen bin ich da immer relativ transparent mit umgegangen. Also man darf das schon im Zweifel sagen. Man soll das halt sehr verhalten machen. Und das ist natürlich auch mit gewissen Reisebeschränkungen zum Beispiel verbunden. Das bedeutet auch, wenn jetzt eine Freundin zu mir gesagt hätte, lass mal nach China reisen oder in gewisse andere Staaten, die eben auf Listen stehen, dass man sie nicht bereisen soll. Ja, was soll ich da sagen? Also natürlich, ich wusste, dass mein engstes Umfeld und ich glaube, das ist auch einfach nicht realistisch und widerstrebt natürlich auch eine meiner Top-Werte, Authentizität. Also ich mag das authentisch zu sein. Ich rede extrem offen über viele andere Themen in meinem Leben, weil ich glaube, wir können immer voneinander lernen. Und jetzt soll ich über so einen wichtigen Teil in meinem Leben nicht sprechen dürfen, hat halt auch irgendwie nicht gematcht. Und ich glaube, das sind dann oft so diese Reibungspunkte, an denen man einfach merkt, ich bin hier nicht wirklich richtig. Ich bin ja einfach nicht richtig.
SPEAKER_00Krass, spannend, vor so 007-mäßig.
SPEAKER_01So aufregend ist es nicht, kann ich sagen.
SPEAKER_00Also, aber du hast dann gemerkt, auch wenn es in mancher Hinsicht eine gute Position ist und eine spannende Tätigkeit zum Teil bestimmt auch, ist es dann trotzdem nicht das, was zu deiner Persönlichkeit passt und gleichzeitig siehst du da nochmal mehr Sinnhaftigkeit in anderen Bereichen. Und dann hast du bestimmt nicht diesen Aha-Moment gesagt, okay, jetzt kündige ich und mache mich selbstständig, sondern ich gehe mal davon aus, es gab eine Werdephase und so einen Übergang von auch mal irgendwie sich mit bestimmten Themen auseinandersetzen, dann merken, okay, anscheinend kann ich ganz gut andere Menschen auch begleiten. Also das findet man öfters in Bereichen wie Coaching und Psychologie, dass Leute beschreiben, irgendwie, wenn Leute ein Thema haben, kommen sie ganz natürlich zu mir. Und da könnte ich mir vorstellen, dass das ähnlich bei dir war. Also irgendwo ist wahrscheinlich so eine Art Samen in dir aufgegangen und hat sich dann so entwickelt. Und wie ist das passiert? Also, weil der Sprung zu Selbstständigkeit ist kein Sprung zu Selbstständigkeit.
SPEAKER_01Also einer meiner Coaches hat mal gesagt, dass ich mir das Wasser sehr, sehr lange aufgewärmt habe, bevor ich dann wirklich gesprungen bin. Und ich finde das auch tatsächlich smart, auch im Rückblick, weil ich finde immer so diese Helden-Story, die draußen oft so ein bisschen kursiert und ja, und dann habe ich, wusste ich in dem Moment, ich muss heute kündigen. Und so, ich, also sicherlich gibt es die Storys und vielleicht ist man ohne Kind und ganz ungebunden da auch ein bisschen mehr mit Abenteuermodus ausgestattet, dass man das tut. Ich habe es nicht getan. Und ja, ich habe ja 2012, vielleicht um es mal jährlich auch einzuordnen, begonnen gehabt, damals beim Verfassungsschutz. Und meine erste nebenberufliche Nebentätigkeit habe ich 2016 beantragt. Also man darf als Beamtin ja nicht einfach nebenher was starten. Das muss natürlich ordnungsgemäß beantragt werden. Ich glaube es auch in vielen anderen Jobs so, aber bei den Beamten gibt es da Nebentätigkeitsverordnung und Co. Da gibt es dann auch genehmigungsfreie, Genehmigungspflichtige, also alles immer ganz viel Papierkram drumherum. Und ich habe dann angefangen mit einer genehmigungsfreien Nebentätigkeit, dass mir da erstmal gar keiner reinkrätschen konnte. Und witzigerweise war da so erstmal die Idee, naja, ich will mal jetzt nebenher noch ein bisschen mehr Geld verdienen, mit was, was ich gut kann. Menschen, also ich konnte auch immer schon ganz gut zu verkaufen und da habe ich Thermomixe verkauft. Super lustig, weil ich habe den selber geschenkt bekommen, dachte, ist cool, hab plötzlich alle möglichen Freundinnen haben den plötzlich gekauft und ich dachte mir, ja, sorry, also ich empfehle das hier. Kann ich auch eigentlich nebenher mir so ein bisschen Nebeneinkommen aufbauen. Vielleicht sind das so 400, 500 Euro im Monat. Und mal zwölf Monate sind 6000 Euro irgendwie so, ja, dann kannst du schon richtig geilen Urlaub mal irgendwie machen, ne? Oder kannst du halt irgendwie aus die Putz rau. Also schon noch so ein bisschen dieses.
SPEAKER_00Ich will deinen Flow eigentlich nicht unterbrechen, aber jetzt habe ich mal jemanden Thermomix-mäßig vor mir.
SPEAKER_01Ja.
SPEAKER_00Ist das echt so? Ich habe im Internet diese Videos von diesen riesen Veranstaltungen mit Bühne und Publikum und dann vorne großer Bildschirm mit dem neuen Thermomix und die jubeln alle, als wäre das jetzt irgendwie Adventse Beatles. Ist das echt? Passiert das so?
SPEAKER_01Ja, es passiert so und ja, es ist ganz wild. Aber man hat dann auch verpflichtend, die jede Woche ein Treffen in seiner Gruppe und dann, also auch da, ich habe mich da irgendwie maximal fremdbestimmt gefühlt, dann hieß es, du musst in den zwei Wochen das verkaufen, sonst kriegst du deine Prämie nicht und bla bla bla. Und ich habe mir irgendwie so gedacht, was ist das denn hier? So, und ich hatte dann schon relativ schnell da auch wirklich keinen Bock mehr drauf. Und dann gab es halt auch so Kunden, die gesagt haben, ja, also der Vorführab war ganz nett, aber wir würden gerne nochmal die Spaghetti Carbonara testen. Kannst du nochmal bitte hierher gefahren kommen, 45 Kilometer? Und man denkt sich so, nee, habe ich eigentlich gar keinen Bock drauf, weil kostet mich irgendwie vier Stunden, so und so viel. So, nee, will ich nicht. Und dann kam tatsächlich eine Sache in meinem Leben dazwischen, wieso ich dann auch gesagt habe, Thermomix beende ich sofort, nämlich, dass mein Papa ganz schwer krank wurde. Das war nämlich tatsächlich im April 2016. Was ich auch parallel zu der Thermomix-Geschichte tatsächlich gestartet habe, war ein Fitnessblock. Ich habe 2000, es wird jetzt ein bisschen komplex, ich hoffe, es können alle weiter dranbleiben. Ich habe 2014 damals meinen Heiratsantrag bekommen von meinem Ex-Mann. Und habe dann gemerkt, ich bin irgendwie noch nicht so in Shape für mein Brautkleid nächstes Jahr. Was kann ich denn da machen, um mich ein bisschen zu motivieren? Also ich habe mich schon immer gern damit beschäftigt, wie erreiche ich Ziele, wie motiviere ich mich, wie kann ich irgendwie an Sachen dranbleiben. Und dann habe ich mir gedacht, okay, öffentliches Commitment ist halt ein mega Booster. Also habe ich einfach öffentlich auf einem Fitnessblog über meine Journey ins Brautkleid sozusagen geschrieben. Da mal lovetobefit.de, hieß die Seite. Gibt es auch immer noch, ist überhaupt nicht abgedatet, aber manchmal gehe ich drauf und denke so, ey, this was the beginning. Das ist irgendwie ganz cool. Und ja, und das habe ich halt dann auch so über Instagram begleitet. Meine Schwester ist zwölf Jahre jünger als ich und die musste mir erstmal damals erklären, was ist ein Hashtag, wie funktioniert Instagram. Ich hatte keine Ahnung. Und ja, dann habe ich gestartet. Und dann hat mich relativ schnell auch tatsächlich Firmen angeschrieben, PR-Firmen, die zum Beispiel mit Puma-Kleidung irgendwie zusammengearbeitet haben, haben mich ausgestattet und so. Und da habe ich so ein bisschen plötzlich gemerkt, okay, es gibt auch noch Sachen, die richtig Spaß machen, wirklich. Also die mich so, wo ich sage: so, geil, das ist ein Thema, da habe ich einfach Freude dran, das ist richtig cool. Und man kann damit tatsächlich Geld verdienen. Also ich habe dann bezahlte Blogposts und so quasi geschrieben, die da gesponsert waren. Und das lief alles so ein bisschen parallel. Und aber auch da war immer noch dieser Gedanke, ich bleibe auf jeden Fall in meinem Job, ich will nur nebenher so ein bisschen mehr Freiheit haben, finanzieller Natur, um mir ein paar mehr Dinge zu ermöglichen. Und ja, und dann stehe ich auf der FIBO 2016 war das, im April ist die immer in Köln, Fitnessmesse, wem das was sagt. Und da habe ich einen Anruf bekommen aus dem Büro meines Papas, dass seine Arbeitskollegen, Papa ja auch Beamter, arbeitet seit Jahren damals im gleichen Ministerium, ich kannte die alle, dass sie Notarzt gerufen haben, weil er irgendwie einickt über dem Laptop und irgendwie ja einfach komisch ansprechbar ist und so weiter. Und wir hatten auch so ein paar Veränderungen gemerkt schon in den Tagen davor. Das merkt man ja dann immer plötzlich in dem Moment, denkt man, was war noch komisch? Und ja, und ich stehe halt mitten in Köln, konnte irgendwie nichts machen. Meine Eltern sind geschieden. Ich bin die älteste Tochter, ich war so ein bisschen die Ansprechpartnerin in dem Moment und bin dann ganz froh, dass damals mein Ex-Mann direkt alles hat stehen und liegen lassen und ist da mit meinem Papa dann ins Krankenhaus. Der hat das alles vor Ort gemanaged an dem Tag, bis ich dann zurück konnte. Und dann war sehr, sehr schnell klar, dass er einen Gehirntumor tatsächlich hat. Also man wusste damals natürlich noch nicht, ist das bösartig, gutartig ist. Das muss man ja dann immer erstmal pathologisch herausfinden. Aber ein paar wenige Tage später wurde er auch operiert, und dann war eben klar, okay, es ist eigentlich der Worst-Case-Geirntumor, den du haben kannst, ein Glioblastom-Grad 4. Das hat eine mittlere Überlebensdauer von zwölf Monaten. Und damit war natürlich irgendwie so plötzlich, okay, so mein Papa ist irgendwie nicht mal 60. Was passiert hier gerade? Oder war, glaube ich, gerade 60 geworden, ich weiß es gar nicht. Und das hat mir einmal, das war so das erste Mal in meinem Leben, da hat es mir wirklich richtig den Boden unter den Füßen weggezogen. Und aus diesem, ach, ich habe hier meinen sicheren Job und alles ist irgendwie planbar in meinem Leben. Und gefühlt war es natürlich für mich auch total klar, dass mein Papa irgendwie 100 wird. Und da war plötzlich halt gar nichts mehr planbar. So, du weißt nicht mehr, wie lange lebt die Person noch, was kommt hier gerade auf uns zu, welche Herausforderungen müssen wir irgendwie bewältigen als Familie, was passiert mit dieser Erkrankung? So, keine Ahnung. So gar keine Ahnung. Und da gibt es ein paar Kalendereinträge von mir. So, da schreibe ich so als Tagesziel. Ich habe mir damals schon immer Tagesziele gesetzt. Da habe ich einfach nur so überleben aufgeschrieben oder den Tag überstehen. Irgendwie gucken, dass ich das heute schaffe. Also nur solche Einträge. Und das ist jetzt, ich habe die immer noch und es ist manchmal, gucke ich da rein und denke mir so, krasser Scheiß, war das damals wirklich. Und da war Thermomix plötzlich egal, da war der Fitnessblock egal, da war es auch egal, 600 Euro mehr im Monat zu verdienen. Da hast du einfach ganz andere Themen. Und da habe ich aber leider auch gemerkt, denn es waren viele Arzttermine, die natürlich dann wahrgenommen werden mussten: Bestrahlungen, Chemotherapien, Besprechungen beim Onkologen, dass es zwar mal so ein, zwei Sonderurlaubstage gibt in so schwerwiegenden Fällen, aber dass du halt am Ende des Tages deinen Erholungsurlaub, der eigentlich laut der Hessischen Urlaubsverordnung zu Erholungszwecken zu nehmen ist, eben dann für sowas drauf geht und es natürlich keine Erholung ist und es natürlich auch bei weitem nicht reicht, wenn sowas ist. Und wir hatten dann einen ganz, ganz tollen Onkologen, der mich netterweise auch krank geschrieben hat, damit ich da mehr Zeit verbringen konnte für diese Dinge. Aber ich habe da erstmal gemerkt, wie abhängig ich von meinem Arbeitgeber natürlich auch bin und wie wenig Freiheit ich dann wirklich habe, wenn es auch drauf ankommt. Weil die Freiheit natürlich in Urlaub zu fliegen und Zeit mit seinem Kind zu verbringen, ist alles super wichtig. Aber was ist wirklich, wenn es hart auf hart kommt? Also wenn wirklich jemand schwer erkrankt ist, wenn jemand plötzlich ein Pflegefall wird, Betreuung braucht ganz täglich. Und da habe ich mir gedacht, ich will nicht in diesem Büro hier sitzen. Also ich saß dann da und habe teilweise wirklich vom Büro aus versucht, Hospizdienste, Palliativdienste anzurufen, Pflegesachen zu klären, während der Arbeitszeit natürlich auch, weil wann erreichst du die sonst, wenn du 41 Stunden Vollzeit arbeitest. Und da habe ich gemerkt, so, nee, das kann es irgendwie nicht sein. Und dann war wie so ein Bruch eigentlich in diesem Business-Thema. Also, vielleicht war da der Same schon gelegt, aber der war ziemlich am Austrocknen. Und gleichzeitig war dieser Drang aber, der wurde wirklich hoch, weil ich dann gemerkt habe, Als mein Vater ist dann zehn Monate später leider auch verstorben, dass ich gemerkt habe, so nie wieder will ich in so einer Situation sitzen, dass ich nicht von der Arbeit weg kann, dass ich mich nicht kümmern kann, dass ich mich so überlastet fühle. Das muss irgendwie anders gehen. Und ich hatte ja schon so ein bisschen von diesem Nektar, hier kann man irgendwie Geld mit coolen Sachen auch verdienen. Hatte ich ja dann auch, ja, hatte ich schon ein bisschen probieren können. Und bin tatsächlich auch, mein Vater ist im Februar 17 gestorben, war damals in der siebten Woche schwanger mit meiner Tochter. Und habe ihm das zum Glück auch noch sagen können und hab dann quasi gemerkt, okay, du wirst jetzt hier bald noch eine ganz andere Aufgabe haben. Also dieses Thema Arbeiten und Vollzeit und irgendwie die ganze Zeit sich zu verbiegen und zwischen Kita und einem Job hin und her zu rennen. Ich habe das ja teilweise bei anderen Mamas auch gesehen, wie das läuft und dass man eigentlich immer nur auf dem letzten Drücker mit allem ist. Und da habe ich mir gedacht, das wird nicht meine Realität. Und diese Entscheidung habe ich schon in der Elternzeit damals dann auch getroffen. Ich war zum Glück dann auch in einem Beschäftigungsverbot während der Schwangerschaft. Also meine Frau und Ärztin hat auch gesagt, so, nee, nee, also sie haben mir gerade frisch ihren Papa verloren. Ich hatte davor auch eine Fehlgeburt schon. Das machen wir jetzt nicht nochmal durch. Sie bleiben zu Hause. Und das hat mir eigentlich die Chance geboten, diese Zeit, dass ich mich ganz viel mit mir beschäftigt habe und auch ganz viel reflektiert habe, wie ist es im Leben meines Papas gewesen, weil der ist mit 51 Urlaubstagen gestorben. Der hatte noch ganz viele Dinge, die er eigentlich vorhatte, ganz viele Überstunden. Ich meine, er hat gerne gearbeitet, aber trotz allem wollte er eigentlich auch ganz viele Reisen machen. Und dieses, was ist da eigentlich nicht gelebt worden, das fand ich ganz krass und das hat bei mir diesen ganz tiefen Wunsch tatsächlich geweckt, dass ich halt eben nicht mit so vielen Urlaubstagen und Überstunden und weiß ich nicht was irgendwann mal selber vielleicht sterbe, weil am Ende wissen wir ja nicht, wie lange wir noch haben. So, ich kann morgen vom Bus überfahren werden. Und dann war ich auch damals auf diversen Persönlichkeitsentwicklungsevents und zwar so ein Satz, ich weiß leider nicht mehr, von wem der war. Da ging es darum, was der reichste Ort auf der Welt ist. Kennst du vielleicht, ne? So ein bisschen, ja, haben, glaube ich, schon diverse andere auch so in ihren Speeches immer mal. Und es ist halt der Friedhof, weil da einfach so viele Träume, ungeschriebene Bücher, ungemalte Bilder, whatever, nicht rausgebrachte Podcasts, nicht gesagte Meinungen, Geschichten und Kolligen. Und ich habe mir auch so gedacht, dieses Lehr zu sterben, das ist richtig so ein Antrieb plötzlich geworden. Und dann ist es aber auch in ein anderes Extrem gekommen. Ich dachte dann, jetzt muss ich möglichst schnell alles realisieren, weil ich habe ja keine Zeit, weil, und das ist mir lange dann auch später in Coachings und auch in der psychologischen Betreuung dann nochmal klar geworden, sich so durch den Tod meines Papas, ich hatte so einen Hasseldrang plötzlich und so krass das Gefühl, dass meine Zeit abläuft, dass ich also nur noch gemacht habe, gemacht, gemacht, gemacht, gemacht, was ich vorher gar nicht gemacht habe. Also ich habe es schon immer auch sehr genossen, mein Leben, hatte diese Ruhepausen. Und jetzt würde ich sagen, komme ich gerade so an, in so einen Sweet Spot dazwischen, Antrieb zu haben, Dinge umzusetzen, zu realisieren und gleichzeitig auch das Tempo rausnehmen zu können und zu sagen können, ich genieße auch Dinge, Momente, ja, und ich mache halt das, was halt geht und was nicht geht, geht halt nicht. Und es ist natürlich, habe ich das Ziel, leer zu sterben, aber wenn ich halt morgen vom Bus überfahren werde, ja, dann wird halt das Buch noch mit ins Kraft gehen, was ich nicht mehr schreiben konnte. Aber ja, das waren viele Gedanken und Dinge, die da einfach abgelaufen sind in dieser Zeit. Deswegen würde ich sagen, so ab 2017 war dann der Punkt, an dem ich gemerkt habe, es muss auf jeden Fall was anders werden. Und ich habe dann halt auch aus diesem Gedanken heraus, ich muss mich beeilen, habe ich in der Elternzeit, ne? Mentaltrainerausbildung, die erste Coaching-Ausbildung. Damn, damn, damn, damn, habe ich gerade, ich muss jetzt die Zeit nutzen, weil jetzt muss ich gerade nicht arbeiten. Und ja, und dann habe ich nebenbei angefangen. Am Anfang habe ich viel so Ernährungsberatungsrichtung mäßig was gemacht, also Leute dann auch mental bei der Ernährungsumstellung zu begleiten. Dann ging es wirklich ins Live-Coaching und dann ist es einfach immer mehr gewachsen. Und dann kam ja 2020 Corona, damals dann auch meine Trennung von meinem Ex-Mann. Und da habe ich dann plötzlich gedacht: so, oh Gott, ich kann jetzt meinen sicheren Job nicht aufgeben. Jetzt bin ich ja alleine, so um Gottes Willen, der kümmert sich natürlich ums Kind und sowas, weil dieses, ich bin jetzt irgendwie so Teilzeit alleinerziehend und auf keinen Fall kann ich diesen Job kündigen. Und ich habe aber immer mehr gemerkt, es macht mich ja gar nicht glücklich. Also ich bin da hingegangen, meine 20, 30 Stunden Teilzeit, und ich habe, also ich sage es mal ganz ehrlich, jeden Tag wirklich abgekotzt. Ich hatte einfach gar keinen Bock, da hinzugehen. Und nebenbei lebt man dann irgendwie schon dieses Leben von, okay, ich coache Leute, Leute Interessiertes, was ich zu sagen habe, die finden meine Perspektive interessant. Also ich mache auch viel so Mentoring-Sachen, in denen es dann wirklich eher auch darum geht, als Mentorin zur Seite zu stehen. Und es ist interessant, weil man dann plötzlich auch irgendwann merkt, es ist jetzt so ein Point of no Return. Du kannst ja das nicht mehr unwissend machen, dass du das jetzt schon erlebt hast, dass es was Geileres gibt als diesen Statusjob, den irgendwie alle so feiern und den alle viel mehr bewundern, als Coach oder Mentaltrainerin zu sein. Und ja, und dann habe ich aber irgendwann, hatte ich mit meinem Ex-Mann auch nochmal ein tolles Gespräch, weil er auch gesagt hat, vor was hast du Angst, ne? So, was ist, was passiert im schlimmsten Fall? Und dann habe ich auch gesagt, ja, es kann ja gar nichts passieren. Ich bin ja trotzdem gut ausgebildet. Der Worst Case wäre, dass ich wieder in meinen aktuellen Zustand zurückgehe, der eh schon, also es ist ja, ich lebe ja quasi gerade den worst case. Also es kann ja gar nichts passieren. Ich habe einen guten Schulabschluss, ich bin gut ausgebildet. Es gibt immer eine Möglichkeit für mich, wenn es irgendwie nicht läuft, dass ich wieder irgendwas mache, damit ich nicht unter der Brücke schlafe und wusste natürlich auch, dass er da auch trotzdem für unsere Tochter und so entsprechend finanziell ja da ist. Und ja, und dann habe ich tatsächlich irgendwann diese Entscheidung getroffen und habe mir da aber auch einen Coach mit an die Seite geholt, der mich da begleitet hat, der irgendwann gesagt hat, du brauchst jetzt ein Umsatzzziel. In welchem Zeitraum brauchst du welchen Betrag, damit du sagen kannst, ich springe. Und ich habe mir dann für ein Jahr einen Zeitraum gesetzt und hatte dann dieses Umsatzzziel nach sechs, sieben Monaten erreicht. Und dann dachte ich, okay, alles jetzt in deinem Kopf ist wirklich nur noch ein Bullshit-FM, sozusagen. Es ist Quatsch, es ist genug Geld jetzt gerade da. Und dann habe ich meinen Antrag auf Entlassung geschrieben am 5. Oktober 2021. Ja. Und habe es auch nie bereut. Trotz manchmal auch Ängsten, die in der Selbstständigkeit da sind. Das darf man, glaube ich, auch nicht wegreden. Das ist nicht alles Heity Tai und Friede, Freude, Eierkuchen. Aber ja, also ich habe es nie bereut bisher.
SPEAKER_00Wow. Also das ist schon nochmal auf vielen Ebenen eine Entwicklung, die du beschreibst. Also praktisch wirklich nicht nur dieses, irgendwie habe ich Bock, was Eigenes zu machen oder so. Da ist ja echt ganz viel mit Schicksalsschlägen. Ja, wow. Ich weiß gar nicht, an welchem Punkt ich gerade ansetzen möchte, weil du hast so viele Dinge gesagt, über die ich, also in die ich alle gerne reingehen würde. Du hast ja, du hast schon sehr deutlich gemacht, wie die ganze Entwicklung mit deinem Vater, der Erkenntnis, dass er schwer krank ist und er dann ja zehn Monate später gestorben ist, dass das viel auf deinen Schultern war und dass du da praktisch zusätzlich zu deinem bisherigen Job und Sicherheit und hier und da, aber dann so ausprobieren und so spielplatzmäßig dann plötzlich so diesen Ernst des Lebens gesehen hast und dass die Uhr läuft und so. Und wie bist du damit umgegangen? Also, so jetzt, wenn man, wenn jetzt Menschen zuhören, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind, die so das Gefühl haben, okay, ich trage gerade das Gewicht der ganzen Welt auf meinen Schultern. Was hat dir da irgendwie geholfen, durch die Zeit zu gehen? Weil du hast natürlich gehofft, irgendwie, dass es möglichst gut läuft für ihn, vielleicht auch möglichst lange, weiß ich nicht. Je nachdem, wie groß das Leiden war, so. Wusstest du jetzt auch nicht, okay, in zehn Monaten ist diese Baustelle so traurig es ist, aber es ist dann sozusagen in Anführungsstrichen nur zehn Monate, das weiß man in dem Moment ja nicht. Also, was hat dir da geholfen?
SPEAKER_01Also anfangs habe ich mich ja auch so komplett als einzige dafür zuständig irgendwie gefühlt. Hat sicherlich auch damit zu tun, dass ich als älteste Tochter quasi bin bei meinem Papa geblieben nach der Scheidung und meinem Bruder zusammen, meine jüngste Schwester ist mit zu meiner Mama damals und ich habe da, glaube ich, so eine Rolle halt eingenommen. Also, wir haben ja immer Familiensysteme und so weiter. Und ich habe dann schon auch gemerkt, dass ich jetzt an der Stelle das aber nicht alles alleine machen kann. Also ist auch, ich bin halt auch nicht seine Partnerin, ich bin halt seine Tochter. Und es war extrem wichtig, da tatsächlich den Rest der Familie auch teilweise mit reinzunehmen. Es ist natürlich auch nicht jeder immer bereit dazu, muss man auch dazu sagen. Aber ich war dann wirklich auch extrem froh und bis heute ganz, ganz dankbar, dass mein Papa vier Wochen, bevor er dann ins Hospiz ist, zum Beispiel zu meinem Onkel ziehen durfte, also sein Halbbruder. Und das, ich habe, habe mich aber teilweise tatsächlich so gefühlt, als würde ich ihn da auch im Stich lassen und habe irgendwie gedacht, ich mache jetzt wieder nicht genug. Und ich glaube, da einfach wirklich auch ganz liebevoll mit sich umzugehen, zu sagen, so, ich kann nicht alles tragen. Es gibt hier auch noch andere Kinder, es gibt noch andere Familienangehörige und einfach zu sagen, so, ich brauche da Hilfe. Also wie viele versuchen ja alles alleine wirklich zu managen, auch aus so einem nicht ausgesprochenen Auftrag irgendwie von irgendwem. Also es ist ja ganz selten dann eigentlich der Fall, dass jemand sagt, so du bist jetzt komplett dafür verantwortlich. Es ist ja meistens, dass wir uns das ja selber aufbürgen. Und ja, das ist einmal so dieser Punkt, wirklich sich Hilfe im Außen zu suchen. Ich muss sagen, ich hatte damals, ich hatte noch nicht so diesen Weitblick für, es gibt zum Beispiel auch psycho-onkologische Betreuung auch für Familienangehörige oder sowas. Also ich war einfach damals ja noch nicht an dem Punkt, an dem ich, ich würde nicht mal sagen, offen war für Persönlichkeitsentwicklung. Ich glaube, ich hatte einfach gar nicht die Kenntnis, ich war nicht in dieser Bubble drin. Ich wusste gar nicht, was es da alles gibt. Und ich habe zwar schon auch mal so einen Bildungsurlaub gemacht mit Meditation und Yoga, das schon, was sicherlich so ein bisschen in diese Richtung vielleicht geht, aber dass ich jetzt irgendwie gesagt hätte, oh, ich suche mir jetzt selber eine psychologische Betreuung in dieser Zeit. Und das bereue ich im Nachhinein schon sehr tatsächlich, weil auch nach dem Tod dann meines Papas, das ist ja nicht nur die Phase, in der jemand irgendwie erkrankt ist und man einfach viel zu tun hat. Also auch nach dem Tod, du hast ja gerade auch so ein bisschen gesagt, ja, diese Baustelle ist weg. Man hat ja aber auch diese Nachlassbearbeitung. Ich habe das ganze Haus meines Papas damals ausgeräumt, es wurde dann renoviert und so weiter. Was danach alles auf einen wartet, ist ja unfassbar. Das hätte ich wirklich nicht gedacht. Und auch da hätte ich mir eigentlich eine Betreuung suchen müssen, zumal ich ja auch schwanger war. Und ich habe auch dann gemerkt, also meine Tochter ist dann im Oktober geboren worden, dass ich erst danach wirklich diese Trauer zulassen konnte. Also ich weiß bis heute nicht so ganz, ob das so mit der Grund war, weil ich auch vorher schon, ich hatte eine Eileiterschwangerschaft mit einer Not-OP, dass ich so richtig gemerkt habe, ich muss dieses ungeborene Kind beschützen. Deswegen kann ich mich dieser Trauer nicht so hingehen, weil ich will nichts gefährden irgendwie, ob das so ein Grund war, der da vielleicht unbewusst, weil ich habe das nicht bewusst gemacht tatsächlich in dem Moment. Ich habe nur irgendwie gemerkt, ich traue auch anders, glaube ich, als andere. Also ich weiß auch noch, mein Bruder war damals bei meinem Vater, als er verstorben ist und der rief mich dann morgens an und meine Antwort am Telefon war halt irgendwie so, der hat dann gemeint, ja, der Papa ist tatsächlich gerade gestorben. Und ich habe nur so gesagt, krass, ich wusste gar nicht, ob ich das sagen soll. Also, ne, und ich glaube, mein Bruder war damals auch so ein bisschen stinkig, weil die Reaktion einfach nicht das war, was er, glaube ich, gut fand oder was angemessen ist. Ich meine, da kann man eine ganz andere Podcast-Folge drüber machen, wie man, was Pietätvoll oder Pietätlos ist und wie man mit Tod umgeht. Aber ja, ich habe wirklich gemerkt, ich konnte auch wenig weinen. Also das war immer so, das kam so mal kurz hoch und dann war das relativ schnell wieder okay. So gar nicht gesund eigentlich. Und ja, ich vermute dann, das war dann nach der Geburt meiner Tochter tatsächlich, ich meine, da ist man hormonell sowieso ja in einem ganz anderen Status dann als Frau. Da rutscht ja einmal alles runter, aber dann kam das mit diesem Trauerding. Und auch da, ich hätte mir da eigentlich, also heute rückblickend denke ich, warum ist sie damals nicht zu einem Psychologen gegangen? Warum hat sie sich nicht, ne, oder auch zu einem guten Coach oder so. Also es hätte ja so viele Möglichkeiten gegeben und dieses, ich muss es alleine schaffen, auch so ein Kindheitsprägungsthema, ne, aber das habe ich da ganz stark ausgelebt. Und das kann ich auf jeden Fall nicht empfehlen. Also wirklich zu sagen, es gibt so viele, auch Gesprächsgruppen mit anderen Angehörigen von Erkrankten. Also man ist ja nicht alleine damit. Und auch wenn diese zum Beispiel diese Erkrankung meines Vaters, Glioplastom, angeblich super selten ist, ich kenne alleine jetzt zwei, drei Leute im ihren Umfeld, bei denen es auch Angehörige gibt mit einem Glioplastom. Dann denke ich immer, okay, so random kann es ja gar nicht sein. Ja, einfach darüber zu sprechen. Und was, glaube ich, auch ganz wichtig ist, seinem Umfeld mitzuteilen. Damals hatte ich leider auch noch nicht so diese Bewusstheit, das zu tun, aber was wünsche ich mir eigentlich? Weil ich habe mich manchmal sehr schnell auf den Schlips getreten gefühlt, wenn ich irgendwie mit Leuten zu einem Grillabend bin und dann haben die plötzlich nach meinem Papa gefragt, dann denke ich, wie können die jetzt nach meinem Papa fragen? So, jetzt habe ich mal heute einen Abend, an dem ich da nicht dran denke und an dem ich mal ein bisschen freier sein will und dann fragen die, ja, aber es hat ja mit den Leuten, also ich kann ja ganz klar auch sagen, wie ich es mir wünsche, gerade im engsten Vertrauten und Freundeskreis. Und einfach die Erwartungen klar zu kommunizieren, auch zu sagen, hey, so ich bin froh, wenn ich heute Abend draußen bin, ich will da nicht drüber sprechen, so ich erzähle es euch gerne mal wann anders, was der Stand ist. So, das darf man ja äußern. Und ich habe mir damals aber, ich hätte mir auch noch gar nicht irgendwie erlaubt, eine klare Erwartung auszusprechen. Also, wer bin ich, dass ich jemand was vorschreibe? So, und es geht ja gar nicht um Vorschreiben, es geht ja einfach auch um Wünsche zu äußern und was einem selber gut tut. Und jeder Freund hätte das natürlich gerne für mich erfüllt. Und andere wiederum, die habe ich dann verurteilt, weil sie nicht gefragt haben. Wie ignorant. Die haben nicht mal nach meinem Papa gefragt. Die tun so, als würde es das Thema nicht geben. Und im Endeffekt ist es gar nicht gegen die, sondern es hat ja total viel mit mir zu tun gehabt, was ich eigentlich nicht bewusst äußern konnte und wo ich auch wahrscheinlich einfach total überlastet war. Ja, also ich glaube, das ist es: Erwartungen äußern, wirklich seine Bedürfnisse mitteilen und sich wirklich Hilfe holen. Also das wären absolut Dinge gewesen, die ich hätte machen sollen. Weil Überleben, durchhalten und den Tag irgendwie rumkriegen als Tagesziel im Kalender ist nicht cool. Nicht cool, ja.
SPEAKER_00Wow. Und fast schon, als hätten sich so Tod und Leben die Klinke in die Hand gegeben, bist du dann Mutter geworden. Und das, du hast schon beschrieben, was ich übrigens sehr begrüße, weil Fehlgeburten sind sowas Normales und kaum jemand spricht darüber. Da fand ich das von sehr, sehr gut, dass du das sehr normal erwähnt hast. Genau, dann kam deine Tochter, und da kam dann viel Emotionales und vieles, was nicht raus durfte, kam dann raus, weil man, glaube ich, dann auch gar nichts mehr zurückhalten kann. Was ja natürlich auch nochmal so eine große Veränderung auch in der eigenen Persönlichkeit und in der eigenen Rolle mit sich bringt. Ich bin auch zweifacher Vater und ken dieses, man setzt sich auch mit der eigenen Identität nochmal ganz anders auseinander. Weil man ist am Anfang erstmal Mutter und Vater und hat auch nichts anderes, worauf man sich fokussieren kann. Dann kommt irgendwann dieses, aber warte mal, ich bin ja aber auch noch ein eigener Mensch. Ich habe auch noch eigene Interessen und so. Und das hilft, glaube ich, dann auch vielleicht nochmal neu zu sortieren und vielleicht auch auszusortieren und zu schauen, was will ich eigentlich machen. Daher glaube ich, dass auch das vielleicht einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass du dann nachher auch einen eigenen, einen anderen Weg gegangen bist, weil dann gemerkt hast, was ist mir eigentlich wichtig? Vielleicht kannst du dazu noch ein bisschen was erzählen.
SPEAKER_01Ja, ich glaube, dieser, also diese Elternzeit war wirklich wie so ein Reset. Und weil ich in der Zeit auch, also ich war ungefähr ein Jahr in Elternzeit, manche machen ja auch länger, das ist für mich immer so ein Jahr Standard, aber es gibt ja da auch andere Modelle. Genau, ich war ein Jahr in Elternzeit und ich habe dann halt auch irgendwie gemerkt, okay, es gibt so Menschen im Umfeld, die melden dann ihr Kind gleich ganztags in der Kita oder in der Krippe oder weiß ich nicht was an. Und irgendwie hat sich das für mich schon von Anfang an so ein bisschen falsch angefühlt. Ich meine, wir hatten unsere Tochter dann auch erst in der Krippe, aber und es dauert immer noch an, so die wird jetzt schon neun dieses Jahr, aber ich merke immer mehr, dass das nicht so das Konzept ist, was ich selbst ganz persönlich irgendwie jetzt unterstütze, dass Kinder schon mit super wenigen Lebensmonaten teilweise wirklich fremd betreut werden, irgendwie den ganzen Tag. Und ich habe mir dann auch immer natürlich auch nochmal so einen Hinblick auf diese Sache, als mein Vater dann da auch einfach betreut werden musste, habe ich mir dann so die Frage gestellt, ja, was ist denn mit meinem Kind halt auch, wenn es krank ist? Und dann hatte ich ja eine beschränkte Anzahl an Kindkranktagen in meinem Job. Habe so gedacht, also Entschuldigung, aber wenn mein Kind krank ist, dann ist es halt bei mir und bei keinem anderen. Und nee, dann muss es auch nicht bei der Oma sein, auch wenn es sonst mega Spaß hat bei der Oma, aber wenn mein Kind hochfiebert, dann muss es bei mir sein. Ganz einfach. Und ja, und das waren dann immer wieder so diese Erfahrungen, in denen ich irgendwie gemerkt habe, dass hier gerade ein totales Missmatch zwischen allem, allen Werte, die ich irgendwie habe. Also weil natürlich war mein Kind dann irgendwie mal einen Tag länger krank, ja, dann was macht man jetzt? Lügt man da jetzt, sagt man jetzt, man hat selber Kopfschmerzen. Also ich will ja gar kein Anlügen, ich habe da gar keine Lust drauf, aber das System zwingt einen ja fast manchmal dazu. Und alles in allem habe ich einfach gemerkt, das muss irgendwie anders, also es muss irgendwie anders gehen. Es muss eine andere Möglichkeit geben. Und ich bin ja dann auch, wie ich auch berichtet habe, ich war dann auf Seminaren selber gecoacht worden und ich habe ja plötzlich ganz viel kennengelernt, was es an alternativen Lebensrealitäten gibt. Und ich habe, da gibt es so ein schönes Bild, was ich mal, oder was mir mal jemand so quasi gedanklich gemalt hat. Das kannst du dir vorstellen, das ist so eine Leiter und oben siehst du halt eine Wolkendecke. Und du denkst halt, die Leiter ist da zu Ende, weil du kannst ja gar nicht weitersehen. Und wenn du dich aber dann mal traust, diese Leiter hochzugehen, irgendwann merkst du, mein Kopf kann einfach durch die Wolken. Und dann siehst du da oben, dass es halt viel weiter geht. Und ich habe halt plötzlich festgestellt, es gibt Menschen, die haben drei Kinder und die führen Unternehmen und die arbeiten trotzdem nur 20 Stunden die Woche und die können ganz entspannt davon ihren Lebensunterhalt bestreiten. Und ich rede jetzt hier noch gar nicht von irgendwie Luxus und weiß ich nicht, wir fahren fette Porsche oder sonst was, kann man natürlich auch alles noch sich dann wünschen und realisieren. Aber einfach mal, es gibt eine Realität, in der Menschen absolut ausreichend Zeit für ihre Kinder haben, ohne dass die von 8 bis 17 Uhr in der Betreuung sind. So, es gibt eine Realität, in der was auch immer noch möglich ist. Also da kann ja jeder für sich mal überlegen, so was könnte es vielleicht noch geben. Und ich bin, glaube ich, schon auch so durch diese kleinen Sachen mit hier mal Thermomix und hier mal Block. Ich bin schon so ein bisschen diese Leiter hoch und jeder Schritt bringt dich ja wirklich höher. Und als ich dann wirklich mal durch diese Wolkendecke geguckt habe, habe ich mir gedacht, das ist ja crazy, das ist ja geistesgestört, was da alles gibt. Ja, also davon habe ich ja gar nicht träumen können irgendwie. Also, das natürlich wusste man, es gibt irgendwie millionäre Unternehmer, es gibt Menschen, die leben sonst wo auf der Welt, die sind ja quasi ortsunabhängig oder was auch immer. Und ich war dann am Anfang sogar fast so ein bisschen lost: so, okay, was will ich denn jetzt eigentlich davon gerne? So krass, ich kann mir vielleicht auch noch andere Sachen wünschen für mein Leben, als ich gehe mit 67 dann in meinen Ruhestand als Beamtin, lebe irgendwie in meinem Haus und fahre irgendwie den Astra zu Ende und weiß ich nicht was. Und das ist, also für mich hat das tatsächlich ein bisschen überwältigt, muss ich sagen. Und gleichzeitig war das dann aber auch so, dass ich, also du bist ja jetzt selber Papa. Manchmal gucke ich meine Tochter an und denke, krass, mal gucken, was du noch auf der Welt so verändern wirst. Weil ich meine, es gibt irgendwo mal Menschen, die sind auf die Welt gekommen und die haben dann irgendwann einen Nobelpreis verdient. Oder es gibt Menschen, die sind halt auf die Welt gekommen und die haben irgendwann einen Krieg angefangen. Und es gibt Menschen, die haben was weiß ich was für Erfindungen gemacht. Und deswegen können wir mittlerweile halt Organe transplantieren oder was auch immer. Und ich denke dann immer, wie crazy ist es doch, wie viel Potenzial in jedem einzelnen Menschen eigentlich irgendwie drinstecken kann. Und dann denke ich immer so, ich selber will ja auch, und das ist, glaube ich, dann auch wichtig, die Elternrolle habe ich am Anfang viel so verstanden, ich muss jetzt dir vorgeben, wie es zu sein hat, wie isst man am Tisch, wie weiß ich nicht, wie zieht man sich an, ich bringe dir halt das Laufen beides, Reden, das Fahrradfahren, was auch immer. Und irgendwann habe ich aber gemerkt, okay, das ist ja auch viel, dieses, wie habe ich es gelernt und wie bringe ich es dir eben bei? Und mittlerweile bin ich mehr so in diesem, okay, was will ich eigentlich, was meine Tochter sieht, was ich tue, und was lernt sie dadurch? Nicht so, ich zeig dir jetzt so isst du so, sondern mehr, was bin ich eigentlich für ein Vorbild? Und ich war eigentlich damals auch sehr traurig darüber, dass mein Papa mit so vielen Träumen und Wünschen, also er wollte zum Beispiel immer drei Jahren Babrio fahren, das hat er sich halt nie gekauft und nie erlaubt und hat es immer auf den Ruhestand geschoben und seine Deutschland-Rundreise, die er machen wollte, alles wurde immer auf den Ruhestand geschoben. Und dann habe ich mir irgendwann gedacht, das hat mich so traurig gemacht, dass ich mir dachte, ich will nicht, dass meine Tochter mich mal irgendwann anguckt und sagt: So, ja, meine Mama, die hat halt immer nur drüber geredet, dass sie das macht oder die hat immer nur geredet, dass sie mal irgendwie ein Buch schreiben will, sondern wie geil ist es, wenn ich meiner Tochter einfach mein Buch hinterlasse oder wenn die einfach irgendwann 500 Podcast-Folgen hat, die sie sich anhören kann. So, und das waren irgendwie viele Dinge, die haben sich bei mir wie so ein Zahnrad. Das hat sich so richtig perfekt plötzlich, ja, es hat einfach so gepasst. Ich habe irgendwie gedacht, es macht plötzlich so Sinn. Dass eigentlich auch meine berufliche Erfüllung oder mein beruflicher Weg mich auch für alles andere eigentlich freiräumt, dass alles irgendwie möglich ist. Und ich glaube, das ist so diese Kombi, wieso ich dann auch gesagt habe: so jetzt muss ich auch den Schritt wagen, weil nur reden, ja, das ist es nicht. Ich muss es schon auch vorleben. Und ich hoffe auch, dass sie irgendwann, wenn sie diesen Wunsch hat, selbstständig sich zu machen oder so, dass sie auch einfach sagt: so, hey, meine Mama hat es auch gemacht, klar kann ich das. Und nicht irgendwie sagt, so wie ich, ja, okay, mein Papa hat gesagt, Beamtentum ist irgendwie sicher und so um Gott. Und ich will ihn auch gar nicht verurteilen, weil das ist natürlich auch seine Realität. Und mein Papa hat auch einen krassen Werdegang, der hat nochmal sein Abi nachgeholt und sowas. Also ich wüsste auch, ich würde ja gar nicht hier sitzen, wenn es ihn nicht gäbe und wenn der nicht mir so viel ermöglicht hätte. Aber mich hat es richtig traurig gemacht, dass er sich nicht mehr erlaubt hat, so in seinem Leben, ja.
SPEAKER_00Wenn du, wenn du davon so erzählst, deinen Werdegang mit Selbstständig sein und so weiter, ich höre da so zwei Ebenen raus. Das eine ist, du magst die Freiheit und dieses selber was machen und so, was ja gefüllt werden kann mit jedem Thema, wo man sich selbstständig macht. Du hättest, also du könntest ja auch Thermomix verkaufen. Wobei, das ist nicht ganz selbstständig sein. Du könntest sowas, ja, keine Ahnung, was auch immer. Also du könntest, du kanntest wirklich alles Mögliche im Prinzip machen und selbstständig. Aber gleichzeitig ist es nicht nur, okay, ich will selbstständig sein, ich brauche jetzt irgendein Thema, sondern du hast ein Thema und das passt zu deiner Person und zu deiner Bestimmung sozusagen. Und das hat sich ja relativ früh irgendwie schon gezeigt. Und jetzt mittlerweile bist du aber da irgendwie so voll angekommen, habe ich den Eindruck, in deinem Thema und im Begleiten von Menschen. Und wir haben jetzt relativ viel Zeit so über den Werdegern gesprochen. Und ich finde, der ist ganz, ganz wichtig, weil man dadurch dann ganz anders verstehen kann. Es ist eben nicht nur, okay, Coaching läuft halt und so. Und man sieht, ganz viele Leute machen sich als Coaches irgendwie selbstständig, sondern das passt zu dir als Person, das passt zu deiner Biografie, du kannst wirklich aus Erfahrungen sprechen bei all den Dingen, die du machst. Was genau machst du?
SPEAKER_01Jetzt hast du so einen Nerv getroffen. Ich und meine Positionierung sozusagen. Ich sage immer so: Ich könnte, glaube ich, noch so viel mehr machen und es fällt mir unglaublich schwer, mich immer so auf den Punkt zu fokussieren, um was geht es ganz konkret. Weil, also natürlich geht es nach außen viel ums Thema vom Aufschieben ins Umsetzen, Ziele erreichen, ein anderes Mindset zu bekommen oder das Mindset oder die Identität, die man eben auch braucht, um sich dieses Leben zu kreieren. Und gleichzeitig merke ich ja dann immer in der Arbeit mit Kundinnen, mit der Community, das ist ja so tiefschichtig. Also, eigentlich macht man ja auch tiefenpsychologische Arbeit teilweise, auch ohne jetzt irgendwie Psychologe zu sein, oder viele sind auch eh in der psychologischen Betreuung und wollen noch Coaching on top machen und so. Und ich versuche dann immer nicht so viel über die Tools und Techniken natürlich zu reden, weil man verkauft ja auch immer ein Ergebnis und ein Gefühl und was auch immer. Aber trotz allem glaube ich, dass es wichtig ist, auch dann mal manchmal so hinter die Kulissen mal gucken zu lassen, ja, wie macht man das eigentlich? Und da bin ich dann auch immer sehr stolz zu sagen, ich habe einen tollen Journalingkurs zum Beispiel, den man machen kann, weil ich so ein Journaling-Fan bin. Und natürlich verkauft sich das nicht so gut zu sagen, jetzt mach mal den Journaling-Kurs, damit du Journaling als Selbstcoaching-Tool lernst, als okay, Zeitmanagement und dies und das und jenes oder nimm halt irgendwie zehn Kilo ab. Ich glaube, was etwas ist, was Menschen viel bei mir bekommen, sind andere Perspektiven, sind auch Klartext. Also gerade auch so direkt in den Calls, auch mit Kunden, ich nehme da halt selten einen Plattform einen Mund und ich bin da schon auch von meinem Coaching-Stil eher provokativ unterwegs, würde ich sagen, weil ich das liebe, so ein bisschen das rauszukitzeln. Also ich bin nicht so, okay, wir packen uns jetzt in Watte. Ich glaube, das liegt auch daran, weil ich das halt selber so auf die harte Art und Weise gelernt habe, wie plötzlich ein Leben aussehen kann oder halt auch nicht mehr da sein kann. Und deswegen fällt es mir manchmal schwer, tatsächlich das so auf den Punkt zu bringen oder in einen Satz, wofür ich eigentlich stehe. Und weil auch jede Kunde natürlich die Zusammenarbeit, ich coach jetzt aktuell nicht mehr viel einzeln, aber weil jede Kunde natürlich auch die Zusammenarbeit mit mir immer anders wahrnimmt und glaube ich auch was anderes bekommt. Also, wenn mir zwei verschiedene Personen die gleiche Frage stellen, gibt es halt selten die gleiche Antwort, weil ich natürlich immer auch schaue, wer sitzt mir da halt einfach gegenüber. Und ich würde auch dir als Mann wahrscheinlich einen komplett anderen Input geben zu einem bestimmten Thema als als Frau, weil ich jetzt auch weiß, als Mann funktionieren dann Hormone anders, du wirst ganz anders über Dinge denken, das ganz anders betrachten, als wenn jetzt vielleicht deine Partnerin da sitzt. Und deswegen tut es, also ich tu mich damit tatsächlich schwer. Ich wünschte, ich hätte jetzt so einen Elevator-Pitch on point, der direkt sagt, so Bäm, das kriegst du bei mir, aber es fällt mir schwer. Es fällt mir schwer.
SPEAKER_00Aber würdest du, würdest du vielleicht unterschreiben, wenn man sagt, du hilfst Menschen, ihr Potenzial auszuschöpfen und nicht liegen zu lassen?
SPEAKER_02Ja, klingt gut, ja.
SPEAKER_00Du meinst ja so, du willst, ich glaube, du hast gesagt, leer sterben. Es gibt ja auch dieses Buch Die with Zero oder so. Also eben diese Idee, eben nicht, das mit dann in den Tod zu nehmen und nicht umgesetzt zu haben. Und ich finde, deine Biografie, deine Erfahrungen mit deinem Vater, das, was du tust und so weiter, ich finde, das ist eigentlich ziemlich eindeutig. Dieses, okay, ich will, dass eben Leute jetzt machen, was sie wollen. Und vielleicht einerseits vielleicht halt rausfinden, was will ich eigentlich machen und wer bin ich eigentlich, was sind meine Träume und dann diese auch leben.
SPEAKER_01Ja, ich glaube, das ist, also am Ende, ich sage ja ganz oft auch, ich bringe dich vom Aufschieben ins Umsetzen und ich meine, letztlich geht es ja auch darum, wie oft haben die Leute kein Why, also kein Warum, was stark genug ist, wieso sie einfach auch nicht umsetzen, weil sie gar keinen Zug haben zu irgendeinem Ziel, zu einer größeren Vision. Und deswegen auch in meiner Membership, da gibt es halt einen Vision Board-Kurs, da denke ich mir, wer den halt nicht macht, ist halt blöd. Also geht jetzt nicht nur um das Board erstellen, sondern wirklich die Vision einfach auch von seinem Leben zu kreieren. Weil da zeigt sich ja dieses ganze Potenzial, was da möglich ist. Und das wächst ja auch. Also wenn ich dieses Jahr das mache, das ist ja nicht das Endergebnis, was für den Rest meines Lebens gilt. Also ich kann ja nächstes Jahr was Neues da drauf packen. Und ich bin ja nächstes Jahr auch wieder ein anderer Mensch, weil ich ja wieder andere Sachen erlebt habe. Das ist ja, ja, also ja, nee, finde ich, trifft's gut.
SPEAKER_00Als Privatperson praktiziere ich buddhistische Meditation sehr viel. Und da gibt es ein Konzept, man spricht von den vier Kontemplationen. Also vier Themen, mit denen man sich auseinandersetzt. Und das ist was, was ein in der Tradition, in der ich mich bewege, eigentlich immer begleitet, aber gleichzeitig auch innerhalb von so einer bestimmten Methode, die jahrelang dauert, um sie, um sie zu praktizieren, ganz am Anfang steht. Und diese vier Themen, das erste ist die Kostbarkeit des menschlichen Lebens. Also wie einerseits natürlich, wie wichtig und dankbar man sein kann und so weiter, aber auch welche Potenziale das mit sich bringt. Das zweite, und der Aufbau, die Reihenfolge ist auch, hat auch einen gewissen Sinn. Die zweite ist Vergänglichkeit und Tod. Also praktisch all diese tollen Dinge, all die Dinge, für die wir dankbar sein können, all die Potenziale, die wir mit uns tragen und eben all diese Träume und Wünsche und so weiter, könnte man sagen, könnte so vorbei sein. Man weiß es nicht. Es gibt nicht nur alte Menschen, die sterben, es gibt auch Kinder, die sterben und alles dazwischen. Und generell vergeht alles. Man kann praktisch auch nicht erwarten, dass irgendeine Sache einen glücklich macht und dann für immer glücklich einen machen kann, weil sie dann für immer so bleibt. Das dritte ist dann Ursache und Wirkung, letzten Endes Karma, also praktisch alles, was ich mache, führt zu irgendwas. Also dann wirklich die Handlung. Also in die Handlung übergehen, Karma heißt auch übersetzt Handlung. Und das letzte wäre dann sehr buddhistisch auf den ersten Blick, Samsara, aber übersetzt ist es im Prinzip einfach nur die Fehlidee, dass Dinge außerhalb von uns uns glücklich oder unglücklich machen, sondern letzten Endes ist es unsere Reaktion darauf. Und man beschäftigt sich damit und so weiter. Und insbesondere dieses Zweite mit Vergänglichkeit und Tod, das da wird ein sehr, sehr großer, eine sehr große Gewichtung drauf gelegt, weil man halt sagt, das bringt dich wirklich ins Machen. Und das fand ich so interessant, weil das ist, was ich bei dir eben vollgefunden habe. Diese Situation, diese Wahrheit irgendwie zu erfahren, kann so eine Energie geben. Und aus so etwas Traurigem jemanden gehen lassen zu müssen und so eine schwierige Situation zu durchleben, kann halt auch was erwachsen danach so. Und diesen Druck und dieses, also auf positiv gesehen und dieses, die Zeit nicht verstreichen lassen wollen, ungetan, das gibst du ja weiter. Und das finde ich so spannend an deiner Arbeit. Dieses, weil auf den ersten Blick, wenn man jetzt so deine Bio liest, dann wirkt es so wie Hilfe gegen Prokrastination und so. Und das Prokrastinieren nervt halt ein bisschen und so und man hat das Gefühl, man ist so faul und so, aber da steckt ja viel mehr dahinter. Da steckt ja so dieses, ey, lass dein Potenzial nicht liegen, so mach was. Du möchtest was machen, dann mach auch so. Und daher dieses, an irgendeiner Stelle habe ich gelesen, du teilst gerne Arschstritte. Und das ist auch, was du gerade so ein bisschen beschrieben hast. Passt voll gut. Und das, das finde ich cool. Und entsprechend begleitest du Leute. Du hast schon gesagt, du machst verschiedene Coachings und so weiter, aber du hast jetzt auch eine Plattform, auf der man praktisch, wenn man jetzt nachts um zwei denkt, so jetzt bräuchte ich, glaube ich, einen Arschstritt, kann man sich ihnen da holen. Vielleicht kannst du ein bisschen was noch zu deiner Plattform erzählen, deiner Own Your Life App.
SPEAKER_01Genau, sehr gerne. Also die Idee ist schon 2024 entstanden und ich habe mir tatsächlich die Frage gestellt, weil ich immer wieder die Erfahrung gemacht habe: es gibt Kunden, die haben in Coachings krasse Durchbrüche oder erzählen mir auch von Sitzungen auch bei ihren, ja, also psychologischen Sitzungen und Co. und sagen immer so, jetzt weiß ich es voll klar. Und dann sprechen wir uns zwei Wochen später und irgendwie ist halt nichts passiert. Und ich habe mir immer gedacht, also ich habe dann mal an mir gezweifelt, an dem anderen Psychologen, hab mir so gedacht, wir machen unsere Arbeit nicht gut, was ist da los irgendwie? Und ich habe, dann habe ich ja Kurse rausgebracht und dann haben die Leute die Kurse gemacht und nochmal und auf dem Papier rational alles, alles klar und dann ist halt wieder nichts passiert. Und ich habe mir irgendwann gedacht, es kann nicht sein. Und dann habe ich mir gedacht, okay, wie schaffe ich das eigentlich? Warum klappt es bei mir, dass ich die Sachen umsetze? Wieso klappt es bei mir, dass ich meine Ziele erreiche? Und was ist der Unterschied zwischen mir und meinen Kunden? Und dann habe ich halt gemerkt, okay, ich mache halt super viel Mental Training im Alltag und die sind richtig faul, was das betrifft. So, die machen ihre Coaching-Session, die machen ihren Kurs und dann passiert aber halt nichts im Alltag, der Alltag kickt halt rein. Und dann ist halt Stress und Kinder und Job und weiß ich nicht was. Und dann geht es in Vergessenheit. Und dann haben sie wieder so, ah, cool, in zwei Wochen setze ich mich wieder dahin mit meinem Coach oder mit meinem Psychologen oder ich mache wieder den Kurs. Aber so. Und dann haben ganz oft meine Kundinnen zu mir gesagt: Ja, ich hätte halt gerne eigentlich dich auf der Schulter oder im Ohr, weil wenn der Moment ist, wenn ich dann wieder irgendwie das nicht mache, was ich halt eigentlich umsetzen wollte, was ich gesagt habe, was ich mache und so weiter, dann brauche ich dich eigentlich so on demand. So, dann brauche ich diesen Arschritt oder ich will mich dann gerade mal runterregulieren oder ja, und dann hatte ich in meinem, ich habe ein großes Mentoring-Programm lange gehabt, die On Your Life Academy, die gibt es jetzt aktuell nicht mehr. Aber da hatten meine Kundin WhatsApp-Support, 24-7. Ich habe natürlich nicht immer 24.7 gearbeitet, weil ich habe auch noch im Privatleben, aber die wussten, die konnten mir immer schreiben. Und ich bin da auch richtig hinterher gewesen, den super schnell zu antworten. Also es heißt, manchmal hat mir auch abends um halb elf jemand geschrieben, welche noch nicht im Bett war, ich habe es gesehen, ich habe halt versucht zu antworten, hat sie auch gesagt, krass, dass du halt instant antwortest so. Es hilft mir halt wirklich jetzt in der Situation, in der ich mich halt befinde. Weil jetzt bin ich gerade aufgebracht, weil ich irgendwie ein schwieriges Gespräch hinter mich gebracht habe oder jetzt bin ich gerade unruhig, weil ich weiß, morgen ist mein Vorstellungsgespräch. Jetzt weiß ich, ich muss eigentlich noch das machen, weil morgens eine wichtige Abgabe und ich krieg es wieder nicht gebacken. Und dann habe ich das halt lange über WhatsApp probiert. Jetzt bin ich halt nicht immer wach und auch nicht immer greifbar und nicht klonbar und hab dann irgendwie gedacht, so wie cool wäre es, wenn es mich wirklich on demand gäbe. Und einfach diese kurzen Audio-Impulse, die ich nämlich dann immer als Antwort gebe, also ich habe dann immer eine kurze Sprachnachricht per WhatsApp aufgenommen und habe halt immer gesagt, hey, pass mal auf, erinnere dich hier dran, wir machen das. Und ich habe halt super oft auch dann doch das Gleiche gesagt. Also so eine meiner Lieblingsfragen oder drei Fragen sind immer, worauf liegt gerade dein Fokus? Wo könnte dein Fokus liegen? Worauf willst du, dass dein Fokus liegt? Weil ganz oft, wenn die wieder, ich sage immer so, auf dem Zukunftsplaneten oder auf dem Vergangenheitsplaneten rumspringen und wir eigentlich gerade versuchen, im Hier und Jetzt zu sein. Und dann habe ich mir irgendwann gedacht, so ich habe das jetzt, glaube ich, in der Woche 20 Mal als Sprachnachricht rausgeschickt. Kann auch nicht, und wir wissen ja, ich bin ein bisschen faul, das kann ich bestimmt anders machen. Und daraus ist irgendwie nach und nach diese App-Idee entstanden. Und ich dachte mir, okay, so eine Mental Training-App für den Alltag, in der halt einfach diverse Audios drinnen sind, die du nutzen kannst in diversen Situationen. Und da fangen wir wirklich an von ich gehe abends duschen und ich möchte mich eigentlich so ein bisschen vom Tag halt beruhigen. Und was passiert ja oft, wenn wir alleine mit unserem Kopf sind, der fängt dann schon wieder an. Die Einkaufsliste, ich muss noch das Geschenk für die Tante Erna besuchen, oh, morgens noch die Präsi, di, di, di. Und mir persönlich hat das halt selber geholfen, dass ich mir auch Audiosprachnachrichten oder sowas aufgenommen habe und die auch selber gehört habe. So um mich dann mal, ne, wir bleiben jetzt im Moment, dies und das und jenes. Also es sind mal Achtsamkeitssachen, aber es sind eben auch mal so wirklich diese Arsch-Stritte. Also es gibt auch ein paar Audios, die wirklich Arschritt-Audios heißen. Und dann habe ich mir gedacht, das mache ich einfach zur Realität für meine Kunden, sodass die halt die Möglichkeit haben. Und kann auch sein, du stehst im Stau und du könntest jetzt natürlich eine Freundin anrufen, mit der Smalltalk halten. Und es ist vielleicht auch super nett, sich mit der auf die Art und Weise mal wieder zu verbinden. Aber du könntest dich ja auch mit deinem Future Self verbinden, wie du eigentlich sein möchtest, mit deinen Zielen. Und natürlich nicht im Meditationsstil mit geschlossenen Augen im Straßenverkehr, aber deswegen haben wir die Audios dann auch markiert, ne? So, das ist bitte hier für sitzend oder liegend, das ist für du bist unterwegs, du machst bitte deine Augen jetzt nicht zu. Es gibt halt Guided Walks, also zum Beispiel dein Potenzial wieder wahrnehmen und erkennen, während du halt 30 Minuten spazieren gehst. Und das Ganze ist dann einfach auch mit Musik unterlegt, die dann je nachdem, was es für eine Art von Audio ist, eben aktiviert, also dich ein bisschen von der Energie ein bisschen anhebt oder auch mal reguliert, dass du sagst, okay, ich entspanne mich mehr. Und ja, das gibt es dann passend für Geburtstage zum Jahreswechsel, dass du einfach bewusster bist in deinem Alltag und weißt, okay, ich habe hier mein Handy, ich mache das jetzt an. Das ist natürlich alles mit meiner Stimme. Die muss man also gerne mögen. Und ich kann mir das einfach jetzt gerade holen, was ich halt brauche. Und perspektivisch auch, das haben wir jetzt noch nicht umgesetzt, aber wäre es natürlich auch super nice, wenn es so einen kleinen Button gäbe und man kann kurz mal reinquatschen, so wie meine Kunde und sonst, was man gerade für ein Thema hat. Und es werden dann natürlich die passenden Audios rausgesucht. Also da sind wir auch gerade dran, es gibt ja mit KI mega viele Möglichkeiten tatsächlich. Und das ist die Idee der App. Und ja, die gibt es jetzt seit Oktober. Die hat mich unglaublich viel Nerven und Geld gekostet, kann ich sagen. Also das war auf jeden Fall eine Sache, da musste ich auch sehr viel Überwindungsprämie bezahlen, zu sagen, ich nehme jetzt dieses Geld in die Hand und glaube an diese Idee. Und ja, ich hoffe, dass sie noch ganz, ganz bekannt wird. Deswegen danke auch, dass ich da heute drüber sprechen darf, weil ich glaube, für viele ist noch gar nicht ganz klar, was die eigentlich bewirken kann und ja, wie krass das wirklich ist. Also ich habe auch heute Morgen, ich habe heute einen busy Tag. Ich bin hier leider auch zu spät ins Podcast-Interview reingerauscht. Ich hatte noch andere Calls, ich habe später noch Calls und dann habe ich zum Beispiel eine Audio, die geht fünf Minuten Vorbereitung auf einen busy Tag. Und ich habe das heute Morgen, während ich noch mein Mittagessen eingepackt habe, wirklich in der Küche hören können, parallel. Also ich muss noch nicht mal extra Zeit freischaufeln. Und wir haben alle wenig Zeit, gerade wenn man Eltern ist. Man hat nicht immer diese Zeit, zu sagen, jetzt ist hier eine halbe Stunde irgendwie nochmal Rückbesinnung auf mich und so drin. Ich wünsche es natürlich jedem, dass er das schafft, aber es wird nicht jeden Tag vielleicht möglich sein. Und genau dafür ist es einfach auch, dass man weiß, hey, ich höre das jetzt nebenbei und bringe mich eben in eine bestimmte Energie und kann meine Gedanken auch ein bisschen in Bahn lenken. Und für mich ist es schon, ich höre das dann und dann geht es, okay, pass mal auf, wie wäre es, wenn du heute einfach davon ausgehst, dass das alles laufen wird und dass es total entspannte Termine werden? Und was wäre denn, wenn, ne? Und ich setze natürlich damit so ein paar mentale Samen und es bringt natürlich ein ganz anderes Ergebnis dann auch von der Energie. Und ich bin sogar ganz entspannt dann zu spät ins Interview gekommen. Früher hätte mich das wahrscheinlich auch mehr gestresst. Aber es ist tatsächlich so, soll so ein absolutes Everyday-Tool sein, was dich einfach begleitet auf deinem Weg, um wirklich zu sagen, I own my life, sage ich dann ja immer so schön. Weil wie cool ist es, wenn du weißt, ich habe da einfach was, was mir dabei hilft, mich eben wieder auf die Schiene zu bringen, dass ich eben wirklich mein Potenzial lebe, dass ich meinen Zielen hinterherrausche und mich jetzt nicht in irgendwas wieder verliere und vergesse und irgendwie da, ich sag immer so ein bisschen rumpimmel. Nicht so ein schönes Wort, aber ja. Genau.
SPEAKER_00Geil, richtig cool. Also ich finde die Idee sehr, sehr gut. Und ich glaube auch, dass man sehr gut davon profitieren kann, weil ganz viele Menschen wissen, was sie wollen, aber oder wissen es vielleicht noch nicht so ganz, aber ja, es hapert dann letzten Endes an der Umsetzung. Und da wirklich auf mentaler Ebene begleitet zu werden, da eben die Impulse zu bekommen, das finde ich eine hervorragende, wunderbare Idee.
SPEAKER_01Und 14 Tage sind kostenlos, ganz wichtig. Also ist ja, also ihr habt wirklich erstmal, ihr könnt einfach alles hören, weil es muss, euch muss natürlich auch die Stimme und alles gefallen. Und es ist völlig legitim, wenn man jetzt sagt, es ist nicht mein Vibe, der will ich jetzt nicht hören, soll es auch geben. Und das ist natürlich völlig okay, aber genau, ja. Und perspektivisch haben wir auch schon überlegt, ob es sogar auch mal männliche Stimmen halt gibt. Also, dass ich das entweder mit Sprechern dann auch gewisse Audios einsprechen lasse, weil du halt auch als Mann jetzt vielleicht zum Beispiel sagen würdest, okay, diese Duschgeschichte, ich finde es auch schön, voneinander durchgeführt zu werden, weil dann identifiziere ich mich damit möglicherweise ein bisschen mehr. Und das ist auch so ein bisschen noch die Idee. Ich weiß nicht, ob du die App Fantasy kennst, soll es keine Werbung sein, aber die bieten so erotische Studio-Erlebnisse für Frauen vor allem. Genau, aber dann kann man halt tatsächlich sämtliche Stimmen halt auswählen. Also dann gibt es irgendwie Raphael, Jonas, keine Ahnung wen. Und dann kannst du halt auch einfach gucken, wer sagt mir da jetzt zu. Und so ist es natürlich auch mit so einer Mentala-Audio-App. Also man hat natürlich unterschiedliche Vorlieben für Stimmen. Und also ich habe noch viele Ideen und mal gucken, was da noch so passiert.
SPEAKER_00Cool. Schön. Man findet das natürlich verlinkt unter dieser Folge. Und generell auch alles, wo man dich findet, wenn man jetzt sagt, das finde ich ganz, ganz spannend und ich möchte noch viel mehr von dir erfahren, was du so machst und von dir Tipps bekommen, weil offensichtlich bist du genau die richtige Person, die einem solche Tipps geben kann. Dann findet man das auch über deine Profile, die wir verlinken. Und damit vielen Dank für das Gespräch. Gibt es abschließend noch etwas, das du loswerden möchtest?
SPEAKER_01Ich glaube, so einen Satz, den ich gerne immer meinen Kunden mitgebe, ist ausgehend von deiner Alltagsroutine heute, wo stehst du in einem Jahr?
SPEAKER_00Ja, geil.
SPEAKER_01Und wenn du halt nicht an deinen Zielen arbeitest, regelmäßig, weil am Ende braucht es eine Regelmäßigkeit, kein großes Projekt oder die wirklich relevanten Dinge werden halt so an einem Tag erschaffen, dann muss es Teil deiner Routine werden, egal um was es geht. So meine App hat mich auch Stunden gekostet und ja, sonst wird es sie nicht geben. Und genau.
SPEAKER_00Nice. Vielen Dank. Danke, Stef.
SPEAKER_01Danke für die Einladung.