TONKA & PHIL

"Langeweile ist für mich schlimmer als Burnout..."💀💀💀 - Phil m Gespräch mit @nessadhs ​

TONKA & PHIL

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 57:34

In dieser Folge sprechen wir mit Nessa ADHS – lebendig, ehrlich und voller Energie. Es geht um Persönlichkeit, das echte Leben, Höhen und Krisen sowie Einblicke in ihren individuellen Lifestyle. ADHS ist dabei ein Teil des Gesprächs, aber längst nicht alles.

Tonka ist aktuell im Mutterschutz und bald wieder mit dabei. ❤️

Hier gehts zu Nessa:
https://www.youtube.com/@UCyCTEPeECmfo2-oKUT20v6A 
https://www.instagram.com/nessadhs/

Support the show

____________________________________________

Die Folge hat dir Lust auf mehr gegeben? 

Dann abonniere unseren Podcast und helfe uns mit einer 5-Sterne Bewertung auf Spotify & iTunes!

Willst du unsern Podcast gerne im Videoformat sehen? Dann schaue dir alle Folgen in unserer App "MindClub" an!
App Store: https://apps.apple.com/np/app/mind-club/id1643729107
Google Play Store: https://play.google.com/store/apps/details?id=tv.uscreen.mindclub
Oder auf Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCFg1XNY1KVcb1WQWbcKCmOQ/featured

Willst du selbst mit dem Meditieren beginnen? Im Mindclub findest du eine Vielzahl von geführten Meditationen in Audio- und Videoform, sowie Live-Sessions: https://www.mindclubapp.com/

Instagram: https://www.instagram.com/mindfulife.de/
Facebook: ...

SPEAKER_02

Wenn ich ehrlich bin, was ich sage, ist Medientante. Ich habe zu 0% Strategie, ich hab ein Bauchgefühl und ich habe vor allem einen unbändigen Willen. Diese ganze ADS-Geschichte ist ja leider kein Werbegag. Das bedeutet, ich hab das wirklich und ich vergesse das manchmal. Dann habe ich so einen Fünf-Stunden-Stream, wo ich alles gebe. Dann falle ich am nächsten Tag einfach um. Ich hasse das, wenn Leute sagen, ADS ist ein super Kraft. Das kann jeder für sich selber sagen. Ich finde es nicht, ich finde es schlimm. Ich muss akzeptieren, dass ich manchmal Sachen schaffe, wofür andere halt dann drei Tage brauchen, brauche ich nur einen. Aber ich brauche die restlichen zwei Tage, um auf mein Leben wieder klarzukommen. Oh mein Gott, nein, du brauchst ein einheitliches C-I-Ross. Ja, vielleicht, aber ich nicht. Okay, ich hab da keine Lust drauf, mich nervt das. Ich vertraue den Leuten, dass sie das schaffen, mein Gesicht wieder zu erkennen. Ich habe auch schon Videos zu gottlosen Zeit noch geladen, weil ich nicht warten kann. Weil ich dann gesagt habe, nein, ich müsste davon erfahren. Ich muss die Kunde verteilen von diesem absolut unwichtigen Beef, den wirklich kein Juckt muss erzählen. Das passiert dann halt, wenn man halt das zum Beruf macht, wo man halt so wirklich übelst Bock drauf hat. Das ist das Schlimmste und das Beste, was dir passieren kann. Dann das fertige YouTube-Video anzugucken. Mittlerweile schäme ich mich auch nicht mehr. Ich sag das jetzt ganz offiziell.

SPEAKER_00

Herzlich willkommen, Nastas. Schön, dass du da bist. Danke, dass du dir deine Zeit genommen hast, um hier zu sein. Du machst ja sehr, sehr viele verschiedene Sachen. Und daher würde ich gerne damit starten, wenn du jemanden triffst bei irgendeiner Veranstaltung oder sonst irgendwo und du stellst dich selber vor. Wie beschreibst du dich oder das, was du machst?

SPEAKER_02

Ehrlich gesagt, hoffe ich immer, dass diese Frage nicht so richtig kommt, weil ich immer Angst habe, dass das immer so ein bisschen. Das ist total doof eigentlich. Ich wünsche, das wäre nicht so vorteilsbewusst. Eigentlich würde ich am liebsten sagen, ja, ich bin Influencerin, weil ich das irgendwie voll so. Das ist ja nichts Schlechtes eigentlich. Aber ich sage eigentlich, wenn ich ehrlich bin, was ich sage, ist Medientante. Weil das beschreibt es auch irgendwie besser, weil ich mache einfach alles Medienmäßige. Und das habe ich auch gelernt, das habe ich studiert, das habe ich auch für gearbeitet. Und im Endeffekt ist es ja genau das.

SPEAKER_00

Ja, ja. Also irgendwie Creator-mäßig oder meinst du damit, weil du bei verschiedenen Formaten oder weil du vielleicht auch innerhalb deines Formats viele verschiedene Hüte auf hast?

SPEAKER_02

Ja, genau. Manchmal sage ich auch Creator, aber ich weiß, es ist total so, keine Ahnung, früher hätte man gesagt hipster-mäßig, aber wenn man so sagt zu Creator, dann habe ich immer das Gefühl, man will eigentlich sagen Influencer, aber man fühlt sich ein bisschen besser als alle anderen Influencer und deswegen sagt man Creator, wenn man sich irgendwie abgrenzen will. Und Medientante ist für mich nicht unbedingt ein Unterschied, sondern das macht es noch größer. Weil ich berate zum Beispiel auch Firmen mit Social Media und aber interessiert mich auch einfach für Medien an sich, also für alle Plattformen, die es gibt und für Trends und so weiter. Und deswegen sage ich immer Medientante, weil es das meistens eher beschreibt. Und dann denkt sich meistens auch jeder sein Teil. Die meisten denken dann, oh, sie arbeitet im Marketing oder sie macht das und dann ist das meistens schneller durch.

SPEAKER_00

Ja, okay. Du bist ja, du bist ja, also unter anderem auf YouTube sehr stark unterwegs und machst dort verschiedene Sachen. Jetzt hast du gerade aber gesagt, dass du auch noch beratend tätig bist und so weiter. Wenn man dir jetzt, also wenn man jetzt deine professionelle Zeit, also das privat jetzt ausgeklammert, aber deine professionelle Zeit einteilt in so Kuchendiagramm, wie viel Prozent oder so, wie viel davon ist wirklich dein Content und wie viel ist davon, du unterstützt andere?

SPEAKER_02

Boah, ich glaube, also mein eigenes Zeug ist 90 Prozent und 10 Prozent ist andere zu unterstützen, glaube ich.

SPEAKER_00

Ja, okay. Und dann Einnahmen ähnlich verteilt.

SPEAKER_02

Ja, auf jeden Fall. Also das mache ich meistens eigentlich, wenn ich zum Beispiel sehe, okay, die haben irgendwie was richtig Cooles und die können, die haben wirklich einfach coole Sachen so, aber die kriegen das nicht erzählt. Und außerdem sage ich immer, Langeweile ist für mich schlimmer als Burnout. Und deswegen sage ich, komm, wir machen das, ist egal, wir kriegen das irgendwie hin, das ist cool, und mach das dann, wenn es mich interessiert.

SPEAKER_00

Nice, geil. Nachher würde ich gerne noch auf deine handwerklichen Skills eingehen, weil ich finde es ziemlich beeindruckend, auch wie dein Schnitt ist und so weiter. Aber ich würde gerne erstmal so ein bisschen den Werdegang vielleicht mit dir anschauen. Weil man wird ja nicht in die Position reingeboren, sondern da ist ja ganz, ganz viel Entwicklung passiert. Ja?

SPEAKER_02

Also meine ganze Familie ist eine Familie aus Medientanten, sag ich mal. Also wirklich alle, selbst wenn meine Oma. Also wir kommen eigentlich, eigentlich war meine Oma Hausfrau und mein Opa war eigentlich Taxifahrer, aber irgendwann haben sich überlegt, ein Medienunternehmen zu gründen. Meine Mama kommt eigentlich aus einem Textildruck, meine Tante arbeitet für die Zeitung, mein Vater hat auch Medienkampagnen gemacht. Also alle. Ach, meine Schwestern nicht, aber alle anderen arbeiten eigentlich in den Medien irgendwie.

SPEAKER_00

Ja, okay, okay, gut. Dann hast du das schon so ein bisschen mit den, okay.

SPEAKER_02

Wirklich in die Wiege geprügelt bekommen habe ich das.

SPEAKER_00

Geil, okay, dann hast du voll das Umfeld. Okay, daher kommt auch dein Gespür dafür. Cool. Und aber trotzdem gab es ja eine Form von Entwicklung, dass du so deinen eigenen Weg gefunden hast, dein eigenes Thema, wobei du darüber ja irgendwie auch zum Teil weit hinausgehst. Also es ist jetzt nicht mehr nur dieses eine Thema so. Vielleicht kannst du da so ein bisschen was erzählen, wie sich das so entwickelt hat bei dir.

SPEAKER_02

Das ist so ein bisschen dieser innere Konflikt schon immer gewesen, weil ich liebe das, wenn ich einen Plan habe, also wenn ich genau weiß, was ich will. Nur das Problem ist, dieser Plan ändert sich ganz oft. Also ich wünschte, ich wäre eigentlich so eine Person, die sagt, ach Mensch, wir gucken mal, was kommt, wir schauen, was wird so, aber ich denke mir immer, okay, wir machen definitiv A und dann gehe ich auf A zu und merke dessen, okay, B. Und dann stecke ich die gleiche Kraft in B. Ich habe zum Beispiel angefangen, Biologie zu studieren, weil alle halt schon immer gesagt haben, ich war halt in der Schule gut in Deutsch, in Kunst und so weiter. Und ich war aber auch gut in Bio. Und ich, weil halt meine ganze Familie das macht, habe ich gesagt, nee, ich mach das halt, weil ich weiß, dass ich auch was anderes kann. Und habe das dann vier Semester, sage ich mal, verhältnismäßig okay geschafft. Die Professorinnen und Professorinnen würden sagen, ich wurde rausgeschmissen, weil ich Prüfungen verkackt habe. Ich würde sagen, ich war zu gut, da gehen unsere Meinungen auseinander. Und dann habe ich halt Medienforschung studiert und war aber schon eher der Praktiker. Also meine Mama wünschte ich, glaube ich, insgeheim bis heute, dass ich noch einen Master dran gehangen hätte. Aber ja, und danach bin ich direkt in einen übelst verrückten Job geraten. Ich war Livestream-Manager, also ich habe andere Livestreamer gemanagt. Und dann habe ich so Unternehmen beraten in so Live-Shopping. Also ich habe immer irgendwie Sachen gemacht, die übelst weird sind, aber die mir halt zu 100% Spaß gemacht haben, weil ich gemerkt habe, das ging irgendwie nicht anders. Und das Problem war, dass ich glaube, wenn man so, also ich würde mich schon als kreativen Menschen einschätzen. Und das bedeutet aber für mich zumindest ganz oft, okay, dieses Imposter-Syndrom oder irgendwie einfach auch ein bisschen, sind wir mal ehrlich, ein bisschen oben Loco Coco zu sein, ja. Also irgendwie, weiß ich nicht, irgendwas kann mit dir nicht stimmen, okay? Wenn du halt irgendwie so in diese, in diese, wenn du viele Augen brauchst, um dich gesehen zu fühlen, muss irgendwas mit dir nicht stimmen. Und dann kam auch Corona, dann hatte ich so Panikattacken und so weiter, weil man halt viel zu Hause geblieben ist. Und ich war auch schon immer so sehr extrovertiert, aber also ich war immer so beide Seiten vom Spektrum, entweder ganz extrovertiert oder ganz introvertiert. Und als Corona kam, habe ich dann gemerkt, ich bleibe nur noch zu Hause. Ich habe auch diesen bestätigten Gedanken gehabt, oh, dann ist ja gut so. Und dann bin ich zur Psychiatrin gegangen, ich hatte meine Diagnose schon mal gehabt und habe sie aber nochmal bestätigt bekommen und dachte so, ja cool, jetzt habe ich ADHS zweimal bestätigt bekommen, ich bin anscheinend Problemkind, das ist ja herrlich, was mache ich jetzt damit? Und dann habe ich mich umgeschaut und dachte so, das kann doch aber nicht sein, dass wenn ADH Esler im Schnitt so, weiß ich nicht, 0,5 Sekunden Aufmerksamkeitsspannung haben, der ganze Content langsam ist, mit übelst vielen Sätzen, die irgendwo hinführen, ohne Schnitte, ohne Untertitel und ohne Humor. Und dann habe ich mich umgeschaut und habe dann dafür Content gemacht. Und ich erzähle die Story übelst oft, aber it's one of my Lieblingsstories. Ich habe dann ein Video gemacht und habe gesagt, ich gehe jetzt auf ein Tagesfestival und wenn das wiederkommt, wenn das so 2000 Euro wart, wäre gut, aber okay, und bin wiedergekommen und hatte 1,5 Millionen Aufrufe. And ab da habe ich dann einfach weitergemacht und habe gesagt, mein Ziel ist es, wenn ich jetzt ein Video hochlade, wo dann irgendjemand schreibt, okay, this is not relatable, so then hör ich auf.

SPEAKER_00

Krass, krass. Ja, crazy. Okay, das heißt, also wenn wir jetzt den Bio-Exkurs, den ich aber vonvollziehen kann, weil man ja irgendwie dann so ein bisschen was anderes machen will, so als die anderen in der Familie, wenn wir das so ein bisschen ausklammern, auch wenn das wichtig war, bist du ja eigentlich so hardcore in der Theorie gewesen, wenn ich es richtig, also wenn ich den Begriff, was war das, Medienwissenschaft oder wie heißt es?

SPEAKER_02

Medienforschung. Also Medienpraxis und Medienforschung heißt das schon.

SPEAKER_00

Ja, genau, also so wirkt, also klingt für mich, ich kann den Inhalt jetzt nicht, aber klingt für mich sehr theoretisch, hin zu halt total im Tun sein und selber Content machen. Trägt das aber trotzdem noch dazu bei, dass du so ein bisschen so die Dinge einerseits einordnen kannst, aber auch andererseits so deine Fühler draußen hast, weil du hast zum Beispiel Live-Shopping erwähnt, das habe ich jetzt erst ganz kürzlich erst auf dem Schirm, dass das so ein Ding ist. Ich weiß aber nicht, ob ihr das gleiche meint. Ich meine halt diese, diese, kannst du diese, diese, ich glaube, sie ist ja aus China, die das immer so eine Sekunde reinzeigt, so ins Bild und dann die Kiste.

SPEAKER_02

Genau, von Ciao Bau.

SPEAKER_00

Genau, also ist das damit gemeint?

unknown

Ja.

SPEAKER_00

Ja. Und das, also, und das gibt es schon viel lange, oder was?

SPEAKER_02

Ja, weil ich habe halt, wie gesagt, früher diese Livestreamer gemanagt und dann gab es quasi keine Experten und Expertinnen für Livestreaming und dahinter steckt halt schon so ein bisschen eine Mini-Wiss, also du musst halt einfach ein paar Sachen wissen, ne? Und dann haben wir das quasi tatsächlich nur von unserer Abteilung in dieser Firma, sind wir alle gesplittet und teilweise siehst du die ganzen Livestreaming-Modelle, alles außer so Twitch und so, alles, was nicht Twitch ist, sind teilweise Leute von uns noch damals. Ach ja. Und die stecken meistens da irgendwo dahinter. Das hat so 2000, während Corona kamen die ersten Ideen, aber die großen Industrien malen ja unglaublich langsam. Deswegen kommt das jetzt langsam so an, aber das, ich dachte damals schon, okay, das ist halt, warum, warum versteht das niemand, das ist halt, müssen wir jetzt eigentlich alle machen so.

SPEAKER_00

Und du meintest gerade außer Twitch, weil das wäre jetzt für mich zum Beispiel die Idee gewesen, so dass du halt bei Twitch-Streamern drin warst, aber das war jetzt nicht unbedingt Twitch oder was?

SPEAKER_02

Nein, ich glaube, also ich war bei Lavoe und viele wissen das nicht, aber das ist eigentlich, äh, das ist ja eigentlich eine Dating-Plattform. Aber das Livestreaming hat sich dort auf eine ganz interessante Art und Weise entwickelt, weil stell dir vor, du bist jetzt jemand anders und du bist jetzt auf einer Dating-Plattform, ne? Und wenn du Frauen kennenlernst, ist das für dich ein bisschen ungefährlicher, aber wenn ich als Frau auf eine Dating-Plattform gehe und mich mit einem Typen treffen will, möchte ich ihm vielleicht vorher nicht meine Telefonnummer geben. Und so ging das dann mit diesem Livestream. Dann hat es angefangen, dass man so Rosen schicken konnte. Dann hat es angefangen, dass man so Livestream-Singles in deiner Nähe. Also ich konnte quasi so sehen, alles klar, okay, der streamt jetzt live. Dann ging das mit diesem Geld los, dass man halt quasi immer mehr Rosen schicken konnte. Und dann haben sich Entertainer entwickelt. Und dann gab es halt wirklich Leute, die so unglaublich fame waren auf dieser Lavoe-Plattform, auf diesen Streaming-Plattformen. Es war unglaublich. Wir hatten ganze Streaming-Events und so weiter. Wir haben wirklich auch Streamer gehabt von anderen Plattformen, die ähnlich dann bei uns das Geld gemacht haben. Also es war wirklich crazy, aber es kannte halt auch sei von denen keiner.

SPEAKER_00

Okay, also so arme, Chatro-Roulette-mäßige Sachen.

SPEAKER_02

Naja, es ist nicht so wie Chat-Roulette, sondern du siehst schon, es ist halt eher wie so TikTok-Livestreams.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_02

So in etwa.

SPEAKER_00

Also nicht so 1 zu 1 Gespräche, sondern du gehst live und die Leute sind im Chat dabei.

SPEAKER_02

Genau, es hat angefangen als 1 zu 1 und dann hat sich es irgendwann entwickelt zu Broadcasting halt.

SPEAKER_00

Ach, spannend. Das ist ja lustig, okay. Krass, okay, und da hast du jetzt die Sachen aber trotzdem weiterhin auf dem Schirm und du kennst so die Leute, die so ein bisschen die Fäden in der Hand haben dahinter und das da die kreativen Köpfe dahinter. Was ist der nächste Trend? Also, in welche Richtung geht's?

SPEAKER_02

Also jetzt gerade wird sich auf jeden Fall rausstellen, in welche Richtung das geht. Ich habe so ein bisschen die Vermutung, dass die Leute ein bisschen überfordert sind, weil es gibt jetzt TikTok Premium, aber ich, auch auf TikTok Premium wird man irgendwann bezahlen müssen. Und diese Aufsplittung von, oh, es gibt jetzt HBO Max, Paramount, Disney und so weiter, dann ist es kein Zufall, dass Amazon jetzt zum Beispiel oder Amazon Prime oder sonst irgendwer so wieder statisches TV einführt, wo man halt direkt reingucken kann, die Leute sind einfach überfordert. Substack ist mega groß oder wird auf jeden Fall noch größer. Und ich glaube, es wird halt zu solchen Content-Plattformen wieder hingehen wie Tumblr, wie, also so ähnlich wie Blogs mäßig, weil die Leute wollen wieder dieses Gefühl haben, was sie bei Anfang TikTok hatten. TikTok war so cool, weil der Algorithmus so krass war und weil man irgendwie so einen Witz hatte oder so ein Nischig irgendwie in großen TikTok seine eigene Nische hatte. Und das gibt es jetzt zu Teilen, aber man sieht es ja selber, wenn es jetzt ein großes Thema gibt, zum Beispiel Alex Petrovic oder weiß ich nicht was, irgendeine News, die da machen dann 7000 Millionen Leute Videos darüber und es ist wieder dasselbe wie Instagram und so weiter. Das heißt, meine Vermutung ist, dass es so Blogrichtung geht, Leute gucken wieder statisches Fernsehen, Leute wollen irgendwas nicht mehr so viel entscheiden.

SPEAKER_00

Ja, ja. Und auch mehr dann auf die Persönlichkeiten, meinst du mit? Also bei Substack ist ja auch so, okay, ich abonniere den Newsletter dieser einen Person und ich will ihre Meinung hören.

SPEAKER_02

Also ich denke mal, das wird dann irgendwann eine Plattform geben, die das vielleicht so mischt, also wo man halt das wieder von seinen Freunden und von irgendwelchen Leuten, die man cool findet, irgendwie liest. Aber das ist die Leute, die man cool findet, das ist halt wie, im Endeffekt ist es wie Gentrifizierung auch, ne? Am Anfang ist es halt klein und nischig und oh mein Gott, kennt ihr das? Nee, du kennst es nicht. Boah, ich kenn das, weil ich habe das schon gekannt, bevor es cool war. Und dann kommen halt die großen Leute, irgendwann tun sich halt die kleinen, nischigen Influencer wieder raus, kriegen dann 100 Millionen Follower und keiner findet sie mehr cool und echt. Und dann ziehen die Leute weiter. Und ich glaube, jetzt muss halt nur wieder was richtig Cooles kommen, so in diese Richtung. Weil Tumblr, ich bin ganz ehrlich, das können wir nicht mehr machen. So, das Ding ist durch, das möchte ich niemandem antun. Es gibt es noch, auf jeden Fall. Aber das ist auch so ein bisschen cringe, habe ich das Gefühl. Und Substack ist mir zu elitär. Und ich glaube, es muss so Pinterest, aber so ein Love Child zwischen Pinterest und Substack müsste es geben.

SPEAKER_00

So ein bisschen Beehive, oder? Also das sind also.

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_00

Okay, gut, also wir sehen auf jeden Fall, Exkurs wieder zurück, aber wir sehen auf jeden Fall, dass du, dass du dich sehr auskennst in der ganzen Medienwelt, bist ja eine Medientanze, hast du gesagt. Wenn man sich so gut auskennt, entwickelt sich dann ein eigener Kanal mit all diesem Theoriewissen dann so ein bisschen geplant, weißt du, wie ich meine? Oder ist es trotzdem so voll organisch entstanden und du hast einfach mal gemacht?

SPEAKER_02

Naja, ich glaube, das ist so, wenn man das mal auf einen anderen kreativen Bereich einwende, wie zum Beispiel, stell dir vor, ich wäre jetzt Grafikdesigner, dann beschäftige ich mich die ganze Zeit mit Design, vielleicht auch so exkursmäßig mit Architektur oder irgendwas, aber es spielt die ganze Zeit irgendwie eine Rolle, wenn das meine Leidenschaft ist. Und wenn ich dann selber ein Design rausbringe, plane ich das nicht unbedingt, aber so weit, weil ich mich so dafür interessiere und selber ein ästhetisches Dings dafür entwickle, wird das wahrscheinlich so in der Szene dann irgendwie ankommen von, ah, okay, die weiß irgendwie, was ich mache. Und ich bin ehrlich, die meisten Leute denken, oh, sie hat Strategie, es ist übelst krass, so sie macht, ich habe zu null Prozent Strategie, ich habe ein Bauchgefühl und dann sehe ich, okay, und ich habe vor allem einen unbändigen Willen. Das heißt, mein Haus, es könnte in Flammen stehen, wenn ich ein Thema sehe, was mich interessiert. Ich habe schon, weiß ich nicht, mehrfach jetzt 24 bis 48 Stunden einfach durchgearbeitet, weil ich gesagt habe, ich kann sowieso nicht pennen. Dieses Video, es wird online kommen. Ich habe vom, das Ding ist total dramatisch, oh mein Gott, niemand, niemand hat einen härteren Job als ich. Das ist natürlich jetzt auch keine Raketenwissenschaft, aber ich habe dann schon echt oft vor dem Laptop geflammt, weil ich so müde war und einfach nur wollte, dass ich jetzt mal hochläd. Aber das passiert dann halt, wenn man halt das zum Beruf macht, wo man halt so wirklich übelst Bock drauf hat. Das ist das Schlimmste und das Beste, was dir passieren kann. Und das ist meine Strategie dahinter. Ich habe Bock, das so zu machen. Ich würde mir meine Videos auch nicht angucken, wenn die langsamer geschnitten sind. Und ich würde mir das nicht angucken, wenn ich es nicht genauso mache. Und ich glaube, das ist die Strategie.

SPEAKER_00

Ja, ja. Okay, das heißt, du hast einfach sehr viel Plan, aber hast praktisch mit all dem im Hintergrund einfach gemacht.

SPEAKER_02

Genau, das ist das Allerwichtigste. Die meisten, ich verstehe das total. Die meisten haben so einen Perfektionismus, weil die sich vorstellen, oh nein, was ist, wenn meine Schulfreundinnen und Freundinnen das sehen, meine Familie und so weiter. Aber das ist meistens das Einzige, was erfolgreiche Influencer oder Creator oder wie auch immer sind, unterscheidet, das und durchhalten. Weil es gab auch ein Jahr, da habe ich bei 80.000 Followern festgesteckt, das ist jetzt nicht wenig, aber ich bin jeden Tag aufgewacht und ich habe keine neuen Leute mehr erreicht und habe Followen. Das heißt, ich bin da irgendwann bei 75.000. Ich habe einfach in einem halben Dreifel Jahr einfach 5000 Follower verloren, meine Zahlen waren im Keller, ich habe meinen Nebenjob wieder gesucht, was jetzt nicht das Schlimmste auf der Welt ist, um Gottes Willen, ne? Aber ich hätte auch aufhören können und hätte ich dann nicht gesagt, nee, ich will das unbedingt. Und diesen Willen muss man halt haben. Und das einfach raushauen, irgendwie machen, machen ist meistens besser als perfekt.

SPEAKER_00

Ja, ja, voll. Und hast du heute immer noch alle Hüter selber auf? Also machst du Thumbnail, Schnitt, also machst du alles, alles selber. Wow. Krass, wie lang? Also du bringst, glaube ich, pro Woche ein Video, oder?

SPEAKER_02

Genau, also manchmal sind es zwei, aber mein großer Traum war immer pro Woche zwei, aber das schaffe ich leider nicht. Da musste ich irgendwann einsehen, das wird knapp. Deswegen eins.

SPEAKER_00

Ja. Und also entstehen immer parallel so ein paar und du bringst halt jede Woche eins oder fängst du jede Woche bei null an und recherchierst und so. Jede Woche neun.

SPEAKER_02

Also ich fange immer bei Null an und das ist das Problem. Denn manchmal trifft mich dann halt erst der Schlag irgendwie so Mittwoch oder Donnerstag und ich weiß halt so, Tick-Tack. Jetzt wird es ein bisschen knapp. Ich würde mir halt wünschen, dass so Montag, dass ich halt heute so aufgewacht wäre, dann kommt mir ein Tee. Also zum Glück habe ich heute eins, aber normalerweise mache ich halt nicht Montag auf, denke mir, alles klar, das machen wir. Und das Problem ist, ich habe auch keine Impulskontrolle. Das heißt, wenn ich heute dieses Thema habe, das Video wird halt definitiv morgen um zwölf irgendwann online sein. Da kann ich dir versprechen. Ich könnte natürlich auch warten, bis es Wochenende ist. Ich habe auch schon Videos um eins in der Nacht hochgeladen. Ich habe auch schon Videos zu gottlosen Zeiten hochgeladen, weil ich nicht warten kann. Weil ich dann gesagt habe, nein, ich müsste davon erfahren. Ich muss die Kunde verteilen von diesem absolut unwichtigen Beef, den wirklich keinen juckt, muss es erzählen.

SPEAKER_00

Lustig, okay, weil es gibt ja auch so diese Meinung, man muss halt irgendwie immer genau zum gleichen Tag, gleichen Uhrzeit und so weiter. Offenbar funktioniert es auch ohne.

SPEAKER_02

Also das hilft. Ich glaube aber, diese so ganz oldschool-Instagram-Gurus, die haben ihre Berechtigung, es ist voll gut, dass es die gibt. Aber wenn ich noch eine einzige Person höre, die sagt, man muss immer um 18 Uhr posten, ich verliere es. Weil das hat sich irgendwann mal rumgesprochen, dann haben alle 18 Uhr gepostet und ich zum Beispiel poste immer früh 6.30 Uhr. Und ich habe aber festgestellt, wenn dein Video gut ist, dann findet das den Weg. Manchmal gibt es dann vielleicht noch die extra 10 bis 20 Prozent. Wenn du es zu deiner gewohnten Uhrzeit oder aber vielleicht ist an dem Tag, das ist übelst theoretisches Wissen, was dich eigentlich nur davon abhält, weil du glaubst, dass dein Content nicht gut genug ist. Du musst der Lulu sein und sagst, das ist der beste Content, die Leute werden das sehen und werden übelst Bock drauf haben. Und dann postest du das. Wenn du auf Instagram allerdings mitten in einer Nacht postest, ist jetzt das nicht so forgiving, sag ich mal, wie YouTube. Du solltest das schon zu einer irgendeiner Tageszeit posten, finde ich. Aber selbst da hatte ich schon Erfahrungen auch irgendwie geklappt.

SPEAKER_00

Ja. Was ist ein gutes Thema für dich?

SPEAKER_02

Bei YouTube, wenn ich das Gefühl habe, das Thema wird nicht so wahrgenommen, wie es sein sollte, oder seit 1990 ein Trend abgezeichnet, dass Leute irgendwie ganz allergisch sind gegen es tut mir leid, das ist vorgefeind, lass uns darüber sprechen. Und das, mein großes Thema ist eigentlich vor allem Kommunikation. Und ich hasse das, wenn Leute unlogisch sind, weil ich das Gefühl habe, dass so eine innere Wut, weil ich mein ganzes Leben lang immer mich selber zu diesem Standard gezwungen habe, logisch zu sein und mich genau auszudrücken, weil mich Leute sowieso immer missverstanden haben. Und missverstanden zu werden, ist meine persönlich größte Angst. Und ich werde immer richtig unproportional sauer, wenn ich das Gefühl habe, andere Leute gehen durchs Leben und denen kann das egal sein, denen ist das auch egal. Die sagen so, nee, ich tue so, als wären die alle ein bisschen blöd. Und dann denke ich, sag mal, die merke ich doch. Also, und da werde ich dann sauer und das muss ich dann teilen mit jemandem.

SPEAKER_00

Das heißt, du hast einfach, also du konsumierst halt online und irgendwas triggert dich und dann hast du Bock, ein Video zu machen und dann sammelst du Sachen zusammen. Ja. Nice. Und wie ist so dein Workflow? Also, so wenn du sagst, so okay, ich habe jetzt ein Thema gefunden, so ich hab, ich muss was dazu sagen, wie geht's weiter?

SPEAKER_02

Dann ziehe ich mir erstmal so ziemlich alles dazu rein und ich hoffe meistens, dass es nicht Podcast oder irgendwas Langes ist, also irgendeine Dings. Und dann, wenn es aber was Langes ist, dann nutze ich das und mache halt so, ich kann meistens nur zuhören, wenn ich irgendwie was da nebenbei mache. Also ziehe ich mir halt diese ganzen Videos, Reactions und irgendwas, was ich halt im Video verarbeiten will, rein, während ich halt meinen Haushalt mache, damit ich das halt auch mal mache und es hier nicht immer aussieht wie eine Müllhalte. Und überlege halt, okay, was ist das, was ich jetzt sagen will, weil ich kann ja jetzt kein Video sagen, also reicht's für ein Video? Weil wenn ich jetzt einfach nur sage, ja, das ist übrigens blöd, wäre das Video relativ kurz. Und dann überlege ich mir, okay, meine Talking Points, was nervt mich da dran? Das ist das und das und das, okay, alles klar. Und dann schreibe ich mir ein Skript. Bei dem Skript haue ich halt vor allem die Reihenfolge raus, weil ich gemerkt habe, ein gutes Skript, ich gehe immer auf Script, ich verstehe das nicht, aber mein Kopf funktioniert, währenddessen blendet es einfach aus, dass ich dieses Skript habe. Aber ich werde besser. Und ich hatte auch schon mal so Rohaufnahmen von so drei Stunden, die ich dann auf so, weiß ich nicht, zehn Minuten Videos runtergekuttet habe. Das war wirklich richtig schlimm. Aber jetzt werde ich besser und sind halt so ein bis zwei Stunden, die ich dann auf 20 Minuten cutte, wo ich dann sage, okay, warte mal ganz kurz nochmal zurück. Weil ich hatte, das sieht man auch jetzt noch, ich arbeite in meinen Videos ganz oft mit Halbsätzen. Ich habe manchmal nicht meinen ganzen Satz, weil ich dann das cutten muss, weil ich den Satz einfach nicht zu Ende geführt habe, weil das in meinem Kopf schon durch war, das Ding. Weil ich schneller denke, als ich spreche.

SPEAKER_00

Du hast gerade gesagt, du nutzt, also du machst ein Skript, so in dem Sinne, du weißt die Reihenfolge nachher oder hast du dann so einen Teleprompter?

SPEAKER_02

Ich habe das meistens, ich habe das dann hier auf dem Telefon und die Kamera und so weiter steht ja dann quasi hier. Und dann denke ich mir so, okay, alles klar, dann sage ich das, was ich dazu sagen will. Vielleicht mache ich da noch ein paar Variationen, dann weiß ich, okay, das Video wird eingespielt, manchmal gucke ich es mir dann on-cam nochmal an, weil ich dann vielleicht eine Sache nochmal kommentieren will, die mir in dem Video auffällt. Und ja, das war es eigentlich. Also ich mache das meistens spontan und so. Und ich mache ja super viele Jump Cuts. Und deswegen weiß ich halt, okay, ich kann halt, das muss ich am Stück nochmal sagen, aber da ist nicht so schlimm, ist egal.

SPEAKER_00

Und dann so im nächsten Schritt, also du hast dann praktisch alles mal rausgehauen und dann wertest du es aus und schneidest es dann zusammen, also dein Schnitt ist so lustig.

SPEAKER_02

Ich fand das übrigens voll lieb, du hast vorhin gesagt, Handwerk. Und ich glaube, das ist das erste Mal, als du das jetzt gesagt hast, in dem Moment, wo ich, weil ich immer sage, so Imposter-Syndrom, Rohstapler-Syndrom, das ist was anderes als Handwerk, aber eigentlich ist das schon Handwerk irgendwie. Als du das gesagt hast, war das so voll so, stimmt eigentlich.

SPEAKER_00

Ich fand es halt digital, aber letztes, also es war halt literally Handwerk früher, also wenn man irgendwie geschnitten hat. Und es ist ja nichts anderes, was du machst. Genau, also großes Lob, ich finde es richtig geil. Und Titel und Thumbnail kommt bei dir am Ende, weil es gibt ja Leute, die sagen, das brauchst du zuerst und so weiter und dann machst du das Video, bla bla.

SPEAKER_02

Also kann man auch machen, klar. Ich glaube, das Wichtigste ist immer, du kannst ja ganz viele Tipps anhören, aber du musst unterscheiden, was ist ein Tipp und willst, also willst du gerade einen Tipp haben und kann ich den selber annehmen und ablehnen, bin ich in dieser Position oder möchte ich einen Propheten haben, der mir einfach nur sagt, wie es geht, und ich kann mich auf den verlassen und die Verantwortung dafür abgeben. Und das ist das meiste, was die Leute wollen. Die meisten Leute sagen dann, aber ich habe das genauso gemacht und jetzt geht's nicht. Okay, ich mach's am Ende, manchmal mache ich es sogar mittendrin, wenn mein blödes Videoprogramm irgendwie nicht lange lädt, dann mache ich halt nebenbei schon diesen Thumbnail. Und ich habe auch am Anfang super viele Thumbnails ausprobiert. Und mir ist zum Beispiel auch selber übelst oft langweilig. Ich nehme auch manchmal in meinen Videos einfach verschiedene Schriftarten. Manche sagen halt so, so gerade Marketing-Leute, oh mein Gott, nein, du brauchst ein einheitliches CI-Boost, dies und dieses. Ja, vielleicht, aber ich nicht. Okay, ich habe da keine Lust drauf, mich nervt das. Ich vertraue den Leuten, dass sie das schaffen, mein Gesicht wieder zu erkennen. Und deswegen mache ich den Thumbnail halt und den Dings, wie es mir passt.

SPEAKER_00

Ja, ich meine, das zu brechen, passt ja da, also es ist ja auf eine Weise auch eine CI.

SPEAKER_02

Das stimmt, genau. Also einfach das zu machen, wo du denkst, das passt schon so, wenn du damit gut gefahren bist und aber auch zu sagen, okay, alles klar, ich habe jetzt, ich probiere hier gerade immer dasselbe, meine Zahlen schmieren ab, alles klar, jetzt müssen wir wieder was anderes probieren. Jetzt müssen wir vielleicht doch mal auf jemanden hören oder so. Also diesen schmalen Grad musst du ja irgendwie immer haben.

SPEAKER_00

Du hast ja eine recht große Community, kann man sagen. Wie ist bei dir so dieses Gefühl für die Community, der Kontakt, die Kommunikation? Du bist ja auf eine Weise in Kontakt mit den Leuten, die das konsumieren, was du, was du raushaust. Welche Rolle spielen diese Leute für dich?

SPEAKER_02

Die sind alles so ziemlich, also ich weiß, das klingt total pathetisch. Und vor allem, wenn man sieht, dass ich auf Instagram und TikTok quasi nie auf Kommentare antworte und auch so total schwierig bin mit Kommentaren und auch es gibt Influencer, wirklich, die sind, da könnte ich mir so viele Scheiben davon abschneiden, die haben weniger, also wenn man ein öffentliches oder ein Business-Profil hat, hat man ja drei Ordner. Man hat ja den öffentlichen, äh, Quatsch, die Hauptordner von Nachrichten bei Instagram, die so mittelfrist wichtigen und dann hat man Anfragen. Das heißt, Leute, die die noch nie geschrieben haben, die haben weniger Leute in den Anfragen als beantwortete Nachrichten. Und da sage ich immer, da bin ich raus. Also das kriege ich nicht an. Es tut mir leid, ich lese fast alles. Also ich lese fast jeden einzelnen Kommentar, ich lese jede Nachricht, das lese ich alles. Aber ich schaffe es nicht zu antworten. Aber das Krasse ist, dass ich manchmal das Gefühl habe, okay, die checken trotzdem. Also die checken, wenn ich manchmal so tue, als würde es mir gut gehen. Die sagen aber auch, okay, nee, das war jetzt irgendwie Quatsch oder so. Aber alleine dieser Support auf, es ist super schwierig, seine Community irgendwo hin mitzunehmen. Das schafft fast keiner. Und ich meine, ich habe auf Instagram irgendwie 170.000 Follower ca. Und auf YouTube halt 50.000 ungefähr. Und das heißt natürlich, nehme ich die nicht eins zu eins mit, ne? Aber alleine, wie die einen unterstützen, in einer Art, dass die sich freuen, dass die Kleinigkeiten bemerken, dass sie so, das ist total cool. Und dass ich auch was mit denen teilen kann. Also wenn ich zum Beispiel sage, das ist jetzt so ein spezielles ADS-Ding oder ich fühle mich gerade unverstanden oder hey, das ist mir wichtig, ich weiß, interessiert keinen, aber kann ich das mit euch teilen? Die sind halt trotzdem da und für mich ist das auch wichtig, das mit diesen Leuten zu teilen, die mich irgendwie auch auf eine Art verstehen. Klar, die kennen einen natürlich, das sind jetzt nicht meine Freunde und ich bin nicht denen ihre Freundin, aber das fühlt sich einfach nach einer richtig coolen Community an, die ich mir so aufgebaut habe, die zu mir passt und die mich auch widerspiegelt.

SPEAKER_00

Welche der Plattformen ist die, bei der du am meisten Zeit reinstellst, also nicht Zeit, gut, YouTube, aber wo du am meisten dran denkst, weißt du? Weil die Community ist ja schon, also du hast ja gerade gesagt, zum Beispiel, die Zahlen bei YouTube sind ja dreimal oder so hoch, also jetzt von Abonnenten jetzt im Vergleich zu YouTube. Und trotzdem ist YouTube natürlich voll intensiv und da steckt natürlich ganz, ganz, ganz viel Arbeit drin und so weiter. Ja, also welche Gewichtung hat die jeweilige Plattform für dich?

SPEAKER_02

Ich glaube, dass das ist ehrlich gesagt vielleicht, könnte ich mir vorstellen, ein ADHS-Ding auch, weil es einfach das Neuere ist jetzt gerade. Und tatsächlich steckt jetzt, gerade wo ich am meisten dran denke, Twitch drin, weil das jetzt die nächste Plattform ist, bei der ich gerade bin. Ich bin jetzt ganz frisch Twitch-Affiliate geworden. Und ein Stream dauert richtig lang und das Problem ist, diese ganze ADS-Geschichte ist ja leider kein Werbegag. Das bedeutet, ich habe das wirklich und ich vergesse das manchmal. Und dann habe ich so einen Fünf-Stunden-Stream, wo ich alles gebe, dann falle ich am nächsten Tag einfach um. Ich bin einfach tot. Und das war bei den YouTube-Videos am Anfang exakt dasselbe. Ich habe ein Video gemacht, danach habe ich alle zwei Sekunden das refreshed. Ich hatte damals, weiß ich nicht, 2000 Follower und dann vielleicht irgendwie, wenn es gut lief, so 5000 Aufrufe, wenn es richtig gut lief. Und dann habe ich immer wieder Refreshed nach Kommentaren, nach Kommentar und so weiter. Und danach, als ich das released habe, bin ich umgefallen. Und jetzt ist das auch so, ich weiß aber ganz ehrlich, das muss man auch dazu sagen, wenn ich das nicht hätte, dieses so, ich bin danach so fertig, ich würde mir das nicht. Und das ist ja, das ist ja nachweislich so. Ich hatte YouTube, wo es so war, jetzt ist es nicht mehr ganz so, ist natürlich immer noch zeitintensiv und trotzdem steckt da mein Herz drin. Aber jetzt habe ich Twitch, weil das bei YouTube nicht mehr dieser Effekt war. Ich bin danach nicht mehr umgefallen und irgendwas in mir sucht wahrscheinlich nach irgendwas, was so intensiv ist und mich so beansprucht. Ja, deswegen, jetzt gerade ist es Twitch, aber nicht, weil mir die anderen Sachen nicht wichtig sind, sondern weil es gerade so intensiv und neu ist einfach.

SPEAKER_00

Ja, spannend. Wie oft bist du da live?

SPEAKER_02

Momentan einmal in der Woche. Ich versuche es zweimal in der Woche, aber wie gesagt, dadurch, dass YouTube so zeitintensiv ist und die anderen Sachen ich ja auch haben möchte, wird es wahrscheinlich im späteren Verlauf auf maximal zweimal, aber wahrscheinlich eher einmal in der Woche hinauslaufen. Ich muss ja auch noch Reactions cutten und so.

SPEAKER_00

Ja, hast du da so ein, stimmt, das machst du ja auch alles sein.

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_00

Krass, ey. Also hast du dann so einen bestimmten Tag, Uhrzeit oder kündigst du das immer an und die Leute kommen dann? Wie läuft das?

SPEAKER_02

Gerade noch gar nicht. Die Leute sind trotzdem da, witzigerweise. Aber ich möchte jetzt, jetzt bin ich gerade dabei, so einen Kalender einzurichten, nur mit Regelmäßigkeit habe ich es wirklich gar nicht. Also das ist wirklich das Einzige, womit du mich jagen kannst. Momentan ist so Dienstag, der Tag, so ein bisschen, wo es geht. Aber es wird dann auch wieder irgendwas passieren, wo ich Dienstag nicht kann. Und dann hat sich das auch wieder erledigt. Deswegen wird es immer kurz. Ist aber auch ganz cool, weil die Leute dann eher reinschauen, weil sie halt nicht wissen, wann es das nächste Mal ist, tatsächlich.

SPEAKER_00

Ich vermute, aber ich trotzdem die Frage, hast du ein Management? Hast du gar nicht?

SPEAKER_02

Ich hatte eins, aber ich bin jetzt seit Januar wieder alleine unterwegs.

SPEAKER_00

Ja, okay, also jetzt ganz frisch. Gut, aber du hattest eins, weil du hattest so typische Management-Auftritte mit Frühstücksfernsehen und so. Das kam vermutlich durch ein Management, oder?

SPEAKER_02

Ja, das kam durch ein Management. Aber ich muss auch sagen, die Leute fragen auch so an, tatsächlich.

SPEAKER_00

Ach ja? Ja, weil ich dachte, sowas kommt immer, weil die halt eh connected sind und so weiter. Und dann spielen sie die.

SPEAKER_02

Ich glaube, speziell Frühstücksfernsehen, auf jeden Fall. Ich glaube, da musst du irgendwie connected sein, keine Ahnung. Aber so Veranstaltungen, so hätte ich auch nicht gedacht, aber die fragen auch so an.

SPEAKER_00

Ja, cool. Und gibt es einen bestimmten Grund, warum du jetzt sagst, also warum du jetzt alleine. War der Vertrag einfach fertig oder hast du gesagt, nee, ich hab Bock, das alleine zu machen?

SPEAKER_02

Ich wollte gerne das alleine machen, weil ich das Gefühl habe, ich habe das noch, also ich am Anfang hatte es eine gute Freundin von mir gemacht, aber das waren alles immer Zeitgründe, weil ich komme ja eigentlich aus dem Marketing und vor allem komme ich auch aus dem Management. Ich habe ja, wie gesagt, früher selber Livestreamer gemanagt. Und ich dachte mir, ich habe das schon immer alleine gemacht und ich möchte das einfach probieren, weil das, ich merke, langsam komme ich einfach zeitmäßig ein kleines bisschen an meine Grenzen. Aber ich wollte das einfach probieren, wie das ist, alleine.

SPEAKER_00

Fällt es dir leicht, Nein zu sagen?

SPEAKER_02

Leichter, langsam. Also ich glaube, du brauchst halt einen bestimmten Stand, weil zum Beispiel gab es auch Zeiten, wo ich wirklich gar kein Geld hatte. Da kannst du nicht Nein sagen. Und mir fällt es leichter, Nein zu sagen, wenn es mir mental gut geht und wenn ich nicht ganz so viel Stress habe. Witzigerweise ist das genau paradox. Eigentlich müsste ich mehr Nein sagen, wenn ich übelst viel Stress habe, aber ich habe die Kraft einfach nicht, dich mit den Leuten auseinanderzusetzen.

SPEAKER_00

Krass, weil ich stelle mir das halt so unfassbar zeitintensiv vor. Also die ganzen Plattformen, der Schnitt, die Snippets aus den Streams, gleichzeitig dann eben das, du hast ja jeden Hut auf. Echt verrückt.

SPEAKER_02

Ja, das Problem ist auch, ich wüsste aber nicht, ich hab das, meine Mama sagt das schon immer, meine Mama macht sich manchmal ein bisschen Sorgen und so, aber ganz ehrlich, ganz ehrlich, meine ganze Familie macht sich immer Sorgen, das haben die alle auch so gemacht. Wirklich alles Workoholics, alles durch die Bank. Ich weiß es noch, wenn ich früher am Essenstisch war, als kleines Kind, da sind einfach Leute, die sind einfach Vertragspartner reingekommen, die haben sich mit uns an den Abendstisch gesetzt. Mein Vater, damals gab es noch keine Mobiltelefone, da gibt es noch Urlaubsbilder, wie die jede einzelne, auch meine Oma, jede einzelne Telefonzelle abgeklappert haben und im Urlaub Businessgespräche geführt haben. Ich musste auf der Rückbank, weißt du, wie lange ich auf Rückbänken ein Auto einfach gechillt habe, weil irgendwelche Leute zu irgendwelchen Business-Terminen waren. Und ich glaube, von diesem, ich wüsste halt nicht so, was ich abgeben sollte. Ich bin ganz schlecht da drin, weil ich das, weil die viele Leute denken, okay, ich bin extrovertiert und ich glaube, ich bin auch ein sehr netter Mensch, bis es zu Content kommt. Wenn, da möchte ich das exakt so haben und ich glaube, ich wäre richtig eklig, wenn ich dann zum Beispiel einen Cutter hätte.

SPEAKER_00

Ja.

SPEAKER_02

Ich würde sagen, das ist mir egal, ob das, ich weiß, es ist die fünfte Schleife jetzt, aber wir machen auch noch zehn Schleifen, aber das wird so aussehen, wie ich das will am Ende.

SPEAKER_00

Ja, und dann dauert es auch noch länger, als wenn man es selber gemacht hätte.

unknown

Eben.

SPEAKER_00

Ja, ja, krass. Gibt es bei dir irgendeinen, also ich weiß, du hast schon gesagt, so mit Routinen und festen Terminen und so hast du es nicht so, aber gibt es trotzdem irgendwas, was du sagst, ey, ich brauche irgendwas regelmäßig, was ich auch für mich mache, um so abzuschalten oder dass ich dass ich eben nicht ganz kaputt bin und 48 Stunden durcharbeite und umfalle? Oder ist die Arbeit selbst das, wo du sagst, ich gehe so darin auf, ich brauche nicht zusätzlich noch irgendwie Wellness oder so?

SPEAKER_02

Also Wellness mag ich sehr gerne, aber was mir so zwischendurch hilft, ist tanzen. Ich tanze super gerne und das ist, da gibt es so Social-Veranstaltungen, heißt das. Das heißt, da kommen halt wirklich nur Leute hin, die auch gut saltsam und Batschata tanzen können und dann muss ich da halt mit keinem reden. Also ich mache das natürlich trotzdem, weil die Leute cool sind, aber ich muss jetzt keinen Deep Talk führen oder so, sondern ich gehe da halt hin, ich tanze dafür ein bis zwei Stunden, gehe nach Hause und dann schlafe ich. Mein Ziel ist es irgendwann, das sage ich aber auch schon, ich glaube, seit einem Jahr jetzt oder seit eineinhalb Jahren, ich möchte gerne mal vielleicht ein Wochenende haben und wenn ich kein Wochenende habe, dann vielleicht so einen Tag am Wochenende, wo nichts ist, meistens Sonntag und dann vielleicht eine in der Woche. Weil logischerweise ist ja, wenn ich meine YouTube-Videos am besten am Wochenende rausbringe, weil das schon nochmal so einen extra Kick gibt, bilde ich mir ein. Außerdem ist es einfach cool, wenn du dann halt sagst, okay, alle anderen bringen das raus, brich es auch raus, ist egal. Wenn ich das am Wochenende rausbringe und am Wochenende die meisten Entwicklungen sind, wird es unwahrscheinlich sein, dass ich da jemals ein komplettes Wochenende habe. Das heißt, einen Tag, vielleicht Sonntag und dann noch eine der Woche. Und da soll nichts sein. Das ist das große Ziel. Bis dahin gehe ich tanzen und mit Freunden treffen und sowas. Aber ich muss auch sagen, meine, weiß ich zum Beispiel, mein Silvester, war das erste Silvester, was ich alleine verbracht habe, aber es war das Coolste. Und da habe ich mitbekommen, was mir Spaß macht. Und zwar bin ich dann aufgestanden, bin im Hotel zum Frühstück und habe dann, mein YouTube-Video war schon vorgeschnitten, also so, dass die reinfolgerichtet ist. Und dann habe ich, ich glaube, sieben Stunden, ich war vorher noch einkaufen, Essen hingestellt, Getränke hingestellt und dann bin ich sieben bis zehn Stunden einfach nicht mehr aufgestanden und habe das editiert und bin dann zur Party gegangen, wo ich getanzt habe. Und das war der perfekte Tag für mich. Das ist meine Vorstellung von einem freien Tag. Einfach Effekte reinballern, die ganze Zeit nochmal angucken, nochmal angucken. Sound, noch ein Sound. Dieser Sound wird keinem auffallen, aber ich weiß, dass er da ist. Und ich weiß, dass es cool aussieht. Und dann suche ich noch dieses Meme. Und dann mache ich das noch so lange, bis ich da Bock drauf habe. Dann das fertige YouTube-Video anzugucken. Mittlerweile schäme ich mich auch nicht mehr. Ich sag das ja jetzt ganz offiziell. Es gibt auch so YouTube-Rappt-Up. Ich baue bei mir selber auf Platz 2, weil ich meine Videos selber so häufig gucke wegen den Effekten und so. Und ich werde dieses Jahr auf Platz 1 sein, weil ich das so häufig gucke wegen den Effekten und so. Und dann das tanzen, dass du die Mischung hast.

SPEAKER_00

Nice. Normalerweise würde ja so ein Podcast-Gespräch, Interviewgespräch bei dir direkt mit ADHS-Thema anfangen und so weiter, aber irgendwie, also so wollte ich das alles wissen und ich würde gerne da noch viel mehr drin wissen und so, aber mit Blick auf die Uhr muss ich, glaube ich, trotzdem noch in, oder so sollten wir wahrscheinlich trotzdem noch in das Thema mit reingehen. Weil ich ganz interessant finde, das ADHS-Thema ist ja, also steht mit dir in Verbindung, steht in deinem Namen drin und so weiter. Aber dein Content ist ja nicht jetzt jedes Mal über ADHS. Also wenn man jetzt dein YouTube-Account anschaut, da trägt deine Persönlichkeit vielleicht eine ADHS-Note, aber das Thema selbst wird nicht mehr unbedingt immer thematisiert. Es war, wenn ich es richtig verstehe, kannst du mich gerne korrigieren, aber wenn ich es richtig verstehe, hat das als Thema irgendwie angefangen. Du hast das so als so erstes, so das ist ein Thema, das mich beschäftigt, tauche ich raus, war auch relatable, hat, hat viele Leute zu dir gebracht und dazu geführt, dass sie sich irgendwie auch verstanden fühlen und so irgendwie, ja, so da sagt das mal jemand so, wie es fühle und so weiter, dass du da aber so hinausgewachsen bist, das aber trotzdem durch da ist irgendwie. Aber welche, lange Rede. Nein, alles gut. Welche Rolle spielt dieses, also oder wie zentral ist ADHS in deinem kreativen Schaffen heute noch?

SPEAKER_02

Ich glaube sehr. Ich glaube tatsächlich, ich hasse das, wenn Leute sagen, ADHS ist ein Superkraft. Das kann jeder für sich selber sagen, aber ich persönlich, ich finde es schlimm, aber man muss auch sagen, in diesem speziellen Kontext ist es das tatsächlich, weil ich glaube, dass mir das ganz oft hilft. ADHS ist ganz oft ein Frühwarnsystem. Also zum Beispiel kriegt man als ADH-Sler eher mit, wenn die Leute gerade einem irgendwie nicht mehr zuhören oder wenn die Stimmung im Raum kippt oder sowas. Manchmal bildet man sich auch ein, weil man ein bisschen Coco Loko ist, aber manchmal ist es halt auch das. Und ich habe das Gefühl, ich erkenne halt eher, dass das jetzt ein Thema ist, zum Beispiel, worüber ich gerne sprechen möchte und worüber bald alle sprechen könnten. Und ich weiß halt, also diese spezielle Zielgruppe würde, glaube ich, super gerne manchmal längeren Content konsumieren. Aber das ist halt dieses Äquivalent dazu, dass nebenbei so Tempel Runner läuft oder nebenbei ein anderes Video läuft, wie jemand Seife schneidet, damit du jemanden zuhören kannst auf TikTok. So, das war mir ein bisschen langweilig. Also habe ich halt das gemacht und ich glaube, das ist was, was es halt vorher noch nicht gegeben hat. Weil aber auch sich niemand getraut hat, glaube ich, so einfach über die Stränge zu schlagen und einfach zu sagen, okay, nee, ich mache tatsächlich jeden einzelnen Effekt, jeden Filter und jedes Preset, was dieses Videoprogramm hat, mache ich hier rein, ist mir egal. Und ich habe ja auch ein Buch geschrieben und Leute haben, das war der einzige Kritikpunkt, wo ich wusste, dass der wird kommen, wo die gesagt haben, es passiert zu viel, zu schnell gleichzeitig. Und ich wusste, das wird immer mein Content sein. Ich werde immer zu viel, zu schnell, gleichzeitig zu laut und zu doll und zu schnell sein vor allem. Und ich glaube, das ist halt so dieser ADS-Part. Der andere ADS-Part, weshalb ich auch das nicht so mag mit der Superkraft, ist, ich muss akzeptieren, dass ich manchmal Sachen schaffe, wofür andere halt dann drei Tage brauchen, brauche ich nur einen. Aber ich brauche die restlichen zwei Tage, um auf mein Leben wieder klarzukommen. Um vielleicht auch irgendwie, weiß ich nicht, zu heulen. Weil wenn ich gestern Spaß hatte, kann ich halt heute keinen Spaß haben. Keine Ahnung, warum das so eine Regel ist. Aber damit man besonders hoch irgendwo sein kann, muss man, glaube ich, irgendwo besonders niedrig sein. Und wenn das dann halt eben in der Laune ist, ist das halt, was man akzeptieren muss. Und dieser absolute Unwillen, das zu akzeptieren, obwohl ich den ganzen, ich mach den ganzen Tag Content darüber, gell? Ich meine, ich sage anderen Leuten, ihr müsst es akzeptieren, ihr müsst auf euch aufpassen, sage ich anderen Leuten. Ich meine wirklich genau das Gegenteil gerade, aber was soll ich dir sagen? Und das ist so das. Und ich habe einfach auch nicht so viele persönliche Grenzen. Also du musst einfach auch bereit sein, sehr viel von dir selber preiszugeben. Und das hat nicht nur damit zu tun, ob du jetzt erzählst, dass du einen Partner hast oder irgendwas zeigst, wie es dir geht, sondern es hat vor allem damit zu tun, deine echte Persönlichkeit auch in den Videos wieder zu spiegeln, weil natürlich ist das nochmal ein bisschen abgepumpt. Also wenn ich so in diesen Videos bin, bin ich jetzt in so einer privaten Konversation jetzt nicht unbedingt so. Aber es ist schon relativ ähnlich. Also ich würde mal denken, es ist noch 20 Prozent mehr, aber es sind halt auch nur 20 Prozent. Und das ist halt viel, was man von einem Preis gibt und da muss man auch bereit sein dafür. Und ich glaube, das ist halt dieses ADHS, ich könnte es halt auch nicht. Also das würde mir mehr Arbeit machen, von einem Teleprompter abzulesen, irgendeine polierte Medienpersönlichkeit zu haben, das wäre richtig anstrengend für mich.

SPEAKER_00

Und das heißt also, du, du hast halt praktisch deine Energie, die du halt hast und diese verschiedenen Eigenschaften, wie es bei dir halt die Ausprägung hat. Aber thematisch ist das Thema nicht mehr das, worum es in deinem Content gehen soll.

SPEAKER_02

Na, ich möchte beides machen. Also ich möchte einfach, weil ich halt gemerkt habe, okay, ich bin so ein kreativer Mensch und zu ADHS gehört, witzigerweise, dass mich bestimmt, ich brauche immer was Neues. Und ich finde ADHS super spannend weiterhin. Ich glaube auch, dass es das immer ein Teil ist, weil ich habe es halt und ich mein Leben damit. Das heißt, an Content wird es mir nicht ausgehen. Aber am Anfang war es so, als ich mit Videos angefangen habe, hat es noch gereicht, wenn ich so unter 50 Sekunden geblieben bin, jetzt halt unter 40 oder besser und so zwischen 30, 40 so. Und auf YouTube habe ich halt das Gefühl, ich kann auch mal einen Witz mehr machen, den ich es jetzt vielleicht nicht gebraucht hätte, den ich aber übel witzig finde. Und ich kann mal ein bisschen was mehr preisgeben, wo ich einfach das Gefühl habe, ich muss mich nicht konstant an eine Uhr halten, sondern ich kann halt sagen, was ich will und dann cut ich es, wie ich will.

SPEAKER_00

Ja. Wenn wir jetzt beim Thema ADHS und Aufmerksamkeit und so weiter, du hast vorhin gesagt, dass man da oft halt nicht länger als ein paar Sekunden irgendwie Aufmerksamkeit bei einem Thema haben kann und so weiter. Und dann gibt es eben dieses so gleichzeitig diese temporary Sachen anschauen oder Seifen schneiden und so weiter. Da sind ja die Videos dann trotzdem relativ kurz und was du machst, ist ja, du hast zwar sehr schnelle Schnitte und Effekte und so weiter, aber du bist ja trotzdem relativ lang bei einem Thema.

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_00

Was denkst du, ist der Schlüssel da? Also es ist einfach nur halt schnelle Abwechslungen visuell oder halt irgendwie was Interessantes, Neues mit reinbringen. Also was würde, wenn wir jetzt praktisch weg von deinem Content gehen, sondern einfach so in diese Meta-Ebene, was denkst du, hilft der ADHS-Aufmerksamkeit, länger bei der Sache zu sein? Weil sie sind ja bei deinem Content länger bei der Sache.

SPEAKER_02

Ja, das stimmt, das hat mich auch gewundert. Aber ich glaube, der Pace, mit dem man was erzählt und was man wie erzählt, ist, glaube ich, wichtig. Weil so wie ich zum Beispiel das auch selber erzählt bekommen würde, ich gehe einfach davon aus, das langweilt mich jetzt einfach. Also ich muss jetzt nicht zum Beispiel, weiß ich nicht, es gibt jetzt Statement A, Statement B, ne, und dann gibt es zum Beispiel, weiß ich nicht, noch einen Fotopost und das, dann lese ich den Fotopost nur vor, wenn es wichtig ist. Aber ansonsten fasse ich das halt zusammen, weil wenn ich mit einer meiner besten Freundin telefoniere, dann lese ich der auch nicht unbedingt alles vor, sondern ich sage dir, pass auf, dann sagt der ungefähr das und das. Man muss natürlich sich dann an ein paar andere Regeln halten und dann sagen, okay, Disclaimer, guckt das selber nochmal an. Aber grundsätzlich fasse ich so und sowas zusammen. Oder ich sag halt auch mal, ja, okay, ich weiß, pass auf, Leute, das wird jetzt gleich ein bisschen viel, aber ich verspreche, es hat Sinn. Um nicht einfach zu erzählen und zu denken, okay, die Leute haben schon das Vertrauen, dass es Sinn ergibt, sondern diese ein bisschen mitnehmen und zu sagen, ey, ich bin selber auch gelangweilt, aber listen. Und dann, ja, und selber halt auch, ich glaube, ganz viel ist, wenn du selber begeistert bist und invested bist, dann merken das die Leute. Und ich zwar bei Instagram so, bei YouTube so, bei TikTok, egal welche Plattform, wenn die Leute merken, wenn du selber nur so tust, ich weiß nicht wie, ich weiß, das ist wie, wenn du am Telefon wahrscheinlich lächelst oder nicht, keine Ahnung, die kriegen das mit und dann merkt man das.

SPEAKER_00

Ja, es gibt ja diesen Satz, interested is interesting.

SPEAKER_02

Genau.

SPEAKER_00

Hast du schon mal meditiert?

SPEAKER_02

Nee, das ist ungefähr das Schlimmste für mich, was ich mir vorstellen kann.

SPEAKER_00

Also zumindest die Vorstellung, ja.

SPEAKER_02

Also ich habe es schon mal probiert, so ist es nicht. Und so geführte Sachen, aber da muss gehen auch, ne? Also wenn mir jemand genau sagt, was ich machen soll, aber ich setze mich jetzt nicht irgendwo hin und höre mir zu. Deswegen habe ich doch die Kopfhörer den ganzen Tag auf. Meine eigenen Gedanken zu hören, ist das, was ich wirklich versuchen oder eigentlich aktiv vermeiden muss, damit ich ja irgendwas fertig kriege.

SPEAKER_00

Weil es dich zu sehr ablenkt, also im Sinne, so klang das jetzt oder weil du das Gefühl hast, okay, irgendwie fühle ich das nicht, also so fühlt sich unangenehm an.

SPEAKER_02

Also unangenehm nicht unbedingt, aber meine Gedanken sind so schnell, dass, und ich fühle mich manchmal einfach nicht wohl, wenn es mir einfach nur chillig geht, also wenn es mir einfach nur mittelfristig geht. Ich meine, mit den Tabletten geht es, sag ich mal. Aber wenn ich jetzt, meine Gedanken springen ganz schnell von, ah, haben wir eigentlich, wir müssen auch mal darüber wieder nachdenken, müssen nochmal darüber nachdenken, das, das, das, das, das, das, das ist. Und dann habe ich so ungefähr fünf Minuten und in den fünf Minuten denke ich so, hm, die Welt hasst mich, krass, okay, alles klar, habe ich das als Info, Dankeschön. Und dann reicht es auch wieder. Meine Meditation, äh, Meditation ist für mich persönlich tanzen, weil dann denke ich, also ich nehme meine Umwelt halt aktiv wahr, aber ich denke nicht aktiv, ich reagiere auf Leute, die mir sagen, wie ich jetzt tanzen muss und mich führen. Ich höre Musik und ich bewege mich dazu und komme für eine Weile aus diesem Gedanken trotzdem raus, ohne irgendwie den neuen Input zu geben. Das ist für mich Meditation. Und bringt mich tatsächlich, also noch nie in meinem Leben habe ich irgendwas gefunden, wo ich so, egal wie schlecht es mir geht, gestern zum Beispiel, ich hatte zyklusbedingt einfach extreme Krämpfe und habe es dann aber geschafft, dass es mir so halb okay geht und ich wusste, ich könnte jetzt auch im Bett verrotten, wenn alles in mir schreit, ich möchte Videos durchscrollen, bis mir mein Hirn aus den Ohren läuft. Und tanzen war das Einzige, wo ich gesagt habe, doch, da gehen wir jetzt hin und mir ging es danach besser und ich konnte schlafen und mir ging es wieder gut.

SPEAKER_00

Warum denkst du, ist es, also warum denkst du, hilft dir das, so dieses den Kopf freihaben? Also ist es dieses Physische, denn den Körper zu bewegen oder warum liegt das?

SPEAKER_02

Ja, weil wenn ich, also das H in Adel Heißt steht ja auch für Hyperaktivität und ganz oft ist es bei Frauen so, nicht immer nur, aber oft so, dass die Hyperaktivität nach innen geht. Das bedeutet, dass meine Gedanken einfach wirklich extrem im Kreis rennen die ganze Zeit. Und manchmal ist es gut, auch mal Stopp zu sagen, einfach mal ganz kurz zu sagen, hey, wie, wie kurz checken, wie fühlen wir uns, was geht ab? Aber man muss auch oft den Absprung finden, weil wenn man sich, wenn ich persönlich zu viel mir selber zuhöre, mache ich mir selber einen Strich durch die Rechnung und denke über Sachen nach, über die ich jetzt nicht nachdenke, weil sie mich eigentlich unterbewusst beschäftigen, sondern weil meine Spirale, meine Gedankenspirale sich so schnell dreht, dass sie einfach über irgendwas nachdenken muss.

SPEAKER_00

Ja, ja. Das Letzte zu dem Thema. Du kannst ja beim Schnitt so eine Art Hyperfokus entwickeln wahrscheinlich, oder? Wenn du da irgendwie drin sitzt und so. Was denkst du, ist es, dass es da dann zum Beispiel auch geht, dass man so crazy lange bei einer Sache sein kann dann doch?

SPEAKER_02

Ich sag immer, das ANADH steht für alles oder nichts. Also es muss mich halt so kicken und ich muss so Bock drauf haben und also das Schnitt ist ein zweischneidiges Pferd, weil diese Reihenfolge zu schneiden, so dass es alles Sinne gibt, das nervt mich ultra, weil dann siehst du halt diese große Zahl, du siehst halt so eineinhalb Stunden, die du jetzt runtercutten musst, du siehst halt noch, siehst die Zeit, wann du es online bringen musst und du, weil, aber wenn das dann alles ist, das ist dann für mich wie wenn du ein Haus gebaut hast so und jetzt kommt Deko und das ist halt übelst geil, weil ich halt weiß, so, ah, guck mal, das hab ich, wenn ich jetzt, der Effekt ist übelst neu, den wird einfach, die Leute werden ausflippen, wenn ich jetzt das mache. Oder das ist ja übelst gekig, wenn ich jetzt das so mache. Und einfach dann so was Fertiges zu haben, was du dir dann anguckst und du sagst, das ist übelst cool, das holt mich, glaube ich, ab.

SPEAKER_00

Weil ich, also ein Thema von mir ist Meditation. Und ich unterrichte auch Leute in Meditation. Ich habe einen, den ich jede Woche in einem Begleiter hatte, ADHS. Da ist es für mich ganz spannend, so eben so diese verschiedenen Perspektiven zu hören, eben auch irgendwie rauszufinden, was eine Methode sein könnte, die da hilfreich ist.

SPEAKER_02

Ich wollte ja übrigens nicht auf die Füße treten, Meditation ist bestimmt super.

SPEAKER_00

Nee, nee, also ich bin da voll bei dir. Es kann ganz langweilig sein. Okay. Nee, nee, nee, alles super. Deswegen kam ja auch die Frage und deswegen ist für mich diese Perspektive auch ganz hilfreich. Einfach. Also ich bin ja nicht Meditation. Das Thema finde ich cool, ich fühle mich da jetzt nicht beleidigt. Keine Sorge. Nee, aber deswegen ist es für mich einfach interessant, weil du beschäftigst dich sehr viel mit dem Thema, du bist sehr, sehr reflektiert, du sprichst über das Thema, du bist da, glaube ich, ganz hilfreich für mich so ein bisschen so ein Gefühl dafür zu entwickeln, was da vielleicht hilfreich sein könnte. Cool, okay, spannend. Du hattest vorhin auch schon ganz kurz erwähnt, du hast ein Buch geschrieben. Ist Buchschreiben für dich was, was du denkst, okay, das ist eigentlich so ein Medium, das ich gerne nochmal bespielen würde oder ist dieses Videos machen, Livestream und so weiter doch eher so die Welt?

SPEAKER_02

Nee, doch, das wäre auch so ein Ding, weil ich, das ist total komisch, ich lese total selten. Aber ich lese gerne. Ich weiß nicht, ob das in irgendeiner Welt Sinn ergibt. Es ist halt nur für mich, ich habe halt leider nicht so viel Zeit, das sage ich nicht, weil ich nicht fünf Minuten Zeit hätte, um zu lesen, so wie es eigentlich ja sein sollte. Aber ich brauche unglaublich lange, um mich darauf einzulassen. Und selbst wenn ich nur fünf Seiten lese, muss ich mich halt davon verabschieden, okay, ich muss jetzt hier Koffer. Aber das Buch schreiben hat Spaß gemacht, aber es war super anstrengend. Ich musste da Hilfe suchen bei meiner Mom, die wohnt nämlich nur fünf Minuten ungefähr von ihr. Und dann habe ich halt so gesagt, Mama, ich komme jetzt jeden Tag und du schließt mich jetzt ein. Und dann muss ich dir quasi zeigen, Mama hat dann auch für mich gekocht und so, weil ich gesagt habe, kann ich jetzt nicht. Und du lässt mich hier erst raus, wenn diese zehn Seiten durch sind. Und egal ob die gut sind, du musst das jetzt nicht beurteilen, ob die gut sind, aber ich muss jeden Tag zehn Seiten schreiben, damit halt irgendwie am Ende von 20 Seiten fünf gute rauskommen. Und nur so hat das funktioniert, weil sonst hätte ich halt so ziemlich alles andere gemacht, weil das ist halt auch das mit diesen YouTube-Sachen, in dem Moment, wo mir jemand sagt, ich muss das jetzt machen, hört es auf. Also da kann ich wirklich am liebsten die Maus so fallen lassen. Und mit dem Buch schreiben ist es halt so, war so deadline-mäßig. Und das Problem war auch, ich hab die Story in meinem Kopf schon komplett fertig gehabt. Also es war wirklich, ich habe es aufgehört, ich hätte es so die runterschreiben können bei Stichpunkte und ich habe die in meinem Kopf quasi schon gesehen als Film. Und ich gucke Filme in den allerseltensten Felden zweimal. Eigentlich nie. Es sei denn, es ist mein Lieblingsfilm oder so. Und für mich war das, also musste ich jeden Tag diesen Film fünf Mal gucken und mir Zeit nehmen, das jetzt genau zu schreiben. Und dann hat die Lektorin immer gesagt, ja, aber wir sind jetzt von Punkt A von Punkt B gekommen. Also du musst ja schreiben, wie die da hingekommen sind. Und ich so, ja, ist doch egal, die Leute checken das schon. Dann muss ich das aufschreiben, dass sie jetzt in den Auto steigen. Und ich dachte mir so, das war anstrengend, es war aber auch super interessant, weil ich mir dachte, okay, selbst alle DHS-Leute können sich jetzt nicht ausdenken, also die haben ja kein USB-Stick für deinen Kopf, ne? Also du musst jetzt schon irgendwie die mitnehmen. Und das hat mir auch nochmal geholfen im Sinne von, wie nehme ich die Leute irgendwie mit?

SPEAKER_00

Du hast ja, du hast ja verschiedene Sachen an Output, also das Buch beispielsweise, dein Content auf den verschiedensten Plattformen, du hast, du bist immer mal wieder irgendwo aufgetaucht, ohne konkrete Zahlen, aber wo ist so, also falls du drüber sprechen möchtest, wie sind deine verschiedenen Einnahmenströme irgendwie prozentual verteilt? Also wo ist so der Schwerpunkt?

SPEAKER_02

Das wechselt natürlich immer, weil zum Beispiel Sommer ist halt, naja, Sommerloch ist jetzt ein großes Wort, sag ich mal, aber das sind halt, aber im Sommer sind es halt eher so Auftritte, es sind halt eher so irgendwo Erscheinen, irgendwo stattfinden, sowas. Aber die restlichen Q4, also so alles, was so dieser Marketing-Dings, ne, Singlesday, Black Friday, Weihnachten, so der heilige Kreis von Marketing, wo alle besonders burnt-out sind. Da ist es dann natürlich Instagram und so Shortform-Plattformen. Und ich glaube, in der Zwischenzeit ist es tatsächlich mittlerweile sogar YouTube und Twitch habe ich ja jetzt erst angefangen. Also mal schauen, wie das wird.

SPEAKER_00

Und bei YouTube dann AdSense, Sprint-Deals, wie ist das verteilt?

SPEAKER_02

Da würde ich sogar sagen, 50, 50 mittlerweile.

SPEAKER_00

Ich habe ganz am oder relativ am Anfang hatte ich mal so deine Zukunftsperspektive, in welche Richtung sich so die Content-Sachen entwickeln, wo du dann so diese Mischung zwischen Substack und oder Love Child, zwischen Substack und Pinterest, hattest du gesagt. Wo geht's bei dir weiter? Also was, was, du hast jetzt schon Twitch gesagt, Twitch ist so das Ding, wo man dich jetzt so in Zukunft mit viel Leidenschaft sehen wird. Ist das erstmal das? Also hört da der Horizont erstmal auf oder hast du schon so die nächsten Schritte irgendwie in Planung oder so, in Gefühl?

SPEAKER_02

Also erstmal nicht. Ich glaube, mein nächstes Ding wären so random Side-Quests werden. Also dadurch, dass man dann halt immer mehr Reichweite bekommen, würde ich halt zum Beispiel gerne einfach so random in einer Serie auftauchen oder random irgendeinen Song rausbringen mal oder sowas. Das wäre cool. Aber mein Ziel ist es eigentlich, das alles, was ich habe, so auf die Reihe zu bekommen, eventuell vielleicht doch mal jemanden einzustellen oder sowas, dass ich das packe und halt trotzdem an Urlaub fahren kann oder was habe und vielleicht auch mal, weil zum Beispiel, ich habe jetzt gerade keinen Partner und ich bezweifle, dass dieses Leben irgendwie in irgendeiner Form möglich wäre mit einem. Das heißt, ich möchte ja vielleicht mal einen haben, wenn es sich mal gibt. Oder auch mal mehr mit Freunden machen und nicht sagen, hey, ich musste, letztens hatte ich eine Erfahrung, da habe ich einfach mit einem Kumpel was für Merz ausgemacht. Und ich denke mir halt, wir sind so 30 und nicht 80, weißt du. Also du musst auch möglich sein irgendwie. Und das wäre so mein Traum, dass wir das erstmal machen in Ruhe, Babysteps, damit klarkommen, sich eine Zeit lang irgendwie sicher fühlen auch mal und dann weitermachen und überlegen, was dann kommt.

SPEAKER_00

Ja, nice. Cool. Vielen Dank für das Gespräch, für deine Zeit. Gibt es von deiner Seite noch irgendwas, was du gerne loswerden möchtest, irgendwas, was du den Leuten auf den Weg geben wirst?

SPEAKER_02

Ich weiß, es haben schon viele gesagt, aber wirklich, seid cringe, seid wirklich cringe bedeutet Freiheit sein. Es ist komplett egal. Leute haben mir so oft gesagt, oh mein Gott, sie will ein Maincard sein, oh mein Gott, guckt sie an, bla bla bla. Ist egal, ihr wisst, wer ihr seid, wenn ihr Bock auf irgendeine Sache habt, macht die. Das Schlimmste, was Leute sagen können, ist, ja, oh mein Gott, sie ist ein bisschen peinlich. Aber coole Leute werden immer sagen, ja, aber wenigstens macht die irgendwas oder macht ihr irgendwas. Versucht euch davon freizumachen. Meistens ist der Unterschied einfach nur, dass ihr es macht. Und wenn ihr das machen wollt und danach nie wieder machen wollt, dann müsst ihr das nicht machen. So, ihr habt alle Freiheiten, ihr schafft das schon, ihr müsst es nur wirklich, wirklich einfach machen. Ich glaube dann, jeden von euch.

SPEAKER_00

Nice. Cool, cool. Dankeschön. Nehme ich mir persönlich auch zu Herzen. Danke.

SPEAKER_02

Sehr gut.